Best of Hacks im Mai 2016

Finanzbranche vermehrten Angriffen ausgesetzt

| Redakteur: Stephan Augsten

Kreditinstitute und das SWIFT-Bezahlsystem im Speziellen wurden im Mai 2016 vermehrt angegriffen.
Kreditinstitute und das SWIFT-Bezahlsystem im Speziellen wurden im Mai 2016 vermehrt angegriffen. (Bild: cocoparisienne - Pixabay.com / CC0)

Hacker-Attacken auf Banken und das SWIFT-System haben im Mai 2016 die Finanzbranche hart getroffen. In den Hacking-Highlights der QGroup finden sich außerdem Spionage-Angriffe auf Mitglieder der CDU und Datenbanken des US-Militärs.

Über einen Monat lang haben Mitglieder von „Pawn Storm“ laut Trend Micro versucht, in die IT-Infrastruktur der CDU einzudringen. Gestützt wurde die Kampagne, die vorrangig auf zwei wichtige CDU-Mitglieder abzielte, von Phishing-Attacken. Dafür wurde unter anderem ein fingierter CDU-Webmail-Server in Lettland eingerichtet. Über Erfolg oder Misserfolg des Angriffs ist bis dato nichts bekannt.

Ein anderes, bislang unbekanntes Hacker-Kollektiv hat derweil Ergebnisse vorzuweisen – auch wenn deren Authentizität bislang nicht bestätigt wurde: Britische IS-Sympathisanten haben persönliche Informationen zu 70 US-Militärs veröffentlicht, die mutmaßlich in Drohnenangriffe in Syrien involviert waren.

Weitaus mehr Hacker-Angriffe im Mai 2016 hatten allerdings zivile Datenbank-Systeme und Banken im Visier. So wurden laut der QGroup mehrere Datenbanken angegriffen und große Mengen an Informationen im Dark Web zum Verkauf angeboten.

Dabei handelt es sich zum einen um Informationen zu 57 Millionen Personen, die wohl von russischen Hackern erbeutet wurden. Zum anderen standen Informationen über gut 272 Millionen Mail-Accounts zur Disposition. Der Ursprung der Liste ist unklar, betroffen sind Nutzer von Google, Microsoft, mail.ru und vielen mehr.

Für trübe Stimmung in der Finanzwelt dürften im Wonnemonat die Angriffe auf das Zahlungsverkehrssystem SWIFT gesorgt haben. Unbekannte Hacker versuchten, eine Summe von 1,2 Millionen Euro von der vietnamesischen Tien Phong Bank zu einer slowenischen Bank zu transferieren.

SWIFT bemerkte die Transaktion rechtzeitig und räumte ein, dass ein SWIFT-Vermittler ein Malware-verseuchtes System benutzt haben könnte. Während in diesem Fall kein finanzieller Schaden entstand, erging es der Bank of Ecuador deutlich schlechter. Hier erbeuteten Cyber-Kriminelle insgesamt 9 Millionen US-Dollar.

Der türkischen Hacker-Gruppe Bozkurtlar ist es gelungen, Daten von sechs Banken zu stehlen. Drei davon sind ansässig in Bangladesch, zwei in Nepal und eine in Sri Lanka. Aktivisten des losen Hacker-Kollektivs Anonymous haben im Rahmen der Kampagne #OpIkarus ebenfalls Banken attackiert, allerdings mit anderer Motivation. Mehr dazu in der Bildergalerie „Best of Hacks“.

Ergänzendes zum Thema
 
Erfolgreiche Hackerangriffe der vergangenen Jahre im Überblick

Manche Cyber-Attacken wurden hingegen nicht mit einer eigenen Anzeige von der QGroup bedacht. Hier ein Auszug:

  • Der Iran führte offenbar eine Spionage-Kampagne gegen Israel durch.
  • Ein Hacker veröffentlichte die Kontaktinformationen von etlichen MySpace-Nutzern. Die Datenbasis stammt wohl aus einem Angriff aus dem Jahr 2013.
  • Angreifer, die sich selbst als Anonymous-Hacktivisten bezeichneten, stellten persönliche Informationen von Angestellten aus insgesamt 33 türkischen Krankenhäusern online.
  • Nach einer Hacking-Attacke auf das Rüstungsunternehmen RUAG tauchten die Namen der Mitglieder einer Schweizer Eliteeinheit im Internet auf. Vermutlich stammten die Angreifer aus Russland.
  • Unbekannte kaperten 2.500 Twitter-Accounts und veröffentlichten Tweets, die auf pornografisches Material verlinkten.
  • Der Hacker Phineas Pisher AKA Hack Back übernahm mehrere Bitcoin-Konten und spendete die erbeuteten Bitcoins an eine antikapitalistische kurdische Gruppe. Der Schaden belief sich auf insgesamt 10.000 US-Dollar.

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