Schadensumme gesunken

Mehr Datenklau an Geldautomaten

| Autor / Redakteur: dpa / Sylvia Lösel

Mehr Delikte, weniger Schaden.
Mehr Delikte, weniger Schaden. (Bild: Pixabay)

Kriminelle haben mit dem Ausspähen sensibler Daten von Bankkunden auch 2016 einen Millionenschaden angerichtet.

Mit gut 1,9 Millionen Euro sank der Bruttoschaden durch „Skimming“-Angriffe nach Angaben der Frankfurter Einrichtung Euro Kartensysteme auf ein Rekordtief. Und das, obwohl Datendiebe entgegen dem Trend der Vorjahre bundesweit wieder mehr Geldautomaten manipulierten, um an Kartendaten und Geheimnummer (PIN) zu kommen, nämlich 159. Dagegen wurden im Gesamtjahr 2015 118 Fälle gezählt - der Schaden summierte sich auf insgesamt 2,7 Millionen Euro.

Zu einem viel größeren Problem hat sich dagegen der Diebstahl und Verlust von Zahlungskarten entwickelt: 12.373 (Vorjahr: 12.669) Fälle wurden im vergangenen Jahr gezählt, der Bruttoschaden erhöhte sich dabei binnen Jahresfrist von 15,1 Millionen Euro auf 15,7 Millionen Euro. Weil oft mit diesen Originalkarten und korrekter Geheimnummer an Geldautomaten Bargeld gezogen wird, gehen Experten davon aus, dass viele Verbraucher nach wie vor Karte und PIN zusammen im Geldbeutel aufbewahren – und das entgegen aller Warnungen.

Neue Bedrohungen für Geldautomaten

Von Sprengung bis Hacking

Neue Bedrohungen für Geldautomaten

16.11.16 - Geldautomaten sind aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Seit ihrer flächendeckenden Einführung Anfang der 1980er Jahre haben sie das Abheben oder Einzahlen von Bargeld für den Bankkunden enorm erleichtert und es Finanzinstituten ermöglicht, Standardprozesse zu automatisieren. Aktuell werden Geldautomaten aber immer häufiger Gegenstand von physischen und digitalen Angriffen. lesen

Beim „Skimming“ an Geldautomaten schlugen Kriminelle im laufenden Jahr in sieben von zehn Fällen in Berlin zu (111 Fälle). In Ostdeutschland gab es ansonsten kaum „Skimming“-Angriffe. Auf Platz zwei der Statistik rangiert der Stadtstaat Hamburg mit 15 Fällen, vor Nordrhein-Westfalen und Hessen mit jeweils 7 manipulierten Automaten.

Bessere Technik verhindert Schlimmeres

Dass die Schadenssumme beim „Skimming„ seit Jahren sinkt, erklären Experten vor allem mit moderner EMV-Technik. EMV-Karten sind mit einer Art Mini-Computer ausgestattet: Der Datensatz wird dabei verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft – und zwar bei jedem Einsatz sowohl am Geldautomaten als auch an der Ladenkasse.

In Deutschland sind seit Ende 2010 alle inzwischen gut 100 Millionen Girocards mit EMV-Chip ausgestattet, ebenso sämtliche knapp 60.000 Geldautomaten und 720.000 Terminals im Handel.

Weil sich die EMV-Technik weltweit zunehmend durchsetzt, müssen Kriminelle weit reisen oder gut vernetzt sein, um in Deutschland gestohlene Bankdaten zum Bezahlen oder Einkaufen zu missbrauchen. Kartendubletten funktionieren im Grunde nur noch dort, wo Bezahlkarten nach wie vor mit leicht kopierbaren Magnetstreifen ausgerüstet werden. Im vergangenen Jahr stellte Euro Kartensysteme vor allem in den USA (37 Prozent Schadensanteil) und Indonesien (28 Prozent) Umsätze mit hierzulande geklauten Daten fest. Euro Kartensysteme kümmert sich im Auftrag der deutschen Kreditwirtschaft um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten.

Die gute Nachricht für Verbraucher: Wer Opfer von „Skimming“ geworden ist, muss meist keinen finanziellen Nachteil fürchten. Banken und Sparkassen ersetzen in der Regel daraus resultierende Schäden - vorausgesetzt, Verbraucher sind sorgfältig mit Bankkarte und PIN umgegangen.

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