Thales Data Threat Report 2017

Deutsche haben negative Stimmung zur IT-Sicherheit

| Redakteur: Peter Schmitz

69 Prozent der für den Thales Data Threat Report befragten IT-Sicherheitsexperten in deutschen Unternehmen sind beunruhigt, dass neue Technologien eingesetzt werden, bevor Lösungen zu deren Schutz installiert wurden.
69 Prozent der für den Thales Data Threat Report befragten IT-Sicherheitsexperten in deutschen Unternehmen sind beunruhigt, dass neue Technologien eingesetzt werden, bevor Lösungen zu deren Schutz installiert wurden. (Bild: Thales)

95 Prozent aller deutschen Unternehmen glauben, dass sie nicht ausreichend gegen Cyberangriffe geschützt sind. Das ist das Ergebnis des Thales Data Threat Report 2017, für den weltweit über 1100 verantwortliche IT-Security Manager interviewt wurden. Damit hat sich die negative Stimmung der deutschen Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr weiter verschlechtert, 2016 hielten 91 Prozent ihre IT-Systeme für nicht ausreichend geschützt.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse des fünften Thales Data Threat Report ist, dass 95 Prozent der Befragten glauben, dass ihre IT-Systeme und Unternehmensdaten nicht ausreichend gegen Angriffe von Cyberkriminellen und anderen Bedrohungen wie internen Angreifern geschützt sind. Damit belegt Deutschland unter allen Nationen mit Abstand Platz 1. Und: Fast die Hälfte der Befragten, nämlich 45 Prozent, ist der Meinung, dass die Sicherheit der IT sehr oder extrem anfällig ist. Damit hat sich die negative Stimmung im Vergleich zum Vorjahr noch einmal verschlechtert. Damals hielten 91 Prozent ihre IT-Systeme für nicht ausreichend geschützt, 40 Prozent bewerteten die Anfälligkeit für Sicherheitsverletzungen als sehr oder extrem hoch.

Positiv ist dagegen, dass "nur" 25 Prozent der befragten deutschen Unternehmen im letzten Jahr von Datensicherheitsvorfällen betroffen waren. Bei der vorherigen Befragung lag die Zahl noch bei 37 Prozent. Insgesamt sind aber bereits 50 Prozent aller Unternehmen in den letzten Jahren Opfer von Angriffen geworden. 9 Prozent aller Unternehmen wurden bereits mehr als einmal Opfer von Cyberattacken. Das zeigt, dass fast jedes zehnte Unternehmen nicht in der Lage ist, seine Unternehmensdaten wiederholt sicher gegen Angreifer zu schützen. Weitere gute Nachrichten: Immerhin 30 Prozent aller deutschen Unternehmen haben ihre IT-Sicherheit im Griff. Sie sind noch nie Opfer einer Datensicherheitsverletzung geworden und haben bisher alle Daten-Compliance-Audits bestanden. Mit diesen Werten liegt Deutschland etwa im globalen Durchschnitt (dieser beträgt 33 Prozent), aber deutlich hinter den weltweiten Spitzenreitern Japan (52 Prozent) und Großbritannien (50 Prozent).

Vermehrter Einsatz von Verschlüsselung

In Deutschland besteht ein starkes Verständnis für die Vorteile von Verschlüsselung. 80 Prozent aller Unternehmen erwarten, dass sie von Datenschutzbestimmungen wie der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO; im Englischen: GDPR - General Data Protection Regulation) betroffen sind. Hier müssen Unternehmen aber noch einiges tun. Vor allem, weil sie für zahlreiche Unternehmen bedeutende Risiken birgt. Datenschutzverletzungen können ab dem nächsten Jahr zu einer Geldstrafe von bis zu 4 Prozent des weltweiten Brutto-Umsatzes führen. Als Resultat haben sich 68 Prozent für Verschlüsselung entschieden, um den Anforderungen der DSGVO gerecht zu werden.

Kai Zobel, Regional Sales Director DACH, Thales e-Security sagt: „Es ist sehr gut zu sehen, dass viele deutsche Unternehmen die Vorteile von Verschlüsselung für wertvolle Daten erkennen und die digitale Transformation vorantreiben. Aber es ist noch viel zu tun, um für die verbleibenden 32 Prozent der deutschen Unternehmen einen Anreiz zu schaffen, ihre Sicherheitsstrategie weiter auszubauen. In der aktuellen komplexen Bedrohungsumgebung müssen robuste IT-Strategien implementiert werden, um Daten in allen Formen, egal wo sie erstellt, geteilt oder gespeichert werden, zu schützen.“

Nutzung von fortschrittlichen Technologien

Die Anforderung, fortschrittliche Technologien wie Cloud, IoT oder Big Data einsetzen zu müssen, erhöht den Druck auf IT-Verantwortliche. 96 Prozent aller Befragten werden in diesem Jahr sensible Unternehmensdaten in einer Technologieumgebung wie Cloud, IoT & Co. einsetzen. 66 Prozent der IT-Security-Mitarbeiter glauben aber, dass die Daten dort nicht ausreichend geschützt sind.

Bisher wird bei den Ausgaben für IT-Sicherheit jedoch primär in das investiert, was in der Vergangenheit funktioniert hat. 79 Prozent der Befragten entschieden sich bei IT-Security-Investitionen für Netzwerksicherheit und 72 Prozent für Endpoint- und Mobile-Security. Es wird auch weiterhin vermehrt in diese Security-Lösungen investiert, obwohl Unternehmen verstärkt fortschrittliche Technologien wie Cloud und IoT einsetzen, die sich außerhalb des traditionellen Netzwerks befinden. Eine Antwort auf die neuen Anforderungen wären Sicherheitslösungen wie Verschlüsselung und Zugriffskontrollen. Bei den IT-Security-Investitionen belegen diese Sicherheitslösungen aber nur den vorletzten Platz.

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