IT-Sicherheit vs. Echtzeit-Kommunikation

Unternehmen dulden Social Networking trotz Sicherheitsbedenken

22.04.2010 | Redakteur: Stephan Augsten

Social Networking wird von Unternehmen geduldet, schürt aber auch Bedenken bezüglich der IT-Sicherheit.

Im Geschäftsumfeld gehören Twitter, Facebook, Xing und Co schon fast zum Alltag. Wie Clearswift in einer Studie herausgefunden hat, fördern oder dulden zwei Drittel der befragten Firmen die Nutzung von Web 2.0 und Social Networking. Beinahe ebenso viele der Umfrage-Teilnehmer äußern jedoch auch Bedenken bezüglich der damit verbundenen Sicherheitsrisiken.

Unternehmen beweisen Weitsichtigkeit und ermöglichen ihren Angestellten, die Vorteile von Social Media und Web 2.0 für sich zu entdecken. Dies geht aus einer Studie hervor, die der Marktforscher Loudhouse Research im Auftrag des IT-Security-Anbieters Clearswift erstellt hat. Hierfür wurden in Deutschland, England, den USA und Australien jeweils 150 Manager in verantwortlichen Positionen sowie jeweils 250 Büroangestellte befragt.

Ob die Web-2.0-Kommunikation tatsächlich ein entscheidender Faktor für den Firmenerfolg ist, steht demzufolge bei 48 Prozent der über 1.600 Befragten in Frage; und gerade einmal 38 Prozent der rund 400 deutschen Umfrage-Teilnehmer glauben an einen geschäftlichen Mehrwert.

Nichtsdestotrotz erlauben oder tolerieren knapp zwei Drittel der Unternehmen die Nutzung der Web-2.0-Dienste durch ihre Angestellten. Im Ländervergleich mit England, USA und Australien liegt Deutschland dabei mit 68 Prozent sogar knapp über dem Durchschnitt von 65 Prozent.

Fast ebenso viele Unternehmen (61 Prozent) hadern allerdings auch mit den Sicherheitsrisiken, die mit dem Web 2.0 einhergehen. Etwa die Hälfte der verantwortlichen Manager glaubt, dass Mitarbeiter sich der Gefahren zu wenig bewusst sind. in Deutschland trauen immerhin 64 Prozent der Manager ihren Mitarbeitern einen verantwortungsvollen Umgang mit Internet und Web 2.0 zu.

Anspruch und Wirklichkeit

Die Realtität sieht leider etwas anders aus: Ein großer Teil der befragten Büroangestellten gibt zu, dass ihr tatsächliches Online-Verhalten in der jetzigen Form vom Arbeitgeber wohl nicht erwünscht sei. 44 Prozent aller Befragten und 40 Prozent der Deutschen gaben demnach zu, dass sie arbeitsrelevante Belange in sozialen Netzwerken kommunizierten.

Im Durchschnitt gaben ein Viertel und in Deutschland 16 Prozent der Befragten an, dass sie schon Inhalte per Email oder über soziale Netzwerke gesendet haben, die sie später bereuten. Angesichts dessen ist es nicht verwunderlich, dass die überwiegende Mehrheit der Manager glaubt, dass die Web-basierende Zusammenarbeit neue IT-Security-Konzepte erfordert.

Dabei sollten Unternehmen laut Richard Turner, CEO von Clearswift, allerdings zwei wichtige Punkte beachten: „Unternehmen müssen strategisch und technisch mittels einer Risikoanalyse im Detail bewerten, welche IT-Security-Funktionen erforderlich sind. Dabei darf allerdings die Kontrolle nicht überhand nehmen – sonst lösen sich die Vorteile des Web 2.0 schnell in Luft auf.“

Die technische Basis ist Turner zufolge aber grundsätzlich vorhanden, „insbesondere wenn es um die Berücksichtigung fein abgestufter Rollen und Verantwortlichkeiten geht“. So würden deutsche Unternehmen ungewollten Informationsabfluss bereits mithilfe von inhaltsbezogenen Analysefunktionen übergreifender Web- und E-Mail-Security-Lösungen eindämmen.

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