Authentifizierung

Biometrische Technologie im öffentlichen Sektor

| Autor / Redakteur: Johannes Buchberger* / Susanne Ehneß

Per Fingerabdruck Zugriff auf digitale Verwaltungsdienste
Per Fingerabdruck Zugriff auf digitale Verwaltungsdienste (Bild: valerybrozhinsky/ Fotolia.com)

Neben Benutzername und Passwort gewährt uns immer häufiger unser Fingerabdruck Zugriff auf digitale Verwaltungsdienste – eine­ technische Neuerung, die Behörden vor eine große Aufgabe stellt.

Vom rein staatlichen Organ zum Dienstleister: Der öffentliche Sektor hat in den vergangenen Jahren eine Verwandlung durchlebt, die ohne eine grundlegende, digitale Transformation nicht stattgefunden hätte. Online-Verwaltung statt Behördengänge – zu jeder Zeit, an jedem Ort und so einfach wie noch nie. Spätestens seit dem eGovernment-Gesetz, das Behörden seit 2013 zur Schaffung elektronischer Kommunikationskanäle verpflichtet, profitieren Bürger von digitalen Dienstleistungen.

Doch das ist nicht alles, denn heute ist die Technologie bereits einen Schritt weiter: Neben Benutzer­name und Passwort gewährt uns immer häufiger unser Fingerabdruck Zugriff auf digitale Verwaltungsdienste – biometrische Technologie hebt das digitale Nutzer­erlebnis auf ein neues Level. Dies stellt Behörden vor eine große Aufgabe: Es gilt, ein einheitliches und sicheres Backend-System zu schaffen, das nach außen hin über eine offene Plattform agiert.

Ein Ende der Datensilos

Big Data ist eine Begleiterscheinung der digitalen Transformation und gerade für Behörden eine Herausforderung: Die Daten sind oft verstreut über verschiedene Ämter und Abteilungen, liegen in unterschiedlichen Formaten vor oder sind eingebettet in heterogene IT-Systeme. Entsprechend groß ist das Bedürfnis nach einem einheitlichen und standardisierten System, in dem Bürgerdaten gesammelt gespeichert werden.

Doch noch immer sind Datensilos in der Verwaltung die Regel: Die strenge datenschutzrechtliche Zweckbestimmung hindert Ämter daran, Daten aus unterschiedlichen Quellen wie Einwohnermeldeamt, Polizei und Sozialämter miteinander zu verbinden. Dabei zeigen Beispiele aus anderen Ländern, dass die Vernetzung von Daten neue Chancen hervorbringt – sie ermöglicht fundierte Entscheidungen in der Politik und verbessert die Strafverfolgung.

Die Abschaffung von Datensilos gewinnt auch in Deutschland umso mehr an Relevanz, als Behörden biometrische Daten heute in immer größerem Umfang speichern – und biometrische Technologien nur dann funktionieren, wenn sie auf ein standardisiertes System zugreifen können, das die biometrischen Referenzdaten gesammelt und maschinenlesbar zur Verfügung stellt.

Erst dann ist ein Abgleich zwischen den eingegebenen und hinterlegten Daten möglich, und erst dann weiß etwa ein Grenzbeamter, ob der Reisende auch wirklich der rechtmäßige Besitzer des vorgelegten Personalausweises ist – oder das Smartphone, ob es den Zugang zur Benutzeroberfläche freigeben darf.

Biometrische Technologien wie Gesichtserkennung oder Fingerabdruckscanner optimieren in vielen Lebensbereichen althergebrachte Methoden der Authentifizierung. Doch sie greifen nur dann, wenn ihnen ein einheitliches und vor allem sicheres Backend-System zugrunde liegt, das über eine offene Plattform erreicht werden kann.

Offene Plattform schaffen

Eine offene und flexible Plattform, über die Technologien auf biometrische Daten im Backend-System zugreifen können, ist in der IT von Behörden heute deshalb entscheidend, weil bereits unterschiedliche biometrische Technologien nebeneinander bestehen. Ob bei der Grenzkontrolle oder im Bürger­büro – überall sind verschiedene Software-Lösungen im Einsatz, die sich mit dem Backend-System verbinden lassen müssen. Eine offene Plattform bildet die Grundlage dafür: Sie gewährt Anwendungen ­Zugriff auf das System und ermöglicht so den Einsatz von Software verschiedenster Art.

Eine Erleichterung, denn Behörden können so moderne biometrische Technologien in Authentifizierungsprozesse integrieren, die ohnehin schon weitläufig von Bürgern genutzt werden – und diese laufen meis­tens über das Smartphone.

Im Bankensektor lässt sich dieser Trend bereits erkennen: Heute gibt es kaum einen Finanzdienstleister mehr, der seinen Kunden kein ­Mobile Banking anbietet. Wer Überweisungen unterwegs auf dem Smartphone tätigen möchte, muss sich zunächst sicher authentifizieren – und das immer häufiger mit dem eigenen Fingerabdruck. Um für Kunden keine eigens entwickelte biometrische Software zur Verfügung stellen zu müssen, integrieren viele Banken bereits erprobte und von den meisten Smartphone-Besitzern verwendete Technologien – und implementieren eine entsprechend offene und flexible Plattform, damit die jeweilige Technologie darauf zugreifen kann.

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