NIFIS fordert mehr Prävention und Abwehr von Industriespionage

100 Milliarden Schaden durch Wirtschaftsspionage

| Redakteur: Peter Schmitz

„Die deutsche Bundesregierung und die nachgeordneten staatlichen Stellen müssen ihre Anstrengungen zur Abwehr von Wirtschaftsspionage weiter verstärken“, fordert der NIFIS-Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp.
„Die deutsche Bundesregierung und die nachgeordneten staatlichen Stellen müssen ihre Anstrengungen zur Abwehr von Wirtschaftsspionage weiter verstärken“, fordert der NIFIS-Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp. (Bild: Gina Sanders - Fotolia.com)

Wirtschaftsspionage kostet deutsche Unternehmen Milliarden Euro pro Jahr. Aufgrund dieser alarmierenden Entwicklung fordert die Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. (NIFIS) mehr Hilfe vom Staat.

Ein Schaden von 100 Milliarden Euro entsteht laut Verein Deutscher Ingenieure (VDI) der deutschen Wirtschaft jährlich durch Wirtschaftsspionage. Diese Zahl wird auch durch eine aktuelle Studie des Center for Strategic and International Studies (CSIS)(pdf) untermauert. Demnach ist in keinem anderen Land der durch Cyberkriminalität verursachte wirtschaftliche Schaden – gemessen an der Wirtschaftsleistung – größer als in Deutschland.

Aufgrund dieser alarmierenden Entwicklung fordert die Nationale Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. (NIFIS) ein stärkeres staatliches Engagement zur Abwehr und Prävention möglicher Cyberangriffe und Wirtschaftsspionage – auch von Seiten befreundeter Staaten wie Frankreich, Großbritannien und der USA.

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Das neue 5-Punkte-Programm der NIFIS umfasst unter anderem einen besseren Schutz deutscher Firmen durch geheimdienstliche Spionageabwehr, eine konsequente strafrechtliche Verfolgung von Wirtschaftsspionage sowie die Unterstützung der heimischen Wirtschaft bei der Einführung moderner Sicherheitslösungen.

Zwar sieht der NIFIS-Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Thomas Lapp, die Bundesregierung in puncto Prävention und Abwehr bereits auf einem guten Weg. Doch die bisherigen Maßnahmen und das noch für dieses Jahr geplante IT-Sicherheitsgesetz gehen dem IT-Sicherheitsexperten von NIFIS nicht weit genug.

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16.05.14 - Verwanzte Telefone, Hackerangriffe, versteckte Kameras – mit immer ausgefeilteren Methoden verschaffen sich Wirtschaftsspione Zugriff auf das Know-how deutscher Unternehmen. Schätzungen zufolge richten die Datendiebe einen Schaden von 50 Milliarden Euro im Jahr an. lesen

So muss sich die Kooperation von Bundesamt für Verfassungsschutz und Unternehmen nicht in der „Prävention durch Information“ erschöpfen. „Ein verbesserter Schutz der deutschen Wirtschaft durch aktive geheimdienstliche Spionageabwehr sei durchaus machbar und wünschenswert“, so Lapp.

Aber auch eine stärkere Förderung von Innovationen im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz sind wichtig. Hierbei gilt es schon heute Lösungen für morgen zu finden. Der Ausbau deutscher Sicherheitstechnologien „Made in Germany“ kommen aber nicht nur der deutschen Wirtschaft zu Gute, sondern fördern auch die deutsche IT und erschließen international neue Marktanteile.

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30.06.14 - In Unternehmen gibt es zahllose Wege, Abhörvorrichtungen in sensiblen Bereichen zu platzieren: Die Technik wird immer kleiner, kostengünstiger und leistungsfähiger. Wanzen-Suchgeräte aus dem Technik-Shop helfen in der Regel nicht. Worauf Firmenchefs achten sollten und wann sie handeln müssen, erklärt Jochen Meismann von der Detektei A Plus. lesen

Doch nicht nur die Lösungen müssen unterstützt werden, sondern auch die Firmen bei der Einführung dieser – mit stärkerer staatlicher Förderung, Beratung oder Ähnlichem. Darüber hinaus gilt es die präventive Aufklärungsarbeit in den Firmen zu intensivieren und das Bewusstsein für Datenschutz in den Unternehmen mit Hilfe von beispielsweise Workshops, Whitepapers und Leitfäden zu schärfen.

„Die deutsche Bundesregierung und die nachgeordneten staatlichen Stellen müssen ihre Anstrengungen zur Abwehr von Wirtschaftsspionage weiter verstärken“, fasst Lapp zusammen. Dazu zählt laut NIFIS-Vorsitzendem auch die konsequente strafrechtliche Verfolgung von Wirtschaftsspionage. Dies umfasst auch sogenannte befreundete Staaten und deren Geheimdienste.

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04.03.14 - Auch kleine und mittelständische deutsche Unternehmen werden immer häufiger Opfer von Industriespionage und Datenklau. Doch nicht immer ist es allein die IT und das Computernetzwerk, die große Angriffsflächen bieten. Der Faktor Mensch wird von den meisten Unternehmen gern übersehen oder unterschätzt. lesen

„Im Falle des NSA-Skandals darf sich dies dann eben nicht nur auf das Handy der Kanzlerin beschränken“, hebt der NIFIS-Vorsitzende hervor. In diesem Zusammenhang muss vor allem auch die internationale Zusammenarbeit verbessert werden. „Bisher scheitert die Strafverfolgung zu oft daran, dass die Abstimmung mit den Behörden im Zielland auf Schwierigkeiten stößt und dadurch die juristischen Bemühungen eingestellt werden müssen“, ergänzt Lapp.

„Die deutsche Wirtschaft zahlt für ihre enormen Anstrengungen in Forschung und Entwicklung und das umfangreiche Know-how einen hohen Preis. Ganz gleich, ob mittelständische Unternehmen oder Großkonzerne. Alle sind von Wirtschaftsspionage bedroht“, betont der NIFIS-Vorsitzende.

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18.07.14 - Automobilhersteller und -zulieferer werden besonders häufig Opfer von Wirtschaftskriminalität. Jedes fünfte Unternehmen klagt über Marken- und Patentverletzungen, jedes zehnte Unternehmen über Spionage. lesen

Die prominentesten Beispiele fremder Ausspähung reichen von Airbus über Ferrostahl und Siemens bis hin zur Telekom-Branche. Und auch gerade beim einheimischen Mittelstand ist der Nachholbedarf an Sicherheitslösungen noch besonders groß: Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) verdeutlicht, dass etwa jedes fünfte Unternehmen seine Daten nur unzureichend schützt.

„Dies sind dramatische Zahlen. Zumal die Fälle von Cyberkriminalität mit 64.500 erfassten Straftaten laut Bundesinnenminister Thomas de Maizière ein neues Rekordniveau erreicht haben – die Dunkelziffer liegt hierbei bei 90 Prozent“, fasst Lapp die derzeitige Situation zusammen. Und als ob der aktuelle Stand nicht schon alarmierend genug wäre, gehen Experten künftig von einer weiteren Zunahme der Ausspähungen aus.

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