Cyber-Sicherheit

Führungskräfte unterlaufen Sicherheitsregeln

| Redakteur: Peter Schmitz

EIne Umfrage unter Führungskräften ergab, dass 27 Prozent ihr Unternehmen einem potenziellen Cybersicherheitsrisiko aussetzen, 14 Prozent davon in vollem Bewusstsein des Felhverhaltens.
EIne Umfrage unter Führungskräften ergab, dass 27 Prozent ihr Unternehmen einem potenziellen Cybersicherheitsrisiko aussetzen, 14 Prozent davon in vollem Bewusstsein des Felhverhaltens. (Bild: Palo Alto Networks)

Eine europaweite Umfrage zur Haltung von Führungskräften und Vorständen zur Cyber-Sicherheit zeigt, dass eine alarmierende Zahl von leitenden Mitarbeitern ihre Unternehmen bewusst Cyber-Risiken aussetzt. Der Studie zufolge ist dies größtenteils auf Unzufriedenheit mit Richtlinien am Arbeitsplatz und mangelndes Verständnis für Cyber-Bedrohungen zurückzuführen.

Die von Palo Alto Networks in Auftrag gegebene Studie zeigt, wie das Verhalten von Entscheidungsträgern die Wirkung der 33,41 Milliarden Euro unterminieren, die europäische Unternehmen Prognosen zufolge bis 2019 für Cyber-Sicherheit ausgegeben haben werden. Die Umfrage ergab, dass 27 Prozent der Befragten zugaben, ihr Unternehmen einem potenziellen Cyber-Sicherheitsrisiko auszusetzen, von denen wiederum 14 Prozent einräumten, dies in vollem Bewusstsein zu tun.

Während ein Viertel der Befragten angab, nicht in Gänze zu verstehen, was ein Online-Cyber-Sicherheitsrisiko definiert, betonten doch fast alle Teilnehmer, dass Cyber-Sicherheit für ihr Unternehmen Priorität haben sollte.

Hauptsächlich umgehen Mitarbeiter die Sicherheitsrichtlinien des Unternehmens, um mit effizienteren Tools oder Services als den im Unternehmen genutzten zu arbeiten, oder mit Werkzeugen, die als die besten auf dem Markt erachtet werden. Dieses Vorgehen reflektiert die Antworten der 17 Prozent der Befragten, die beklagen, die unternehmensinterne Sicherheitspolitik sei frustrierend und verhindere den Zugang zu Werkzeugen und Websites, die eine bessere Arbeitsleistung gewährleisteten. Die Aufklärung der Mitarbeiter ist essentiell, um sicher zu gehen, dass die Ratio hinter den Richtlinien klar ist.

Die Umfrageergebnisse zeigen, dass weder das Beschäftigungsfeld noch das Alter der Mitarbeiter ausschlaggebend sind für fragwürdiges Verhalten oder auf Fehlinformationen beruhende Ansichten. Einer von zehn Befragten hat bereits Vorstandsmitglieder beim Ignorieren der Unternehmensleitlinien ertappt. Ein Viertel der C-Level-Probanden gab zu, das Unternehmen wissentlich einer potenziellen Gefahr auszusetzen.

„Der Einfluss der Mitarbeiterhandlungen ist meist nicht sofort sichtbar, da Attacken oft später stattfinden – was es Organisationen erschwert, die Quelle zu finden. Da zwei Drittel der Befragten sich noch nicht bewusst ist, dass jeder eine Rolle in der Abwehr von Cyber-Attacken zu spielen hat, ist die Notwendigkeit für Unternehmen klar, 2016 Aufklärung zur Cyber-Sicherheit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stellen“, erklärt Greg Day, Vice President und Chief Security Officer, EMEA, bei Palo Alto Networks

Verantwortung und Rechenschaftspflicht

Die Studie belegt, dass fast ein Fünftel (18 Prozent) der Mitarbeiter der Führungsebene sich keine persönliche Rolle in den Bemühungen des Unternehmens um Cyber-Sicherheit zuschreibt. Und im Falle eine erfolgreich ausgeführten Angriffs glaubten nur 21 Prozent der Befragten, der für das Datenleck verantwortliche Mitarbeiter würde zur Rechenschaft gezogen – die Mehrheit (40 Prozent) ging davon aus, dass die IT beschuldigt würde.

Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass Führungsmitarbeiter sich zu sicher fühlen und risikobereiter sind in dem Glauben, ihnen würde es nicht passieren. Mit sich ändernden Bestimmungen wird sich in den kommenden Jahren auch der Blick darauf verändern, was wirklich in Europa geschieht, und die Risikobereitschaft wird sinken“, fasst Greg Day zusammen. „Es zeigt sich außerdem, dass zu viele Cyber-Sicherheit immer noch als etwas rein Geschäftliches betrachten und nicht als etwas, das jeden betrifft.”

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