IoT-Risiken

Datenweitergabe im Internet der Dinge

| Autor / Redakteur: Martin Kuppinger* / Stephan Augsten

Auch im Internet der Dinge sollte der Anwender selbst bestimmen können, welche Daten er von sich weitergibt.
Auch im Internet der Dinge sollte der Anwender selbst bestimmen können, welche Daten er von sich weitergibt. (Bild: Archiv)

Das Internet of Things birgt vielfältige Chancen. Technik- und IT-Anbieter, die sich frühzeitig im Internet der Dinge etablieren möchten, müssen aber Obacht geben: eine unausgereifte Geschäftsidee, eine unbedachte Äußerung – und der Shitstorm ist programmiert. Das musste jüngst Samsung erfahren.

Die Suche nach neuen Geschäftsideen ist immer eine Gratwanderung. Sie kann einerseits von Erfolg gekrönt sein, birgt aber gleichzeitig auch das Risiko, eine Marke massiv zu beschädigen. Letzteres trifft auf den Elektronikkonzern Samsung zu, der in den Nutzungsbedingungen seiner Smart-TVs vor dem Spionage-Potenzial der eigenen Sprachsteuerung warnte.

Samsung hat inzwischen ein bisschen Entwarnung gegeben: die Übermittlung von Daten erfolge nur, wenn man eine Suchanfrage per Sprachbefehl explizit per Knopfdruck anstößt. Aber der Schaden ist erst einmal angerichtet, auch wenn Samsung die Möglichkeiten der Technik eigentlich transparenter kommuniziert als die Konkurrenz.

Ein weiterer Fall zeigt ebenfalls die Chancen und Risiken auf, die das Internet der Dinge eröffnet: Im Rahmen des „Safer Internet Day“ diskutierten Bundesjustizminister Heiko Maas und Vertreter der Automobilindustrie über die Datensouveränität im vernetzten Fahrzeug. Während Maas fordert, dass der Fahrer die Hoheit über seine Daten behalten müsse, zeigte sich die Automobilindustrie hier zurückhaltend.

Finanzielle Verlockung

Zweifelsohne besteht im Internet of Things (IoT) die Chance, neue Geschäftsmodelle umzusetzen. Das Management von Dingen als laufende Einnahme oder die Einführung kostenpflichtiger Mehrwertdienste sind zwei mögliche Geldquellen.

Im Blickpunkt steht aber vor allem auch die Sammlung und Verwertung von Daten, sei es für das eigene Marketing oder für weitere Dienstleister. Das könnten im Fall des Fahrzeugs beispielsweise dann Reisebuchungsdienste sein, die immer wissen, wo Fahrzeuge stehen.

Das IoT erfordert aber gleichermaßen das Überdenken von Geschäftsmodellen: Warum sollte man sich noch ein Auto kaufen, wenn man jedes bei Bedarf gemietete Fahrzeug über das Internet automatisch so konfigurieren kann, wie man es gewohnt ist – von der Sitzeinstellung über die Konfiguration der Multimedia-Systeme bis hin zu den bevorzugten Fahrzielen?

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