Symantec Studie zum Datenaustausch in Unternehmen

KMUs unterschätzen Risiken von Online-Speicherdiensten

| Redakteur: Peter Schmitz

In KMUs nutzen immer mehr Mitarbeiter Cloud-Speicher wie Dropbox oder Google Drive an der IT-Abteilung vorbei. Die Risiken für einen Datenverlust steigen unkalkulierbar.
In KMUs nutzen immer mehr Mitarbeiter Cloud-Speicher wie Dropbox oder Google Drive an der IT-Abteilung vorbei. Die Risiken für einen Datenverlust steigen unkalkulierbar.

Mitarbeiter in kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) nutzen trotz hoher Risiken zum Datenaustausch immer öfter Cloud-Speicherdienste die eigentlich nur für den privaten Gebrauch gedacht sind.

Laut der aktuellen Umfrage "SMB File Sharing Survey 2012" (pdf) von Symantec laden immer mehr Mitarbeiter in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) ihre Daten auf Online-Speicherdiensten hoch. Dabei nutzen sie meist File-Sharing-Dienste, die ausschließlich für den Privatgebrauch gedacht sind – jenseits jeglicher Kontrollen und Schutzmaßnahmen der IT-Abteilung.

Damit wächst die Gefahr, dass Informationen in falsche Hände gelangen, denn mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen bieten Kriminellen dort leichtes Spiel. Firmen sollten gewarnt sein: 71 Prozent der KMU, die von einem Cyber-Angriff betroffen waren, haben sich davon nie wieder erholen können. An der Studie „SMB File Sharing Survey 2012“ von Symantec nahmen weltweit Entscheidungsträger aus insgesamt 1.325 KMU (fünf bis 500 Mitarbeiter) teil.

Mitarbeiter bestimmen die Nutzung von File-Sharing-Diensten

Führungskräfte und Entscheider in KMUs haben längst erkannt, dass Mitarbeiter dank File-Sharing produktiver arbeiten. So gaben 74 Prozent der Studienteilnehmer an, File-Sharing-Dienste zu nutzen, weil dadurch deren Produktivität massiv steigt. Eine Auffassung, die ansteckt: Rund 61 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Angestellte ihre Kollegen zum Teil sehr stark beeinflussen, wenn es darum geht, derartige Lösungen zu adaptieren – ähnlich wie bei der Nutzung von mobilen Geräten (63 Prozent), PC, Laptops oder Tablet-PCs (64 Prozent) und Social-Media-Kanälen (53 Prozent).

Zahlreiche Studienteilnehmer sind sich der Gefahren dieser Dienste bewusst. Sorgen bereiteten den Befragten neben der Nutzung unautorisierter Lösungen (44 Prozent) auch Schadsoftware (44 Prozent), der Verlust vertraulicher Informationen (43 Prozent), unbefugter Zugriff auf sensible Daten (41 Prozent), Ruf- und Imageschäden (37 Prozent) und der Verstoß gegen interne Richtlinien (34 Prozent). Viele meinen, das Risiko steigt mangels klarer Regelung: So gab mehr als ein Fünftel (22 Prozent) an, dass sie keine Leitfäden entwickelt haben, wie Angestellte auf Daten zugreifen und diese mit anderen teilen dürfen.

File-Sharing-Dienste machen KMU verwundbar

Das Verhalten der Mitarbeiter kann die Sicherheitslage verschlechtern. Gefragt, was sie tun, wenn sie eine Datei mit jemandem austauschen wollen, sagte die Hälfte der Umfrageteilnehmer, dass sie ihre IT-Abteilung um Hilfe bitten (51 Prozent). 42 Prozent verlassen sich auf die Empfehlungen von Kunden, Partnern oder Lieferanten, 33 Prozent greifen auf das vorhandene IT-System zurück, aber 27 Prozent setzen kostenfreie File-Sharing-Lösungen ein, die sie zuvor selbst online recherchierten.

Das Volumen intern und extern ausgetauschter Dateien nimmt dabei immer weiter zu. Vor drei Jahren gaben nur sechs Prozent der Befragten an, dass eine Datei durchschnittlich mehr als ein Gigabyte umfasst. Heute beziffert einer von sieben Befragten (14 Prozent) die aktuelle Durchschnittsgröße auf mehr als ein Gigabyte.

Viele Studienteilnehmer meinten, dass die Zahl der Angestellten, die von unterwegs oder von zu Hause aus arbeiten, in den vergangenen drei Jahren zunahm. Tendenz steigend: Die Befragten vermuten, dass in einem Jahr ungefähr 37 Prozent aller KMU ihre Mitarbeiter mobil einsetzen. Vor drei Jahren waren es 22 Prozent, heute sind es 32 Prozent. Die Befragten schätzen, dass circa 32 Prozent der Angestellten von zu Hause aus tätig sein werden. Vor drei Jahren waren es noch 20 Prozent, aktuell sind es 28 Prozent.

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