Smart Everything

Security by Design fürs Internet der Dinge

| Autor / Redakteur: Thomas Hemker* / Stephan Augsten

Smart Home und Smart City erfordern, dass Sicherheit von Grund auf zur Infrastruktur gehört.
Smart Home und Smart City erfordern, dass Sicherheit von Grund auf zur Infrastruktur gehört. (Bild: Syda Productions - Fotolia.com)

Auch wenn alle Welt von der Smart City und vom Smart Home spricht, so kommen die ersten Pilotprojekte noch nicht über diesen Status hinaus. Das ist aber nicht verkehrt, denn so kann die Sicherheit noch von Grund auf bedacht und mitgedacht werden.

Für BITKOM und Gartner stehen Smart-Home-Technologien vor dem Durchbruch. Die Analysten von Gartner sehen ein Wachstum auf 500 bis 700 Millionen der intelligenten Häuser bis 2020 – von heute 100 bis 200 Millionen. Deloitte Consulting zählte im Auftrag des deutschen Branchenverbandes BITKOM im Jahr 2013 hingegen gerade einmal 315.000 vernetzte Heime in Deutschland. Eine Zahl die sich mit rund 1,5 Millionen erwarteten vernetzten Haushalten bis 2020 rasant steigern soll.

Vernetzte Städte, Wohnungen und Häuser sollen vor allem das Leben der Menschen komfortabler, effizienter und sicherer gestalten. Doch im Rennen darum, dass das Energienetz mit dem Haushaltszähler kommuniziert oder der Kühlschrank automatisch die Milch bestellt, vergessen Hersteller wie Verbraucher oftmals einen zentralen Aspekt: die Sicherheit.

Effizienter Schutz vor Missbrauch ist nur dann gewährleistet, wenn bereits in der Planungsphase von Projekten und Produkten der Sicherheitsaspekt bedacht wird. Das Bewusstsein, dass ein vernetzter Fernseher oder Wasserzähler ein Computer ist, der Daten sendet, muss erst geschaffen werden – genauso wie bei Smart Grids oder einer vernetzten Produktion. Dies sollte möglichst schnell geschehen, denn auf der anderen Seite stehen Profis, die genau diese Bewusstseinslücke ausnutzen und aus dem Internet of Things schnell ein Netz voller Sicherheitsrisiken machen.

Smart Cities und Smart Home: attraktive Ziele für Cyber-Kriminelle

Für Cyber-Kriminelle sind ihre Hacks ein Geschäftsmodell. Das heißt, sie wollen davon profierten. Daher werden Attacken nicht nur sehr gezielt und professionell geplant und durchgeführt, sondern vor allem auch mit einem finanziellen Nutzen im Hinterkopf. Mit einer konzertierten Aktion ließe sich das gesamte Leben in einer Smart City lahmlegen – von Energienetzen über den öffentlichen Nahverkehr bis hin zu Behörden und Banken.

Nicht umsonst hat die Bundesregierung ihre „Nationale Strategie zum Schutz Kritischer Infrastrukturen“ (KRITIS) entwickelt. Zu den kritischen Infrastrukturen gehören neben den Sektoren Gesundheit, Wasserversorgung und Ernährung auch Information & Telekommunikation, Energie, Transport & Verkehr sowie das Finanz- & Versicherungswesen – also alle Branchen, die das tägliche Leben am Laufen erhalten.

Diese Industrien müssen besondere Vorkehrungen treffen, um ihre Technologien abzusichern, und Angriffe dem Bundesinnenministerium (BMI) melden. Dass das BMI mit seiner Strategie richtig liegt, bestätigt auch der jährliche Symantec-Sicherheitsreport : Angreifer fokussieren sich primär auf die Bau-, Transport- und Kommunikationsbranche, Behörden sowie auf Energieversorger.

Doch worauf sollten die Planer einer Smart City oder eines intelligenten Heimes sowie die Produzenten vernetzter Geräte besonders achten? Und wie können Verbraucher sich schützen?

Sicherheit als Bestandteil der Planung

Wie auch bei der Planung einer IT-Infrastruktur, bei der Security von Beginn an integraler Bestandteil ist, muss auch bei einer intelligenten Stadt oder einem Gebäude die technologische Sicherheit bereits im Planungs- und Design-Stadium berücksichtigt werden.

Einige Security-Pakete zum Schluss – quasi als Nachgedanke – zu implementieren, wird nur wenig gegen motivierte Hacker ausrichten. Daher sollten sich Unternehmen wie Verbraucher, Städteplaner wie Behörden von Beginn an Gedanken machen und mit Entwicklern von Security-Lösungen zusammenarbeiten, um das für sie passende Gesamtkonzept zu entwickeln und zu implementieren.

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Nun ja, ich denke Smart Homes und das Internet der Dinge gibt es schon nicht nur als Prototypen....  lesen
posted am 11.04.2016 um 13:55 von Unregistriert

Seit Jahren arbeitet das BSI am Gateway-Security Konzept, um u.a. eines zu verhindern: dass sich...  lesen
posted am 17.03.2016 um 09:28 von Unregistriert

Mit einer konzertierten Aktion ließe sich das gesamte Leben in einer Smart City lahmlegen – von...  lesen
posted am 17.03.2016 um 09:21 von Unregistriert


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