Vertrauenswürdige Dienstleister und sichere Serverstandorte

Server zwischen Offshore und Alpen

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Peter Schmitz

Wenngleich andere Orte vermeintlich für mehr Sicherheit stehen setzen Experten auf deutsche Server.
Wenngleich andere Orte vermeintlich für mehr Sicherheit stehen setzen Experten auf deutsche Server. (Bild: Srocke)

Um anonym zu surfen braucht es technische Verfahren und vertrauenswürdige Partner. Wir zeigen, wie diese zu finden sind und an welchen Orten man Server am sichersten betreiben kann.

Wer anonym im Web surfen darf sich nicht allein auf technische Verfahren verlassen. Zusätzlich gilt es, politische und rechtliche Rahmenbedingungen zu beachten. Denn so ausgeklügelt die technischen Verfahren auch sein mögen, ganz ohne Vertrauen funktionieren sie nicht. So muss man VPN-Anbietern oder Tor-Nodes doch noch ein gewisses Vertrauen entgegen bringen. Selbst Mix-Kaskaden wären kein sicheres Werkzeug, wenn sich alle Mix-Betreiber oder alle anderen Mix-Nutzer gegen einen verschwören hätten.

Angesichts dieser Erkenntnis muss man nicht in Panik verfallen. Einige grundsätzliche Überlegungen helfen jedoch, die passenden Maßnahmen für die eigenen Sicherheitsbedürfnisse zu finden.

Hilfreiche Fragen hierfür lauten:

  • Welchem Rechtssystem will ich mich unterwerfen?
  • Gegen wen will ich mich schützen?
  • Wem vertraue ich dabei?

Wer sich gänzlich vom gesellschaftlichen Konsens entfernen will, ist am Besten in Darknets oder geschlossenen Peer-to-Peer-Umgebungen aufgehoben. Bei den folgenden Betrachtungen geht es jedoch ausschließlich um Nutzer des öffentlichen Netzes, die möglichst zuverlässig unentdeckt bleiben wollen. Hierfür braucht es vertrauenswürdige Dienstleister und sichere Serverstandorte.

Worte und Taten

Um abzuschätzen wie vertrauenswürdig einzelne Anbieter sind, kann man sich einerseits auf deren Leistungsversprechen verlassen. Bezüglich des von Steganos Software angebotenen VPN-Dienstes OkayFreedom versichert etwa PR-Manager Christian Huber etwa: "Wir speichern lediglich die Kontakt- und Kontodaten (Bezahlmethode) der Nutzer. Sonst wäre ein Geschäftsverhältnis ja gar nicht möglich. Als Premium-Kunde hat der Kunde eine Flatrate, unabhängig vom Datenvolumen. Die Volumensbegrenzung der Freemium-Nutzer erfolgt über einen Traffic-Zähler, wobei auch hier keine Inhalte erfasst, sondern lediglich das Volumen gezählt wird."

Wer wenig auf derlei Zusicherungen gibt, sollte sich am bisherigen Handeln des anvisierten Anbieters orientieren. Internetexperte und Rechtsanwalt Niklas Plutte emfiehlt beispielsweise: "Ich würde einen Dienstleister daran bewerten, wie er in der Vergangenheit agiert hat: Hat er Zugriffe geduldet, offen kommuniziert oder sich dagegen gewehrt?" Wie schwer dieser Ratschlag in der Praxis umzusetzen ist, zeigt das Ende des E-Mail-Dienstes Lavabit, den auch Edward Snowden genutzt hatte. Um die Nutzer zu schützen, hat Betreiber Ladar Levision das Angebot eingestellt. Inwieweit Behörden dabei Druck auf Lavabit ausübten deutet Levision in einer Notiz zur Einstellung des Dienstes an.

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