Fortinet-Studie zum vernetzten Heim und den Sicherheitsbedenken

Verbraucher genießen Smart Home mit Vorsicht

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Dr. Andreas Bergler / Dr. Andreas Bergler

Den Trend zum Smart Home befürworten die meisten trotz Sicherheitsbedenken.
Den Trend zum Smart Home befürworten die meisten trotz Sicherheitsbedenken. (Bild: Digitalstrom)

Aus elf Ländern hat Security-Anbieter Fortinet zentrale Aspekte zu den Themen „Internet of Things“ und „Smart Home“ zusammengetragen. In einer aktuellen Umfrage kamen vor allem Sicherheits- und Datenschutzfragen unter die Lupe.

Das „Connected Home“ rückt näher. Davon ist zumindest der Security-Anbieter Fortinet überzeugt, nachdem er 1.801 „technisch versierte Hauseigentümer“ in elf Ländern befragen ließ. Der Studie zufolge, die im vergangenen Juni von Lightspeed Research abgeschlossen wurde, halten bald zwei Drittel aller Befragten das vernetzte Zuhause, bei dem Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik ins Internet integriert sind, in den nächsten fünf Jahren für „sehr wahrscheinlich“. Während dies in China 85 Prozent glauben, sehen in Deutschland nur 57 Prozent das Smart Home im Kommen.

Der wunde Punkt

Ähnlich verhalten geben sich die Deutschen in puncto Datensicherheit. Während hierzulande 70 Prozent der Befragten „sehr“ oder „etwas besorgt“ darüber sind, liegt der weltweite Durchschnitt der Bedenkenträger mit einem Prozentpunkt leicht darunter. Etwa die Hälfte aller Deutschen hat explizit „kein Vertrauen“ darin, wie die über vernetzte Hausgeräte gewonnenen Daten genutzt werden.

61 Prozent der in Deutschland Befragten würden demnach auch sofort Konsequenzen ziehen, wenn sie herausfänden, dass ein smartes Hausgerät heimlich Informationen über sie sammelt und mit anderen teilt.

Zugriff und Verantwortung

Diese Problematik kann jedoch entschärft werden, wenn der Zugriff auf die Geräte klar reglementiert ist. Zwei Drittel aller Befragten befürworten einen von ihnen selbst begrenzten Zugang. Im Gegensatz zu China, Indien und den USA will die überwiegende Mehrzahl in Deutschland mögliche Datenzugriffe nur für sich selbst und für von ihnen Berechtigte. Nur 17 Prozent würden Herstellern oder Dienstleistern den Zugriff erlauben.

Entsprechend sehen sich die Deutschen selbst in der Verantwortung. Knapp ein Drittel der Befragten findet, dass die Anwender selbst dafür verantwortlich sind, das Gerät instand zu halten, auch bei Bekanntwerden von Sicherheitslücken. Die deutsche Tendenz, möglichst viel in Eigenregie zu managen, verdeutlicht sich im Anspruch an die Sicherheitsvorkehrungen: 43 Prozent wollen hierzulande, dass das vernetzte Gerät selbst eine eigene Form von Schutz gegen Angriffe bietet. Dass der Internetanbieter Sicherheit gewährleisten soll, ist für die Hälfte der weltweit Befragten eine Option.

Ergänzendes zum Thema
 
Studie

Eine staatliche Regulierung der Datennutzung befürworten folglich in Deutschland nur etwa ein Viertel der Anwender – im Gegensatz zu 41 Prozent der weltweiten Freunde staatlicher Vorgaben.

Kosten

Prinzipiell stehen 87 Prozent der Befragten einer Investition in neue Router, die für vernetzte Geräte optimiert sind, positiv bis neutral gegenüber. Und rund die Hälfte der Studienteilnehmer – weltweit wie auch in Deutschland – würden zusätzlich für Internetdienste zahlen, um die smarten Geräte ins Zuhause integrieren zu können. Einfluss auf die Kaufentscheidung der Konsumenten haben der Preis, die Funktionalität und schließlich die Herstellermarke.

„Der Kampf um das Internet of Things hat gerade begonnen“, erklärt Christian Vogt, Regional Director Deutschland und Niederlande bei Fortinet, und folgert: „Die Sieger in diesem Markt werden die Anbieter sein, die ein ausgewogenes Verhältnis aus Sicherheit, Privatsphäre, Preis und Funktionalität ermöglichen.“ □

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42790111 / Sicherheitslücken)