Der Körper als Faktor zur Authentifizierung

Biometrie in Gegenwart und Zukunft

| Autor / Redakteur: Hendrik Härter / Peter Schmitz

Sensoren, die beispielsweise mobile Geräte entsperren, haben sich mit den Fingerabdruck bereits etabliert. Doch gibt es noch weitere Möglichkeiten der biometrischen Authentifizierung.
Sensoren, die beispielsweise mobile Geräte entsperren, haben sich mit den Fingerabdruck bereits etabliert. Doch gibt es noch weitere Möglichkeiten der biometrischen Authentifizierung. (Bild: pixabay / CC0)

Methoden zur biometrischen Authentifizierun gibt es bereits mit dem Fingerdrucksensoren an mobilen Endgeräten. Doch daneben lässt sich über den Iris-Scan oder den individuellen Gehstil Zugriff erlangen. Ein Überblick.

Wie identifizieren Sie sich an Ihrem Smartphone – wahrscheinlich über einen sogenannten Fingerprint-Sensor. Ob es sich hierbei um eine sichere oder eher unsichere Authentifizierung handelt, sei dahingestellt. Der Trend, Smartphones und Tablet in das Netzwerk eines Unternehmens einzugliedern, ist für die IT-Abteilungen immer problematisch. Dabei hat sich das Passwort als einzig sichere Möglichkeit, sich anzumelden, recht schnell erledigt.

Die Multi-Faktor-Authentifizierung gilt als deutlich probateres Mittel, da es einen mehrschichtigen Verifizierungsprozess voraussetzt. Der Zugriff auf ein System erfolgt anhand zweier oder mehrerer unabhängiger Berechtigungsnachweise. Bekannt ist diese Methode von Bankomaten. Erst die Kombination der EC-Karte mit dem PIN erlaubt den Zugriff auf das Geldkonto. Im Gegensatz zu rein passwortgeschützten Anwendungen erlaubt der Diebstahl der Kennzahl noch keinen Zugriff auf das Kennwort, da eine weitere Sicherheitsbarriere existiert. Dank des technischen Fortschritts bietet auch die Multi-Faktor-Authentifizierung neue Möglichkeiten, um die Sicherheit zusätzlich zu erhöhen.

Der menschliche Körper zur Authentifizierung

Durch immer feinere Sensoren halten biometrische Merkmale zunehmend als Authentifizierungsfaktor im Alltag Einzug. Im Gegensatz zur EC-Karte oder dem PIN-Code können biometrische Faktoren nicht einfach verloren gehen oder gestohlen werden und stellen Hacker somit vor noch größere Probleme.

Welche Möglichkeiten es bei der biometrischen Authentifizierung gibt, hat der Identity-Security-Pionier Ping Identiy ermittelt:

  • Fingerabdruck: Spätestens seitdem Apple das iPhone 5s mit einem Sensor zum Lesen des Fingerabdrucks ausgestattet hat, ist diese Authentifizierungsmethode salonfähig. Das simple Auflegen des Fingers ermöglicht eine bequeme und schnelle Authentifizierung. Besonders bei neueren Smartphones ist dies die gängige Methode, um die Bildschirmsperre aufzuheben. Diese Technik birgt allerdings Risiken, denn mehrmals konnte diese Technologie bereits überlistet werden.
  • Iris-/Netzhaut-Scan: In Agentenfilmen schon seit Jahren ein probates Verifizierungsmittel, hat der Scan der Netzhaut inzwischen Einzug in das tägliche Leben gehalten. Beispielsweise nutzt Samsung dieses Verfahren in seinem Galaxy S8. Dieses Verfahren gilt als besonders sicher, da die Beschaffenheit und Oberfläche der Netzhaut ähnlich wie der Fingerabdruck individuell ist und sich im Laufe eines Lebens nicht ändert. In zahlreichen Studien und Tests ist bisher auch noch kein fehlerhaftes Erkennen festgestellt worden. Allerdings ließ sich auch der Iris-Scanner des Galaxy S8 bereits austricksen.
  • Stimmerkennung: Die Authentifizierung der Stimme erfolgt über die Messung der Tonvibrationen und dem Vergleich mit bereits bestehenden Mustern. Die zu identifizierende Person muss hierzu bestimmte Worte oder Sätze hinterlegen, um sich per Vergleich authentifizieren zu können. Der Schwachpunkt ist die Anfälligkeit gegenüber Interferenzen und Hintergrundgeräuschen.
  • Handvene: Fujitsu hat eine Alternative zum Fingerabdruckscan entwickelt. Mit PalmSecure registriert sich der Nutzer anhand seiner Hand, genauer gesagt anhand seiner Handvenen. Dabei analysiert der Scanner mithilfe eines Infrarotstrahls die Venenstruktur der Hand und vergleicht sie mit dem hinterlegten Muster. Laut Fujitsu ist diese Methode 100 Mal sicherer als der Abgleich mit einem Fingerabdruck.
  • Gehverhalten: Der individuelle Gehstil soll Authentifizierung in Zukunft sicherer gestalten. Data61 von der australischen Forschungseinrichtung CSIRO = Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation hat in einer kleinen Gruppe die Genauigkeit des Gehverhaltens von Nutzern analysiert. Dabei nutzten sie die in Smartphones verbauten Beschleunigungssensoren. Bei ersten Tests konnten die Forscher bereits in 95 Prozent der Fälle die Person korrekt zuordnen. Allerdings nahmen in dieser Testreihe lediglich 20 Personen teil.

Künftig noch sicherere Verfahren

Im Rahmen der Multi-Faktor-Authentifizierung ist die biometrische Authentifizierung ein nicht zu unterschätzendes Element. Bereits heute versprechen verschiedene Verfahren hohe Sicherheit. Das Ende der Entwicklung ist dabei noch nicht erreicht. Mit den fortschreitenden technischen Möglichkeiten werden auch in Zukunft neue und noch sicherere Möglichkeiten erforscht werden, um die Einzigartigkeit des menschlichen Körpers zur Absicherung der digitalen Identität zu verwenden. Mindestens so wichtig wie der Sicherheitsaspekt ist und bleibt dabei der Benutzerkomfort.

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Dieser Beitrag erschien zuerst auf unserem Partnerportal Elektronikpraxis.

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