Snowden-Dokumente belegen großes Geheimdienstprogramm

NSA knackt Verschlüsselung

| Redakteur: Peter Schmitz

Neue Dokumente des Whistleblower Edward Snowden zeigen, dass die NSA in der Lage ist, große Teile des Internetverkehrs zu entschlüsseln.
Neue Dokumente des Whistleblower Edward Snowden zeigen, dass die NSA in der Lage ist, große Teile des Internetverkehrs zu entschlüsseln. (Bild: NSA)

Die NSA kann nach neuesten Erkenntnissen aus Dokumenten des Whistleblowers Snowden einen großen Teil des verschlüsselten Internetverkehrs inzwischen entschlüsseln; auch dank absichtlich eingebauter Hintertüren.

Nach Berichten der New York Times, des Guardian und von ProPublica, hat der amerikanische Geheimdienst NSA zusammen mit Partnerdiensten wie dem britischen GCHQ sich in den letzten Jahren verschiedene Möglichkeiten erarbeitet, um viele kommerziell genutzte Verschlüsselungssysteme im Internet knacken zu können.

Dokumente des Whistleblowers Edward Snowden belegen nach Angaben von ProPublica, dass die Dienste dabei auf ein ganzes Portfolio von Optionen setzen: für -Attacken auf die Verschlüsselung, manipulierte Verschlüsselungsstandards, freiwillige sowie per Gericht angeordnete Beihilfe durch Unternehmen und sogar absichtlich eingebaute Hintertüren in Verschlüsselungslösungen.

Der Guardian berichtet, dass die NSA bereits seit über zehn Jahren ein geheimes Programm namens "Bullrun" betreibt, das neben anderen Zielen auch versucht, das Produktdesign von Sicherheitslösungen versteckt zu beeinflussen. Für die Programme zum Umgehen oder Knacken von Verschlüsselung gibt die NSA dabei angeblich mehr als 250 Millionen US-Dollar im Jahr aus. Zum Vergleich: Das PRISM-Programm kostete mit ca. 20 Mio. USD nicht einmal ein Zehntel dessen.

Nach einem geheimen Memo, aus dem der Guardian zitierte, erzielten die Geheimdienste 2010 einen großen Durchbruch bei der . Damit wurde die Analyse großer Mengen an verschlüsselten Internet-Daten ermöglicht, die vorher nicht genutzt werden konnten. Wie dieser Durchbruch aussah und welche Quellen die NSA anzapfen konnte ist nicht bekannt.

Angeblich bemühten sich die Kryptoexperten des britischen GCHQ in den verganenen drei Jahren vor allem darum, Zugang zu den Netzwerken der vier großen Webmail-Provider Facebook, Google, Hotmail und Yahoo zu bekommen. Nach den Informationen des Guardian wurde aufgrund "neuer Möglichkeiten" seit 2012 vor allem am Zugang zu Google gearbeitet.

Absichtlich eingebaute Hintertüren

Der erschreckendste Aspekt, den die Recherchen von NYT, Guardian und ProPublica enthüllt haben: Die NSA hat es offenbar geschafft, Hintertüren in viele kommerzielle Sicherheitslösungen einzubauen. Entweder mit Unterstützung der entsprechenden Unternehmen oder durch Platzierung von operativen Mitarbeitern, sei der Zugriff auf verschiedene Systeme möglich.

Die Namen der kooperierenden Unternehmen sind dabei so streng geheim, dass angeblich selbst viele mit dem Entschlüsselungs-Projekt betraute Geheimdienstmitarbeiter die Namen nicht wissen dürfen. Angeblich um die sehr fragile Operation nicht zu gefährden.

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