GDPR schürt Bedenken

Ist die Datenschutz-Grundverordnung zu streng?

| Autor: Stephan Augsten

Viele Unternehmen sind sich noch gar nicht sicher, ob sie der Datenschutz-Grundverordnung überhaupt gerecht werden können.
Viele Unternehmen sind sich noch gar nicht sicher, ob sie der Datenschutz-Grundverordnung überhaupt gerecht werden können. (Bild: Olivier Le Moal - Fotolia.com)

Sind Unternehmen auf die GDPR, also die Datenschutz-Grundverordnung der EU, vernünftig vorbereitet? Werden sie ihre Cloud- und Geschäftsstrategien entsprechend anpassen? Mit solchen Fragen hat sich Ovum in einer von Intralinks beauftragten Studie beschäftigt.

Die kommende europäische Datenschutz-Grundverordnung könnte viele Unternehmen vor Probleme stellen, glaubt Intralinks nach einer aktuellen Studie. Demnach glaubt die Mehrheit der deutschen Unternehmen (58 Prozent), dass sie nicht in der Lage sind, die neuen Anforderungen der EU zu erfüllen. Fast 60 Prozent halten die neuen Regelungen für eine Überreaktion auf den Datenschutz.

Laut der Studie geht mehr als die Hälfte der IT-Entscheider (52 Prozent) davon aus, dass die europäische Datenschutz-Grundverordnung Geldstrafen für ihre Unternehmen nach sich zieht. Dabei zeigten sich Befragte sowohl in als auch Europas pessimistisch. So glauben 53 Prozent der Umfrageteilnehmer aus Großbritannien, 62 Prozent aus Deutschland und 58 Prozent aus den USA, dass sie Strafen zahlen müssen.

US-Unternehmen sehen weitere Nachteile: 63 Prozent glauben, dass amerikanische Unternehmen es schwerer haben werden, auf dem europäischen Markt zu bestehen. 70 Prozent denken sogar, dass die neuen Vorschriften Unternehmen mit Sitz in Europa begünstigen.

Darüber hinaus wird erwartet, dass mit den neuen Datenschutzbestimmungen erhebliche Kosten auf die Unternehmen zukommen. 79 Prozent der deutschen Befragten rechnen mit einem Anstieg der Ausgaben, um die Anforderungen erfüllen zu können - über 30 Prozent gehen sogar von einem Anstieg von mehr als zehn Prozent in den nächsten beiden Jahren aus. 38 Prozent der Unternehmen, die in den nächsten drei Jahren ihre Datenschutz-Strategie anpassen, wollen Experten zu Rate ziehen – 27 Prozent überlegen sogar, einen Chief Privacy Officer einzustellen.

Eine besonders interessante Frage, die sich aus dem Kontext ergab, war die nach den gefühlt fraglichsten geographischen Speicherorten. Demnach sind die USA das am wenigsten vertrauenswürdige Land, wenn es um die Wahrung des Datenschutzes geht. Von 20 Industrieländern sind die USA das Land, von dem die Befragten glauben, dass sie sich am wahrscheinlichsten unautorisierten Zugang zu Daten verschaffen können. China liegt hier auf dem zweiten Rang, Russland auf Platz drei.

Im Auftrag von Intralinks hat Ovum im dritten Quartal 2015 weltweit 366 IT-Entscheider dazu befragt, welche Auswirkungen Datenschutzbestimmungen auf ihr Unternehmen haben. Die Ergebnisse sind in den Report „Cutting the Red Tape“ eingeflossen.

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