IT-Sicherheit

Vier gute Vorsätze für 2016

| Autor / Redakteur: Ralph Dombach / Peter Schmitz

Mehr Sport, weniger Rauchen, mehr Zeit für sich und die Familie, solche guten Vorsätze fallen oft den alten Gewohnheiten zum Opfer. Es lohnt sich aber sowohl im privaten Bereich, wie auch bei der IT-Sicherheit Durchhaltevermögen zu zeigen.
Mehr Sport, weniger Rauchen, mehr Zeit für sich und die Familie, solche guten Vorsätze fallen oft den alten Gewohnheiten zum Opfer. Es lohnt sich aber sowohl im privaten Bereich, wie auch bei der IT-Sicherheit Durchhaltevermögen zu zeigen. (Bild: Coloures-pic - Fotolia.com)

Abhängig vom jeweiligen Kulturkreis in dem man lebt begrüßt man das neue Jahr mit Feuerwerk, wirft Geschirr aus dem Fenster, verspeist Weintrauben oder wagt den orakelhaften Blick in die Zukunft bei einer Runde Bleigießen. Ebenso gehört es dazu, gute Vorsätze für das neue Jahr zu fassen. Der Zeitpunkt dafür ist günstig und es gibt ja immer etwas, dass man besser machen möchte, auch bei der IT-Sicherheit.

Weniger Fast-Food, weniger Alkohol, weniger Rauchen, das sind die üblichen guten Vorsätze, fallen aber meist rechts schnell alten Gewohnheiten zum Opfer. Was für das persönliche Umfeld gang und gäbe ist, ereilt uns aber auch im beruflichen Umfeld. Auch hier werden Vorsätze wichtigeren Terminen geopfert oder so lange aufgeschoben, bis sich das Thema von selbst erledigt hat. Handelt es sich aber um IT-Sicherheit, kann dieser lockere Umgang im beruflichen und privaten Arbeitsbereich negative Folgen haben.

Wie wäre es daher einmal nicht mit einem „weniger“ , sondern mit einem mit einem „mehr“ an Sicherheits-Vorsätzen. Daher haben wir für Sie vier Security-Aufgaben, die sie nebenbei angehen können und so auf der „Guten-Vorsatz-Liste“ für 2016 zeitnah als erledigt abhaken können.

Passwort wechsle Dich!

Aktuelle Hacking-Attacken belegen es, auch professionelle Unternehmen sind gegen Passwort-Diebstahl nicht immun. Ebay informierte dieses Jahr seine Kunden, von einem Datenleck und riet vorsichtshalber zu einem Wechsel des Passwortes. Betroffen waren rund 145 Millionen Nutzer! Auch das Seitensprungportal Ashley Madison geriet aktuell in die Gazetten, nach einem Datendiebstahl.

Aktionismus ist angesagt – auf Seite der attackierten Unternehmen ebenso, wie auch beim Nutzer der Dienste. Ein Passwortwechsel steht an, um die eigenen Identität erneut vor unberechtigtem Zugang zu schützen! Eine gute Gelegenheit, einmal wieder alle möglichen Passworte für Dienste und Portale zu wechseln, denn viele User nutzen seit Jahren das gleiche Passwort.

Prinzipiell wäre dies OK, wenn es sich bei dem genutzten Zugangspasswort um ein ausreichend langes und „kreatives“ Passwort handelt, welches nicht in einem Browser-Cache gespeichert ist. Aber oft sind es leider Allerwelts-Passworte, die nur scheinbar sicher sind.

Daher wechseln Sie bei all Ihren Online-Diensten ihre Zugangspassworte und verwenden Sie dazu sichere Passworte. Beim Erzeugen möglichst sicherer Passwörter kann ein Passwort Generator helfen. Damit man sich alle komplexen Passworte auch wirklich merken kann, sind Password Manager ein probates Mittel, aber es gibt auch clevere Offline-Lösungen, wie zum Beispiel die Passwort-Karte. Übertreiben Sie es aber nicht mit dem Wechselwahn, denn ein zu häufiger PW-Wechsel bringt nicht unbedingt mehr Sicherheit!

Der Passwort-Manager Encryptr im Einsatz

Kennwortverwaltung

Der Passwort-Manager Encryptr im Einsatz

27.10.15 - Encryptr ist ein neuer Passwort-Manager, der durch simples Design und eine Zero-Knowledge-Synchronisation über das SpiderOaks-Netzwerk punkten möchte. Die Anwendung ist noch relativ jung, bietet jetzt aber schon einige interessante Ansätze. lesen

Beim Schutz für den Privat-PC nicht geizen

Wer beruflich einen Computer nutzt, hat meistens auch auf dem heimischen Schreibtisch einen stehen. Erfreulicherweise hat inzwischen auch Security den Einzug in den privaten Lebensraum geschafft! Viele Systeme werden nun durch Virenscanner und/oder Firewalls vor Cyber-Attacken geschützt.

Während man aber finanziell bereit ist, in angesagte Gadgets zu investieren und auch für die neueste Musik oder Video zu bezahlen, führen Sicherheitsprodukte ein Dasein am Rande. Oft kommen Gratis-Produkte renommierter Hersteller zum Einsatz, denn die genügen ja für den Schutz des heimischen Systems. Leider übersehen die Leute, dass es Malware, automatischen Angriffstools und Hackern meist egal ist, ob sie ein privates oder beruflich genutztes System angreifen. Sicherlich ist der PC eines Mitglieds des Vorstands viel lohnender für einen Cyberspion, Aber Geld kann man auch verdienen, wenn man einen 0815-Computer in einen SPAM-Zombie verwandelt oder die privaten Familienfotos verschlüsselt.

Security-Produkte, die gratis angeboten werden, sind durchaus qualitativ hochwertig! Aber Gratis-Produkte decken immer nur einen Teilbereich des Bedrohungsumfeldes ab. Eine komplette Suite-Lösung schützt den eigenen Computer besser und reduziert auch das Risiko für Ihr Unternehmen, wenn Sie per Fernzugriff auf dienstliche Ressourcen zugreifen. Investieren Sie deshalb in eine professionelle (Internet-)Suite-Lösung eines renommierten Herstellers und sorgen Sie damit für mehr Sicherheit im heimischen Umfeld. Family-Lizenzen für 3-5 Geräte kosten inzwischen oft weniger als ein Kino-Besuch mit der ganzen Familie.

Entrümpelung

Kellerräume verfügen über eine spezielle Art von Magnetismus. Mit unglaublicher Effizienz ziehen Sie all die Dinge an, die man nicht mehr benötigt um sie in Regalen und Kisten verschwinden zu lassen. Über die Zeit führt dies dazu, dass jeglicher Ablageplatz verschwindet und man immer mehr Zeit braucht, um etwas im Keller zu finden.

Das gleiche geschieht auch auf dem PC. Tools die man mal irgendwann einmal brauchte, Grafiken, die man bereits seit 2 Jahren mal analysieren wollte und Programme für die es längst keinen Service mehr gibt dümpeln auf der Festplatte vor sich hin. Glauben Sie nicht? Werfen Sie mal einen kurzen Blick in den Lesezeichen/Favoriten-Bereich Ihres Browsers. Benötigen Sie wirklich noch all die URLs die dort abgelegt sind?

Nein, nun das gleiche gilt für „Programm-Leichen“ auf Ihrem PC! Löschen und deinstallieren Sie, was Sie nicht mehr brauchen. Entfernen Sie Dateien, die längst überaltert sind wie z.B. Zwischenberichte, Kalkulationen, Präsentationen und Beschreibungen. Entrümpeln Sie Ihren Computer ebenso wie Ihren Keller und schaffen Sie wieder Platz! Tun Sie es heute – oder fangen Sie zumindest heute damit an, indem Sie all die Sachen entfernen, bei denen sofort klar ist, dass sie nicht mehr benötigt werden.

Als Nebeneffekt reduzieren Sie auch Ihr Sicherheitsrisiko, denn veraltete Tools werden gerne als Einfallstor für Angriffe genutzt. Wer sich gerne beim Entrümpeln helfen lassen will, findet im Internet zahlreiche Utilitys unter dem Suchbegriff: „PC Cleaner“

Im dienstlichen Umfeld sollten Sie Ihre gewohnten Ansprechpartner (Helpdesk) kontaktieren, wenn Sie z.B. eine Deinstallation von nicht mehr genutzten Programmen wünschen. Nebenbei reduziert dies auch die Lizenzkosten bei Ihrem Arbeitgeber... also weg mit dem ungenutzten Sachen!

Mobile Geräte wie einen PC schützen

Man vergisst es leicht, aber ein aktuelles Smartphone ist eigentlich ein hochwertiger PC. Doch während der PC vor unberechtigter Inbetriebnahme geschützt ist, sind es Smartphones (und auch Tablet-Systeme) oft nicht. Verständlich, denn wer hält sich schon gerne mit der Eingabe eines Passwortes auf – noch dazu bei einem Smartphone, welches man dutzendmal am Tag zum Telefonieren, surfen oder zur Terminabstimmung einschaltet.

Aber Sicherheit tut Not – dies merkt man vor allem dann, wenn ein Smartphone verloren geht und der „Finder“ uneingeschränkten Zugriff auf das Gerät hat. Einerlei, ob es nun den E-Mail-Verkehr betrifft, die gespeicherten Fotos und Dokumente, alles liegt im Zugriff des „Finders“.

Im Idealfall hat man eine Security-Lösung installiert, die ein Löschen der persönlichen Daten per Remote-Zugriff erlaubt oder die Daten anderweitig schützt – aber viele Geräte verfügen über keine derartige Lösung. Wer also keine entsprechende Security-Suite auf seinem Smartphone (Tablet) hat, sollte zumindest den einfachen Zugriffsschutz aktivieren!

  • Bei iPad und iPhone, können Sie über „Einstellungen“ im Bereich „Allgemein“ via „Code-Sperre“ ihren Schutz aktivieren.
  • Bei einem Android-System finden Sie die entsprechenden Setting beispielsweise über Einstellungen“, “Einstellungen für Standort & Sicherheit“ und dort im Bereich „Display-Sperre“. Aufgrund der Vielzahl von unterschiedlichen Systemen ist hier eine genaue Angabe leider nicht möglich.
  • Bei einem Windows Phone können Sie via „Einstellungen“ und „Sperre und Hintergrund“ eine Passwortabfrage definieren.

Genaue Details finden Sie auch in den Bedienungsanleitungen zu Ihrem Smartphone oder Tablet.

Sicherheit bei der Nutzung elektronischer Komponenten vom PC bis hin zum Smartphone kann viele Facetten haben. Wichtig ist jedoch, auch an der Umsetzung der „guten Vorsätzen“ zu arbeiten und zum Jahresanfang auch umzusetzen.

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