Kommentar zur Systemsicherheit von Chrome OS

Schützt Chrome OS Computer vor Malware?

08.06.2011 | Autor / Redakteur: Rik Ferguson / Peter Schmitz

Muss sich der Benutzer bei Chrome OS wirklich nicht mehr mit Viren, Malware und Sicherheits-Updates befassen, wie Google behauptet? Rik Ferguson von Trend Micro glaubt nicht daran.

Chrome OS von Google soll die neue Ära der Cloud-basierten Computertechnik für Desktop-Systeme bringen. Automatische Updates, Datenspeicherung verschlüsselt in der Cloud und ausgefeilte Sandbox-Systeme sollen Chrome OS zum sichersten Desktop-OS machen, dem nicht einmal mehr Malware etwas anhaben kann. Wie es mit der Sicherheit von Googles neuem Betriebssystem wirklich aussieht, kommentiert Rik Ferguson, „Director Security Research & Communication EMEA“ beim IT-Sicherheitsanbieter Trend Micro.

Die ersten Netbooks mit Googles neuem Betriebssystem Chrome OS sollen in den kommenden Tagen und Wochen auf den Markt kommen. Bei der Ankündigung von „Chrome OS“, um das es in den vergangenen Wochen etwas ruhiger wurde, hieß es damals sogar, dass sich Benutzer „gar nicht mehr mit Viren, Malware und Sicherheits-Updates befassen müssten“. Doch ist Google Chrome wirklich so sicher, dass aktuelle Sicherheits-Software überflüssig ist – oder trügt der schöne Schein?

Ein kurzer Überblick über die Sicherheitsfunktionen von Chrome OS:

  • Prozessabsicherung mittels Sandbox

Bei Chrome OS läuft jeder Prozess in einer eigenen, geschützen Sandbox. Das bedeutet, dass bösartige oder kompromittierte Anwendungen andere Anwendungen oder Prozesse auf dem System nicht schädigen können.

  • Automatische Updates

Patches, Funktions- oder Sicherheits-Updates werden bei Chrome OS automatisch per Standardeinstellung heruntergeladen und installiert. Das dient dazu, dass der Benutzer sicherheitsrelevante Prozesse nicht ignorieren oder „vergessen“ kann.

  • Automatischer System-Restore

Beim Start überprüft das Betriebssystem die Integrität und Gültigkeit der wichtigsten System-Dateien. Stellt es dabei Unregelmäßigkeiten oder unbefugte Änderungen fest, setzt sich das System automatisch in den letzten bekannten Zustand vor diesem Schritt zurück und „neutralisiert“ gewissermaßen alle verdächtigen Aktivitäten beim Rechnerneustart. Dank der Trennung von Benutzer- und Systemdateien ist dieses Verfahren sehr einfach und effektiv.

  • Anwendungen als Web-Apps

Jede Anwendung bei „Chrome OS“ läuft im Browser ab. Es gibt praktisch keine eigenständigen Desktop-Anwendungen, alle Anwendungen werden gewissermaßen zu Web-Anwendungen. Lokale Plug-Ins für den Browser können jedoch installiert werden, sodass Anwender in bestimmtem Umfang Einfluss auf die Betriebssystemumgebung nehmen kann. Natürlich greift auch bei dieses Plug-Ins das Sandbox-Konzept. Außerdem gibt es seit kurzem ein „Software-Development-Kit“ von Google, mit dem man „Native Apps“ erstellen kann.

  • Keine lokalen Benutzerdaten

Bei Chrome OS werden keine Benutzerdaten lokal auf den Rechnern gespeichert. Das Betriebssystem legt alle Daten verschlüsselt in der Cloud ab. Das bedeutet theoretisch, dass Datendiebstahl durch Malware oder durch gezielte Angriffe schwieriger wird.

Seite 2: So weit, so sicher?

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