Industrie 4.0

Vernetzte Industrieanlagen vor Cyberangriffen schützen

| Redakteur: Dr. Anna-Lena Idzko

Offizielles Logo von IUNO, dem Nationalen Referenzprojekt IT-Sicherheit in Industrie 4.0
Offizielles Logo von IUNO, dem Nationalen Referenzprojekt IT-Sicherheit in Industrie 4.0 (Bild: IUNO)

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat gemeinsam mit der Wirtschaft ein Projekt ins Leben gerufen, um die IT-Sicherheit von Produktionsanlagen in intelligenten Fabriken zu verbessern.

Für Deutschland als weltweit führendem Industriestandort ist die Vernetzung der Produktion eine zentrale Zukunftschance. Deutsche Unternehmen und Institutionen sehen sich aber zusehends mit hochprofessionellen Cyberangriffen konfrontiert.

Neben den klassischen Gefahren wie Viren oder Trojanern bedrohen neuartige, auf industrielle Kontrollsysteme ausgelegte Attacken die vernetzten Industrieanlagen. Dabei geht es um die gezielte, tiefgreifende und über eine längere Zeit angelegte Manipulation oder Sabotage von Anlagen und deren Steuerungsmechanismen. Letzten Endes ist das Ziel der Zugriff auf Daten, wichtiges Know-how und Betriebsgeheimnisse.

Zum effektiven Schutz reicht es nicht aus, die etablierten Sicherheitskonzepte zu übernehmen. Anders als beispielsweise in der Office-IT kann man im Schadensfall Produktionsanlagen nicht einfach abschalten, auch nicht in geplanten Wartungsfenstern. In der Prozesssteuerung und Fabrikautomation müssen die Systeme rund um die Uhr verfügbar sein und stabil funktionieren.

Ziel des "Nationales Referenzprojekts zur IT-Sicherheit in der Industrie 4.0" ist es vernetzte Industrieanlagen effektiv vor Cyberangriffen und Spionage zu schützen. 14 Unternehmen der deutschen Industrie forschen gemeinsam mit sieben Forschungseinrichtungen und Universitäten daran, Angriffspunkte für Hacker zu minimieren.

Dies geschieht konkret anhand von Anwendungsschwerpunkten und Demonstratoren. Es sollen Methoden entwickelt werden, mit denen gleichzeitig sichere Prozesse, sichere Daten und sichere Dienste bei sicherer Vernetzung realisiert werden können.

Das Projekt läuft bis Ende Juni 2018. Als Ergebnis soll die mittelständische deutsche Industrie einen umfassenden Werkzeugkasten zu Industrie 4.0 erhalten und grundlegende Informationen und Demonstratoren nutzen, wobei IT-Sicherheit in allen vertikalen und horizontalen Wertschöpfungsketten integriert werden wird.

Die Partner haben die Themen von Industrie 4.0 in vier Anwendungsfälle und benötigte Sicherheitskonzepte aufgeteilt: kundenindividuelle Produktion (Sichere Produktion), Technologiedaten-Marktplatz (Sichere Daten), Fernwartung/Trusted Partner (Sichere Dienste) und visueller Security-Leitstand (Sichere Prozesse).

Das Projekt wird im Rahmen des Forschungsrahmenprogrammes der Bundesregierung zur IT-Sicherheit "Selbstbestimmt und sicher in der digitalen Welt 2015-2020" gefördert. Eine der Leitlinien dort ist die Stärkung des Standortes Deutschland durch IT-Sicherheit für Industrie 4.0.

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