Automatische Synchronisation vereinfacht Malware-Infektionen

Datenverkehr von Cloud-Diensten besser überwachen

| Redakteur: Stephan Augsten

Die Auto-Synchronisation von Cloud-Diensten kann Malware-Infektionen begünstigen, warnt Kaspersky Lab.
Die Auto-Synchronisation von Cloud-Diensten kann Malware-Infektionen begünstigen, warnt Kaspersky Lab. (Bild: lassedesignen - Fotolia.com)

Nicht nur der Abfluss von Daten über Cloud-Dienste kann für Unternehmen ein Problem darstellen. Auch die automatische Synchronisation von Speicherlösungen in der Cloud ist risikobehaftet, meldet Kaspersky. Die Hälfte der Malware, die in lokalen Cloud-Ordnern gefunden wurde, habe es demnach per „Auto Sync“ auf die Rechner geschafft.

Ob Dropbox, Google Drive, iCloud oder Microsoft Office 365: Cloud-basierte Archivierungs- und Speicherdienste werden immer häufiger auch im beruflichen Umfeld genutzt. Nach Möglichkeit sollten Firmen jedoch die Datenübertragung von und hin zu Cloud-Speichern überwachen, damit infizierte Dateien nicht von einem PC auf andere Rechner übertragen werden.

In einer aktuellen Analyse stellte Kaspersky Lab fest, dass fast ein Drittel der Malware, die in Cloud-Ordnern auf Rechnern von Heimanwendern gefunden wurde, sich über automatische Synchronisationsmechanismen verbreitet hat. Bei Rechnern in Unternehmensnetzwerken sind es sogar 50 Prozent. Während bei Heimanwendern typischerweise Office-Dateien von Microsoft infiziert sind, treten infizierte Dateien auf Firmenrechnern oft in Kombination mit schadhaften Android-Apps in Erscheinung.

Kaspersky Lab hat bei seiner Analyse infizierte Dateien untersucht, die von File-Sharing-Diensten in der Cloud gehalten werden, und dabei besonderes Augenmerk auf die Synchronisationsfunktion gelegt. Die Analyse basiert auf anonymen Daten aus dem Cloud-basierten Kaspersky Security Network (KSN).

Das Risiko einer Infektion des Unternehmensnetzwerks durch in der Cloud gespeicherte Dateien sei letztlich relativ gering, meint Holger Suhl, General Manager DACH bei Kaspersky Lab. „Innerhalb des Untersuchungszeitraums von einem Jahr hatte nur einer von tausend Mitarbeitern seinen Unternehmensrechner dem Risiko einer Infektion ausgesetzt.“

Ganz grundlos sorgen sich 22 Prozent der deutschen Firmen aber nicht um die Risiken von Cloud-Diensten: „Manchmal reicht ein einziger infizierter Rechner aus, damit sich ein Schädling im gesamten Unternehmensnetzwerk ausbreitet. Der Schaden kann gerade bei einer zielgerichteten Attacke enorm sein“, so Suhl. Außerdem sei es sehr aufwendig, die Firewall im Unternehmen so zu konfigurieren, dass der Zugriff auf File-Hosting-Dienste in der Cloud verhindert wird.

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