Einzelhandel am stärksten von Cyber-Angriffen betroffen

375 Millionen Datensätze in sechs Monaten gestohlen

| Redakteur: Stephan Augsten

Der Datendiebstahl bei eBay schlägt sich in der Datenklau-Statistik von SafeNet besonders nieder.
Der Datendiebstahl bei eBay schlägt sich in der Datenklau-Statistik von SafeNet besonders nieder. (Bild: Visionär - Fotolia.com)

Der Sicherheitsanbieter SafeNet hat den Breach Level Index aktualisiert, eine vierteljährliche Statistik zu öffentlich bekanntgegebenen Datenverlusten. Demnach wurden in den ersten sechs Monaten dieses Jahres weltweit 375 Millionen Datensätze gestohlen. Die meisten gestohlenen Datensätze waren im Einzelhandel zu verzeichnen.

Von April bis Juni 2014 gab es weltweit 237 öffentlich gemeldete Cyber-Angriffe, heißt es im aktuellen Breach Level Index Report von SafeNet. Laut dem Quartalsbericht erbeuteten die Cyber-Kriminellen dabei mehr als 175 Millionen Kundendatensätze, darunter persönliche Informationen und Bankdaten.

Die meisten gestohlenen Datensätze hatte eBay zu verzeichnen: 83 Prozent aller gestohlenen Informationen stammten aus diesem Unternehmen, das entspricht über 145 Millionen Datensätzen. Auf Platz zwei der am stärksten betroffenen Organisationen landete die Stadt Verden, 18 Millionen Datensätze gingen hier verloren.

Derweil sank im Gegenzug die Zahl der Angriffe auf die Finanzbranche: Stammten im ersten Quartal 2014 noch 56 Prozent aller gestohlenen Daten aus dem Bankensektor, so waren es im zweiten Quartal weniger als ein Prozent. Über die Hälfte aller Datenverluste ließen sich im Übrigen auf externe Angreifer zurückführen.

Bei 88 Prozent der gestohlenen Datensätze handelte es sich laut SafeNet um Zugangsdaten und zugehörige Passwörter. Und auch bei den Ursachen für Datenverluste war Identitätsdiebstahl vorne mit dabei, 58 Prozent der Fälle ließen sich auf entwendete Zugangsdaten zurückführen.

In jedem der vergangenen vier Quartale gab es den SafeNet-Statistiken zufolge einen besonders gravierenden Datendiebstahl, bei dem die Angreifer mehr als 100 Millionen Datensätze erbeuten konnten. Im Schnitt erbeuteten Kriminelle täglich 1,96 Millionen Datensätze, also gut 81.000 Datensätze pro Stunde und 1.355 pro Sekunde.

„Trotz zahlreicher Sicherheitswarnungen in den Medien geht die Zahl der Hacker-Angriffe nicht zurück“, sagt Thorsten Krüger, Regional Sales Director bei SafeNet. Wirklich erstaunlich sei dementsprechend nur, dass nur ein Prozent der gestohlenen Daten wirkungsvoll verschlüsselt und damit unbrauchbar gewesen sei. Weitere Zahlen aus dem SafeNet Breach Level Index auf der extra eingerichteten Webseite.

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