IBM X-Force-Report fürs vierte Quartal 2014

Deutschland bei Malware-Hosting auf Platz drei

| Redakteur: Stephan Augsten

Malware wird offenbar geographisch breiter gestreut, als noch vor einem Jahr.
Malware wird offenbar geographisch breiter gestreut, als noch vor einem Jahr. (Bild: Archiv)

Sicherheitsforscher von IBM haben im X-Force-Report für das vierte Quartal festgestellt, dass Cyber-Kriminelle ihre Angriffssysteme geographisch immer weiter verteilen. Auf der Rangliste der Länder, in denen Malware gehostet wurde, stand Deutschland auf Platz drei. Nur in den USA und China haben noch mehr Schadcodes ihren Ursprung.

Im vierten Quartal 2014 standen die Vereinigten Staaten beim Malware-Hosting unangefochten an der Spitze, ihr Anteil lag innerhalb der Top 20 bei 43 Prozent. 8,3 Prozent der Malware entfiel auf Websites in Deutschland, das somit den Platz mit China (11 Prozent) tauschen konnte. Die Zahl der infizierten Links hat sich im Reich der Mitte laut dem IBM X-Force-Report 2014 verdoppelt.

Auch bei der Verteilung der Command-and-Control-Server (C&C-Server), die zur Steuerung von Botnetzen dienen, liegen die USA an erster Stelle. Sie vereinen rund ein Viertel aller kontaminierten Systeme auf sich, gefolgt von Russland (9 Prozent). Dahinter stehen Südkorea, China und Deutschland, deren Anteil sich zwischen 7,2 und 6 Prozent bewegt.

Gegenüber dem Vorjahr hat die Anzahl der C&C-Server in allen vom X-Force-Team untersuchten Ländern abgenommen. Laut IBM steckt allerdings ein Strategiewechsel dahinter: Die Cyber-Kriminellen verteilten demnach ihre Aktivitäten auf immer mehr Länder, um ihre Spuren zu verwischen.

Dem „IBM Cyber Security Intelligence Index“ zufolge nehmen Bedrohungen für Unternehmen weiterhin zu: Im Jahr 2013 erfassten IBM Forscher rund 91 Millionen Sicherheitsvorfälle („security events“), eine Zunahme von zwölf Prozent gegenüber dem Jahr 2012. Die Zahlen für dieses Jahr stehen noch nicht fest.

Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und Industrie 4.0 dürften angesichts der zunehmenden Anzahl vernetzter Geräte nicht für eine Entspannung sorgen. IBM beruft sich auf Zahlen der Marktanalysten von IDC, wonach bis zum Jahr 2020 mehr als 30 Milliarden Geräte ans IoT angeschlossen sein dürften.

Das X-Force-Team fordert deshalb neue Herangehensweisen, um Konsumenten und Unternehmen zu schützen. Dazu zählen etwa sicherere Authentifizierung-Methoden und Zugriffskontrollen sowie bessere Anwendungssicherheit und der Schutz personenbezogener Daten. Interessierte finden den kompletten X-Force-Report auf der Webseite von IBM.

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