Digital-Gipfel

Mehr Anstrengungen im Kampf gegen Cyberangriffe gefordert

| Autor / Redakteur: dpa / Margrit Lingner

Der Chef der Fraunhofer-Gesellschaft, Reimund Neugebauer, fordert mehr Anstrengungen im Kampf gegen Cyberkriminalität.
Der Chef der Fraunhofer-Gesellschaft, Reimund Neugebauer, fordert mehr Anstrengungen im Kampf gegen Cyberkriminalität. (Bild: © Foto Ines Escherich/Fraunhofer)

Mit Angriffen auf Datennetze kann man eine moderne Gesellschaft lahmlegen - Wasser- und Stromversorgung, aber auch Verkehrswege und Warenverteilung. Die Abwehr solcher Attacken wird immer wichtiger.

Im Kampf gegen Terror und Cyber-Angriffe fordert der Chef der Fraunhofer-Gesellschaft, Reimund Neugebauer, von der Politik eine halbe bis eine Milliarde Euro jährlich für ein neues nationales Forschungszentrum. Ein Verbund von Instituten solle dabei Innovationen zum Schutz der klassischen Infrastruktur - etwa Verkehr und Trinkwasser - verbinden mit Vorsorge gegen Angriffe über das Internet, sagte der Wissenschaftsmanager der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Wenn es nach mir geht, können wir am 1. Juli anfangen. Wir sind handlungsfähig. Jetzt kommt es darauf an, wie schnell die Politik entscheidet.“

Es brauche dafür keinen großen Neubau. Die Fraunhofer-Gesellschaft sei mit mehreren Ministerien in Berlin - darunter dem Innen- und dem Forschungsressort - im Gespräch über ein solches Zentrum. Universitäten und andere Forschungsorganisationen sollten in den Verbund einbezogen werden.

Der Stuttgarter Innenminister Thomas Strobl (CDU) regt eine Übung von Bund und Ländern zusammen mit der Bundeswehr zur Abwehr von Cyberangriffen an. „Wir müssen das Zusammenspiel im Bereich der Cyberabwehr möglichst rasch üben“, sagte Strobl der dpa. Der CDU-Bundesvize verwies auf den Erpressungstrojaner „WannaCry“, der kürzlich weltweit Unternehmen lahmgelegt hatte.

„Es war ein beispielloser Fall, der gezeigt hat, wie wichtig Cybersicherheit heute ist“, sagte Strobl. Ein Cyberangriff sei eine digitale Waffe, die gerade auch kritische Infrastrukturen wie die Strom- und Wasserversorgung treffen und damit ganze Bereiche des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens lahm legen könne.

Bundeswahlleiter Dieter Sarreither hat bereits eine verstärkte Überwachung angeordnet, um mögliche Angriffe auf die Datennetze der Wahlleitungen zu verhindern. „Die Experten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) überprüfen unsere Datennetze und suchen nach Schwachstellen“, sagte er der „Welt am Sonntag“. „Gleichzeitig führen sie Angriffstests durch, versuchen beispielsweise mit Massenangriffen unsere Internetseite lahmzulegen - und sie versuchen einzubrechen.“ So sollen Cyberattacken auf den Ablauf der Wahlen erkundet und notfalls abgewehrt werden.

Themen der digitalen Innovation werden Anfang der Woche auch auf dem Digital-Gipfel der Bundesregierung in Rheinland-Pfalz diskutiert. Am Dienstag soll Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Ludwigshafen dabei sein.

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