Studie zu Sicherheitsvorfällen bei Versorgungsunternehmen

Angriffe auf kritische Infrastrukturen

| Redakteur: Stephan Augsten

Etliche Energieversorger und andere Betreiber kritischer Infrastrukturen haben Sicherheitsvorfälle zu beklagen.
Etliche Energieversorger und andere Betreiber kritischer Infrastrukturen haben Sicherheitsvorfälle zu beklagen. (Bild: Archiv)

Sicherheitslücken in kritischen Infrastrukturen und sind offenbar keine Seltenheit, wie das Ponemon-Institut bei einer von Unisys beauftragten Studie herausgefunden hat. Über zwei Drittel der befragten Unternehmen, darunter Energie- und Wasserversorger, hatten in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einen Sicherheitsvorfall zu beklagen.

Knapp 600 Führungskräfte von Versorgungsfirmen und Unternehmen der verarbeitenden Industrie wurden im Auftrag von Unisys durch das Ponemon-Institut befragt. Fast 70 Prozent räumten mindestens einen sicherheitsrelevanten Vorfall ein, der zu einem Verlust an vertraulichen Informationen oder zu einer Betriebsstörung führte.

64 Prozent der Studienteilnehmer erwarten im kommenden Jahr ebenfalls einen oder sogar mehrere ernste, sicherheitsrelevante Ereignisse. Die Unternehmen operieren allerdings offenbar unter dem Motto „Mut zum Risiko“: Für nur 28 Prozent der Befragten gehört Thema Sicherheit zu den fünf wichtigsten strategischen Ziele ihres Unternehmens.

Die Mehrzahl der Sicherheitsverletzungen des vergangenen Jahres war den Befragten zufolge auf interne Missgeschicke oder Fehler zurückzuführen. So bezeichneten 48 Prozent der deutschen Unternehmen den fahrlässigen Umgang ihrer Mitarbeiter mit sicherheitsrelevanten Systemen als Bedrohung für die Unternehmenssicherheit.

Ein kleiner Schwerpunkt der Studie lag auch auf der Sicherheit von industriellen Kontrollsystemen (ICS) und SCADA-Systemen (Supervisory Control and Data Acquisition). So halten es 78 Prozent der weltweit befragten und 72 Prozent der deutschen Sicherheitschefs für möglich, dass ihre ICS- und SCADA-Komponenten in den kommenden 24 Monaten erfolgreich angegriffen werden könnten.

Nur 15 Prozent der befragten Deutschen (weltweit 21 Prozent) glauben, dass Vorschriften und branchenweite Sicherheitsstandards für ein niedrigeres Bedrohungspotenzial gesorgt haben. Unisys schließt daraus, dass strengere Kontrollen und Standards nötig sind. Weitere Ergebnisse der Studie können Interessierte nach Registrierung auf der Unisys-Webseite abrufen.

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