Biometrische Sicherheitstechnik

3D-Fingerabdruckscanner soll für mehr Smartphone-Sicherheit sorgens

| Autor / Redakteur: Sebastian Gerstl / Sebastian Gerstl

Mit Ultraschall erstellt der neue Fingerabruckscanner ein dreidimensionales Abbild nicht nur von der Fingeroberfläche, sondern auch vom darunterliegenden Gewebe. Das soll die Fälschung eines Fingerabdrucks erschweren.
Mit Ultraschall erstellt der neue Fingerabruckscanner ein dreidimensionales Abbild nicht nur von der Fingeroberfläche, sondern auch vom darunterliegenden Gewebe. Das soll die Fälschung eines Fingerabdrucks erschweren. (Bild: Dave Horsley/University of California)

Ein ultraschallbasierter Sensor zur Abnahme von Fingerabdrücken scannt nicht nur die Fingeroberfläche, sondern erstellt zusätzlich ein Abbild des darunterliegenden Gewebes. Dies ermöglicht eine verbesserte biometrische Sicherheit, vor allem für Mobilgeräte wie Smartphones.

Wenn es um Gerätesicherheit geht, bewegt sich der technologische Trend weg von Passwörtern hin zu biometrischen Sicherheitsmerkmalen. Apple führte beispielsweise mit dem iPhone 5S die TouchID-Sicherheitsfunktion ein: Besitzer des Smartphones können dieses statt mit einer PIN auch durch den eigenen Fingerabdruck sperren und entsperren. Diese Maßnahme ist allerdings nur eingeschränkt sinnvoll: Wie Hacker des Chaos Computer Clubs nur wenige Tage nach Markteinführung des iPhone 5S demonstrierten,reicht ein von einer Glasoberfläche abfotografierter Fingerabdruck aus, um mit einem daraus erzeugten 2D-Abbild den Sicherheitssensor zu täuschen.

Forscher der University of California in Davis und Berkeley haben diese Sicherheitstechnik daher um eine Dimension angehoben: Wie das American Institute of Physics meldet, ist es der Gruppe gelungen, mit Hilfe von Ultraschall schnell und zuverlässig dreidimensionale Scans der Fingeroberfläche zu nehmen. Die Technologie dazu passt auf einen kleinen Chip, der sich leicht in tragbare Geräte wie etwa Smartphones integrieren ließe.

Der Ultraschallsensor, der auf ähnliche Weise wie medizinische Ultraschallgeräte Bilder aufzeichnet, nutzt eine Reihe von Mikrosystemen (microelectromechanical systems, MEMS), wie sie Smartphones etwa auch für Mikrophone oder Richtungsangaben verwenden. In einer ähnlichen Methode, in der auch MEMS-Accelerometer gefertigt werden, konnte das Team einen entsprechenden Ultraschallsensor herstellen. Eine 1,8V-Stromquelle reicht für den Betrieb aus.

"Unser Ultraschall-Fingerabdrucksensor hat die Eigenschaft, die Fingeroberfläche und das darunterliegenden Gewebes dreidimensional und volumetrisch zu vermessen," sagt David A. Horsley, Professor für Maschinenbau und Luftfahrttechnik der University of California in Davis und Leiter des Forschungsprojekts. Er sieht die neuartige Technologie als besonders bedeutend für den Einsatz von Biometrie in der IT-Sicherheitstechnik an: "Fingerabdrucksensoren werden hierdurch robuster und sicherer".

Zudem sieht er auch Einsatzmöglichkeiten der Technologie jenseits von Sicherheitsmerkmalen. Dazu zählen etwa kostengünstige Ultraschallgeräte zum Einsatz in der medizinischen Diagnostik.

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