Windows XP ist tot, ein schnelles Betriebssystem-Upgrade Pflicht! 10 Tipps für die erfolgreiche Migration von Windows XP

Autor / Redakteur: Sandra Adelberger / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Seit dem 8. April hat Microsoft jeglichen Support für das äußerst beliebte Betriebssystem XP beendet und alle Sicherheits-Updates eingestellt. Das Ende des 12 Jahre alten Veteranen, der noch von einem Drittel aller Microsoft-Benutzer verwendet wird, macht das System für Hacker-Angriffe verwundbar. Höchste Zeit also für ein neues Betriebssystem!

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Wer ein paar wenige Punkte konsequent beachtet, kann auch jetzt noch erfolgreich von XP auf ein neues Betriebssystem migrieren.
Wer ein paar wenige Punkte konsequent beachtet, kann auch jetzt noch erfolgreich von XP auf ein neues Betriebssystem migrieren.
(Bild: fotomek - Fotolia.com [Collage])

Allen Warnungen zum Trotz beabsichtigen 36 Prozent der XP-Benutzer, zumindest eines ihrer Geräte weiterhin unter XP laufen zu lassen. Bei kleinen Unternehmen mit begrenzten IT-Ressourcen liegt der Prozentsatz sogar noch höher. Doch der Verzicht auf Updates ist einfach keine Option. Kleine Unternehmen, die einige wenige oder aber Hunderte von XP-Maschinen nutzen, müssen ein neueres Betriebssystem wie Windows 7 oder Windows 8.1 installieren oder mit ihren Systemen komplett zu einem Microsoft-Konkurrenten wie Apple oder Google wechseln. Ohne Wenn und Aber!

Für IT-Abteilungen mit einem knappen Budget ist das schlicht ein Albtraum. Dennoch ist es auch jetzt noch nicht zu spät, diese Migration richtig sowie zeit- und kostensparend durchzuführen. Dazu müssen IT-Verantwortliche die folgenden 10 Dinge für die Migration von Windows XP ausführen:

1. Planen und bereiten Sie die Migration vor:

Installieren Sie nicht Hals über Kopf gleich das neueste Windows-Betriebssystem auf sämtlichen Maschinen. Planen und testen Sie Ihre Vorgehensweise in kleinen Schritten, damit Sie wissen, worauf Sie sich einlassen und nicht plötzlich vor einem globalen Problem stehen, das Ausfallzeit für Ihr gesamtes Unternehmen verursacht. Planen Sie eine Pilotmigration auf einer oder zwei Maschinen; dies ermöglicht Ihnen eine Optimierung des Prozesses für die restlichen Geräte.

2. Wählen Sie ihren Migrationsweg:

Wenn Ihre Mitarbeiter bereits mit erst kürzlich gekauften Computern arbeiten, auf denen aber noch ein älteres Microsoft Betriebssystem läuft, muss nur das neue Betriebssystem aufgespielt werden, ein Austausch der Maschinen selbst ist nicht nötig. Kaufen Sie neue Software, und installieren Sie diese auf den Computern.

Wenn Ihre Maschinen aber bereits älter als fünf Jahre sind, lohnt sich ein Austausch gegen neuere Computer, auf denen die aktuellen Betriebssysteme problemlos laufen. Neue Betriebssysteme auf alten Maschinen können extrem langsam sein und so die Produktivität der Mitarbeiter einschränken. Irgendwann muss man auch die aktuelle Windows-Version austauschen, und dann steht die nächste Migration für Ihr Unternehmen an. Planen Sie vorausschauend, damit Sie schon jetzt zu Geräten greifen, auf denen auch anspruchsvollere zukünftige Systeme laufen können.

3. Erstellen Sie ein Backup von Windows XP:

Bevor Sie ein neues Betriebssystem installieren, sollten Sie sämtliche Informationen unter Windows XP sichern. Eine Migration ohne Datensicherung aller Dateien und des gesamten Systems wird das Risiko für Datenverlust in Ihrem Unternehmen deutlich erhöhen. Da es sich hier nicht um ein einfaches XP-Update, sondern eine grundlegende Installation eines völlig neuen Systems handelt, löscht der Installationsprozess viele Ordner mit wichtigen Daten. Von Finanzdaten bis hin zu vertraulichen Unternehmensinformationen könnte alles unwiederbringlich verloren gehen und zu verminderter Produktivität und Umsatzverlusten führen.

4. Sichern Sie Ihre Daten richtig:

Sichern Sie Ihre Daten mit Disk-Imaging-Technologie und nicht mit einer Datei-Kopierfunktion. Windows ist ein komplexes Betriebssystem mit Daten, die auch außerhalb von gängigen Ordnern liegen. Denken Sie auch an Passwörter, Einstellungen und an alles, was auf Ihrem Computer in Applikationen oder Systemeinstellungen vorhanden und nicht speziell in einem Ordner gespeichert ist.

Verwenden Sie zur Datensicherung eine Backup-Lösung mit Disk-Imaging, also eine Lösung, die ein Backup des gesamten Systems erstellt und gleichzeitig auch verteilte Dateien sichert. Wenn Sie sich für eine rein dateibasierte Backup-Lösung entscheiden, können Sie weder Systeme noch Applikationen auf dem neuen Betriebssystem wiederherstellen. Und Ihre Mitarbeiter können sich nicht mehr in geschäftskritischen Applikationen wie beispielsweise E-Mail anmelden.

5. Erstellen Sie ein umfassendes Backup:

Viele Nutzer legen Dokumente in den Papierkorb oder erstellen temporäre Ordner zum Speichern von Dateien. Selbst diese in Vergessenheit geratenen Ordner sollten gesichert werden. Denn Sie wissen nicht, was Ihre Mitarbeiter dort abgelegt haben. Eventuell wird genau das später aber benötigt. Denken Sie auch an versteckte Partitionen. Diese Partitionen, die auf Maschinen von Acer, Asus, Dell, HP und IBM zu finden sind, ermöglichen es, den Computer auch ohne CD oder DVD wieder auf Werkseinstellungen zurückzusetzen. Es ist extrem wichtig, diese Partition zu sichern und auf die neue Maschine zu übertragen.

6. Datensicherung erst im letzten Moment:

Sichern Sie die Maschinen direkt vor oder nach dem letzten Herunterfahren. Ihre Mitarbeiter erstellen und bearbeiten ständig vorhandene Dokumente und Projekte. Wenn Sie ein System bereits einen Tag vor der Migration sichern, verlieren Sie die Daten eines gesamten Tages. Führen Sie daher ein Backup erst im allerletzten Augenblick vor der Migration durch. Wenn dafür weder Zeit noch Ressourcen zur Verfügung stehen, verwenden Sie zusätzlich ein inkrementelles Backup zum Sichern der zuletzt auf dem System erstellten Daten. Die Option zur inkrementellen Sicherung ist in vielen Backup-Lösungen enthalten. Falls dies in der Software Ihrer Wahl nicht der Fall ist, erhalten Sie eine entsprechende Lösung ab etwa 50 Euro im Handel. Damit können Sie die Aufgabe in weniger als einer Stunde erledigen.

7. Migration als Massen-Prozess:

Verwenden Sie für die Verteilung des neuen Betriebssystems ein Tool für das Massen-Deployment. Wenn Sie mehr als 50 Maschinen betreuen, installieren Sie Windows nicht einzeln. Damit verschwenden Sie wertvolle Zeit. Eine Einzelinstallation dauert mindestens eine Stunde, und bei mehreren (manchmal Hunderten!) von Maschinen bedeutet das mehrere Wochen Installationsarbeit.

Um Zeit und Arbeitsaufwand zu minimieren, erledigen Sie am besten alles auf einmal mithilfe eines Tools für das Massen-Deployment. Dieses Tool kann nachts oder während eines Wochenendes laufen, um die Produktivität der Mitarbeiter nicht einzuschränken. Das Aktualisieren von Hunderten von Maschinen dauert dann oft nicht einmal vier Stunden.

8. Konvertieren Sie das Image in eine virtuelle Maschine:

Konvertieren Sie das Image-Backup von Windows XP mit kostenlosen Tools wie VMware Player oder VirtualBox in eine virtuelle Maschine. Dies ermöglicht es Ihnen, Ihr altes Windows XP in einer virtuellen Umgebung zu nutzen. Die Software, die Sie vor der Migration für die Erstellung von Systemimages genutzt haben, sollte Sie bei der Konvertierung dieser Backups in ein virtuelles Maschinen-Format unterstützen können.

Dieses Vorgehen erlaubt es auch eine virtuelle Kopie des alten Betriebssystems zu durchstöbern und erleichtert das Auffinden von Dateien, das Überprüfen von Einstellungen und Applikationen oder das Nachschlagen von alten Seriennummern. Dies ist vor allem wichtig bei Seriennummern bzw. Lizenzschlüsseln von Applikationen, die über die Benutzeroberfläche der Software, nicht aber in einer Standarddatei zur Verfügung stehen.

Wenn das Betriebssystem aktualisiert wird und Sie die Applikation erneut installieren, fehlen Ihnen diese Schlüssel-Codes, die Sie zur Nutzung berechtigen. Das stellt ein großes Problem für jedes Unternehmen dar, sobald es auch nur mit einfachen Applikationen wie Word oder PowerPoint arbeitet.

9. Verwenden Sie flexible Recovery-Tools:

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zum Wiederherstellen von Daten aus Backups, sobald die Daten schließlich auf das neue Betriebssystem umziehen können. Wählen Sie die Software, die Ihnen bei diesem Prozess die größte Flexibilität und einen durchsuchbaren Katalog, eine Suchoption im Windows Explorer und dergleichen mehr bieten kann. Eine Lösung mit zahlreichen Möglichkeiten Daten aufzufinden, sorgt für einen wesentlich reibungsloseren Übergang, sodass Ihr Team vorgegebene Fristen besser einhalten kann. Wenn Sie mit einer Lösung arbeiten, die nur eine Methode anbietet, dauert das Auffinden von Dateien und Applikationen meist länger, und es ist schwieriger, die Teams schnell wieder ins gewohnte Fahrwasser zu bringen.

10. Bewahren Sie die Backups auf:

Auch wenn Sie auf ein neues Betriebssystem umgestiegen sind, heißt das nicht, dass Sie Ihre alen Datensicherungen nicht mehr brauchen. Es kann durchaus sein, dass Sie sie bei einem weiteren Windows-Update erneut benötigen. Speichern Sie also alle Backups auf einer externen Festplatte, in der Cloud oder auch auf Band, aber löschen Sie sie nicht!

Fazit

Viele IT-Verantwortliche glauben, dass ihre Systeme so veraltet sind, dass sie gar nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Doch denken Sie daran, dass es völlig gleichgültig ist, ob Sie fünf oder 500 Maschinen migrieren – der Prozess an sich sollte stets der gleiche sein. Folgen Sie den vorher genannten Schritten, und Sie können sicher sein, dass der Migrationsprozess reibungslos abläuft.

Diese Schritte werden Ihnen helfen Datenverluste zu vermeiden sicherzustellen, dass Ihr System und Ihre Daten keinen Sicherheitslücken ausgesetzt sind, für die es keine Patches gibt.

Sandra Adelberger
Sandra Adelberger
(Bild: Acronis)

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Über die Autorin

Sandra Adelberger ist Director Product Marketing bei Acronis.

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