Schattenwirtschaft

Wie viel gestohlene Daten im Deep Web kosten

| Redakteur: Stephan Augsten

Auf Basis jahrelanger Beobachtungen haben die McAfee Labs geschätzt, wie viel Cyber-Kriminelle momentan pro Datensatz springen lassen.
Auf Basis jahrelanger Beobachtungen haben die McAfee Labs geschätzt, wie viel Cyber-Kriminelle momentan pro Datensatz springen lassen. (Bild: Archiv)

Jeden Tag stehlen Cyber-Kriminelle haufenweise Zugangsdaten und Kreditkarten-Informationen gestohlen. Doch was kostet ein entsprechender Datensatz auf dem Schattenmarkt im Internet? Dieser Frage sind die McAfee Labs nachgegangen.

Der Bericht „The Hidden Data Economy“ gibt einen Einblick, wie und mit welchen Datentypen im Internet gehandelt wird. Anhand von Beispielen erläutern die zu Intel Security gehörenden McAfee Labs die Preispolitik für den Handel mit diesen sensiblen Daten.

Zu den begehrtesten Informationen gehören demnach Kredit- und Debitkartendaten, Anmeldedaten für Banken, Online-Bezahldienste und Firmennetzwerke sowie Login-Credentials für Kundenkarten und Online-Auktionen. In die Betrachtung sind außerdem die Preise für betrügerische Banktransferdienstleistungen eingeflossen.

Überwacht wurden Webseiten und Chatrooms sowie Online-Plattformen, Communities und Marktplätze, auf denen Handel mit gestohlenen Daten betrieben wird. Genaue Preisangaben sind nicht möglich, da die Kriminellen mitunter Rabatte und andere Zahlungsmodalitäten aushandeln. Durch die langjährige Zusammenarbeit mit anderen Sicherheitsanbietern und Strafverfolgungsbehörden konnten die McAfee-Experten aber eine Schätzung erstellen.

Zahlungskarten-Daten gehören zu den am häufigsten gestohlenen und verkauften Daten. Die Preise steigen mit dem Informationsgehalt, da Cyberkriminelle die angereicherten Kerndaten noch weiterreichend nutzen können. Für einen Kreditkarten-Datensatz aus der EU werden geschätzte 25 bis 45 US-Dollar fällig.

Ein Datenpaket mit hohem Informationsgehalt umfasst beispielsweise die Kennnummer einer Bankverbindung, Geburtsdatum, Rechnungsadresse sowie PIN- und Sozialversicherungsnummer bis hin zum Mädchennamen der Mutter. Sogar Benutzername und Passwort werden mitunter als Zusatzdaten geliefert.

  • Konten für Onlinebezahldienste werden aufgrund ihrer eingeschränkten Verwendung scheinbar nur nach ihrem jeweiligen Kontostand gehandelt. Anmeldedaten für Konten mit einem Guthaben von 400 bis 1.000 US-Dollar kosten schätzungsweise 20 bis 50 US-Dollar.
  • Bankanmeldedaten können von Cyberkriminellen gekauft werden, um gestohlene Gelder ins Ausland zu transferieren. Die McAfee Labs haben Bankanmeldedaten für ein Konto mit einem Saldo von 2.200 US-Dollar für 190 US-Dollar ausfindig gemacht.
  • „Online Premium Content“-Dienste kosten auf dem Schwarzmarkt eher wenig, was vermuten lässt, dass Cyberkriminelle den automatisierten Diebstahl weiter ausgebaut und intensiviert haben. Dazu gehören Anmeldeinformationen zu Online-Video-Streaming (0,55 bis 1 US-Dollar), Premium Kabelkanal-Streaming-Diensten (7,50 US-Dollar) und Profisport-Streaming (15 US-Dollar).
  • Bonusprogramme und Community-Konten scheinen auf den ersten Blick als Angriffsziel weniger interessant, doch Nachforschungen haben ergeben, dass auch Anmeldeinformationen zu Hotelbonusprogrammen und Online-Auktionskonten auf dem Schwarzmarkt angeboten werden.

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