Interview mit Alexander Wallner, Area Vice President Central EMEA NetApp

Was die sichere Cloud Data Storage leisten muss

18.10.13 | Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Elke Witmer-Goßner

Wenn es um Speicher und Speicherleistung geht, fragen Kunden heute nicht mehr nach den Features der Komponenten, sondern wollen mehr über Performance, Ausfallsicherheit und Nutzen wissen.
Wenn es um Speicher und Speicherleistung geht, fragen Kunden heute nicht mehr nach den Features der Komponenten, sondern wollen mehr über Performance, Ausfallsicherheit und Nutzen wissen. (Bild: Rainer Grothues, Fotolia)

„Der Trend geht auch im Rechenzentrum zur Hybrid Cloud“, sagt Alexander Wallner von NetApp. Denn je nach Bedarf ließen sich so schnell und einfach zusätzliche Leistungsressourcen einkaufen und Lastspitzen kostengünstig abdecken. Im folgenden Interview erläutert der Experte, wie Unternehmen den konzeptionellen Spagat bewältigen.

CloudComputing Insider: Herr Wallner, wie lassen sich Speicherkapazitäten flexibel gestalten und nach oben fahren?

Alexander Wallner: Im Grundsatz geht es heute bei allen Speicherkonzepten um Flexibilität und Skalierbarkeit. Um beides gewährleisten zu können, braucht es eine service-orientierte Infrastruktur im Rechenzentrum. Durch die Kombination von Technologien zur Virtualisierung der Hardware, von Management-Software und Automatisierung der Storage-, Server- und Netzwerkprozesse können Applikationen, Daten und Ressourcen sicher, effizient und ökonomisch gemanagt werden. Die Speicherbetriebssystem-Plattform clustered Data ONTAP von NetApp beispielsweise ist bereits virtualisiert, leicht zu orchestrieren, zu automatisieren und in Cloud-Konzepte zu integrieren. Auf diese Weise sind wir Workload-tolerant, wir haben mit der Agile Data Infrastructure eine Basis geschaffen, mit der Kunden auf das dynamische Wachstum der Datenmengen und auf neue Geschäftsanforderungen reagieren können. Die Infrastruktur wächst flexibel mit, lässt sich an neue Service-Level anpassen und erfüllt höchste Sicherheitsansprüche – und sie ebnet den Weg in die Cloud.

Welche unterschiedlichen Konzepte gibt es für den passenden Mix zwischen stationärer und „Cloud Data Storage“?

Wallner: Die Konzepte sind zahlreich und orientieren sich an den jeweiligen Branchenanforderungen, dem individuellen Datenvolumen und der Relevanz der Daten. Gibt es keine hohen Anforderungen an Sicherheit und Verfügbarkeit, eignet sich die Public Cloud. Wer die architektorellen und prozessualen Vorteile der Cloud bei voller Kontrolle über seine Daten nutzen will, wird in eine Private Cloud in den eigenen Rechenzentrumsflächen investieren. Der Trend geht zur Hyprid Cloud, also eine Private Cloud mit verlängertem Arm in die Public Cloud. Je nach Bedarf lassen sich so schnell und einfach zusätzliche Leistungsressourcen einzukaufen und Lastspitzen kostengünstig abzudecken.

Lassen sich die gerade bei privaten Usern üblichen Dienste (z.B. Dropbox, CloudMe etc.) überhaupt für professionelle Unternehmen nutzen, und wenn ja, welche eignen sich in welcher Form?

Alexander Wallner, Area Vice President Central EMEA NetApp.
Alexander Wallner, Area Vice President Central EMEA NetApp. (Bild: NetApp)

Wallner: Die herkömmliche kostenlose Dropbox ist für Unternehmens-Files zu gefährlich und unsicher. Wir haben jedoch den sehr interessanten Ansatz aufgegriffen und unterstützen Service-Provider und Reseller in Deutschland beim Aufbau von „Enterprise-Dropbox-Lösungen“. Mit unseren Referenzarchitekturen lassen sich Cloud-Dienste aufsetzen, die sich für Anwendungen zum Teilen und Synchronisieren von Daten nach dem Dropbox-Modell nutzen lassen. Die Services basieren auf unseren Daten-Infrastrukturen und werden in Rechenzentren in Deutschland gehostet. Wir bieten keine Filesharing-Services an, haben jedoch sechs Bereiche für Cloud-Services mit den Service-Providern definiert: Archivierung, Datenreplizierung, Datensicherung, Anwendungen, Infrastruktur und Datensynchronisation. Unser Angebot besteht aus unterschiedliche Lösungen, die allesamt vorvalidiert sind, sich schnell in bestehende Infrastrukturen integrieren lassen, einen unterbrechungsfreien Betrieb ermöglichen und über eine sichere, verteilte mehrmandantenfähige IT-Infrastruktur verfügen.

Manche Sicherheitsexperten kritisieren die Schutzvorrichtungen der Cloud Storage Provider als unzureichend, hat sich daran etwas geändert?

Wallner: Die Service Provider mit Rechenzentren in Deutschland genügen heute höchsten Ansprüchen. Im Markt wird schon von „Hosted in Germany“ als Qualitätssiegel ähnlich „Made in Germany“ gesprochen. Dementsprechend sehen Service Provider mit Datencenter-Infrastrukturen in Deutschland dies als klaren Wettbewerbsvorteil bei Datenschutz und Compliance – zugunsten der Kunden aus dem In- und Ausland, die bei ihren in Deutschland gespeicherten Daten vom Bundesdatenschutzgesetz profitieren. Im Grunde gelten in der Cloud dieselben Sicherheitskriterien wie im unternehmenseigenen Netzwerk mit Internetverbindung: Das sind unter anderem physischer Schutz von Servern, Speichersystemen und Netzwerkausstattung, Zutrittskontrollen, definierte Zugriffsrechte für die Nutzer und vor allem die hochgradige Verschlüsselung der Daten während des Transfers und bei der Speicherung in der Cloud. Wie sicher eine Cloud letztlich ist, bestimmt auch der Kunde, indem er darauf achtet, welche Sicherheitsmaßnahmen sein Provider ergreift und wo seine Daten tatsächlich gespeichert sind. Dies auch permanent zu auditieren, bringt dem Endkunden sicherlich erhebliche Vorteile.

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