Ausblick der SolarWinds-Experten

5 Technikprognosen für 2019

| Autor / Redakteur: Destiny Bertucci, Sascha Giese, Patrick Hubbard, Tom LaRock, Leon Adato / Andreas Donner

2019 wird nach Meinung der SolarWinds-Head-Geeks u.a. ein Jahr für DataOps und Programmierer.
2019 wird nach Meinung der SolarWinds-Head-Geeks u.a. ein Jahr für DataOps und Programmierer. (Bild: © – The Walker – stock.adobe.com)

Die Head Geeks von SolarWinds stellen fünf Prognosen vor, die Technikexperten 2019 berücksichtigen sollten. Das Team beleuchtet das Sicherheitsumfeld von KMU, das Thema 5G, den Kampf um die Cloud, den Aufstieg von Data-First-Organisationen und die Möglichkeiten für Programmierer.

Destiny Bertucci.
Destiny Bertucci. (Bild: SolarWinds)

1. Sicherheitsstatus: KMU und MSSP

von Destiny Bertucci

Während wir das Jahr 2019 beginnen, ist das Sicherheitsumfeld mehr denn je im Umbruch. DDoS-Angriffe auf der Grundlage von individuellem Hijacking nehmen zu. Es ist davon auszugehen, dass Hacker über eine Vielzahl von persönlichen Daten verfügen, die sie sich über eine große Anzahl von Sicherheitsverstößen im Jahr 2018 angeeignet haben. Im Jahr 2019 wird das sich ständig wandelnde Sicherheitsumfeld die größte Bedrohung für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) darstellen, wobei gleichzeitig noch größere Möglichkeiten für Managed Service Provider (MSP) und Managed Security Service Provider (MSSP) geschaffen werden. Die Prognosen lauten wie folgt:

  • KMU-Angriffsvektor: Während die Verstöße nicht abnehmen, rechnen wir damit, dass 2019 die Zielgruppe der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) am ehesten Angriffen ausgesetzt sein wird. Durch geringere Sicherheitsvorkehrungen, fehlende Nutzerschulungen und weniger gut geschulte Profis erhöht sich die Gelegenheit für Sicherheitsverstöße drastisch. Hacker können somit einfach auf diese Daten zugreifen und Geld von KMUs einfordern.
  • MSP – Erweiterung des Sicherheitsangebots: Managed Service Provider (MSP) sehen darin eine Möglichkeit, ihr Angebot zu erweitern und Sicherheitsleistungen anzubieten. Es ist jedoch damit zu rechnen, dass viele Anbieter nicht über ausreichend Sicherheitsressourcen verfügen und folglich auf der Suche nach Partnerschaften mit Managed Security Service Providern (MSSP) sein werden. Das MSSP-Modell hat den Vorteil der schnellen Skalierbarkeit von Kapazität und Sicherheitskompetenz, während MSP-Systeme ihre eigenen internen Ressourcen aufbauen.
  • MSSP im Kommen: Als natürliche Folge werden Managed Security Service Provider (MSSP) im neuen Jahr einen Aufwärtstrend erleben. Zusätzlich zur wachsenden Nachfrage nach MSP-Diensten wird aufgrund eines Mangels an entsprechend geschulten Sicherheitsprofis in kleineren Unternehmen und dem wachsenden Bedarf an einer Zusammenarbeit mit Drittfirmen für eine gute Sicherheitsunterstützung und Verteidigung gegen Angriffe ein Anstieg an MSSP zu verzeichnen sein.

Sascha Giese.
Sascha Giese. (Bild: SolarWinds)

2. 5G-Netz für 2019: Sind wir schon soweit?

von Sascha Giese

„5G“ ist ein großes Schlagwort zum Jahresbeginn 2019, wobei viele Unternehmen, die einen Riesentumult um Airtime-Umsätze machen, behaupten, dass sich dies mit einem 5G-Netzwerk noch weiter verbessern wird. Im neuen Jahr soll sich alles um das 5G-Netz drehen, aber ein wesentlicher Faktor fehlt in der Diskussion: Viele Unternehmen behaupten, für die Einführung des 5G-Netzes bereit zu sein, wobei jedoch die nötige Infrastruktur zu dessen Unterstützung fehlt und dieselbe Bandbreitengeschwindigkeit wie zuvor genutzt werden müsste.

Fassen wir die Situation zusammen: Die theoretische maximale Geschwindigkeit des 5G-Netzes liegt bei 10 GBit/s und es wird eine Latenzzeit von vier Millisekunden angestrebt. Dabei handelt es sich um den Anschluss an einen einzelnen Endpunkt, ohne über das Kernnetz (Backbone) zu sprechen.

Jede Technologiegeneration eröffnet neue Möglichkeiten für Telekommunikationsunternehmen. Als das 4G-Netz im Jahr 2009 eingeführt wurde, waren sich die Mobilfunkanbieter nicht der großen Gewinne bewusst, die mit früheren Generationen erzielt wurden. Gemäß McKinsey haben die Umsätze auf ein geringes Wachstum hingewiesen, da große Investitionen in die Infrastruktur notwendig sind, um eine neue Generation erfolgreich einführen zu können. Um alle Vorteile des 5G-Netzes nutzen zu können, müssen Telekommunikationsunternehmen ihre Infrastrukturinvestitionen erhöhen. Die Anbieter werden ein Upgrade ihrer 4G-Netzwerke durchführen müssen, um die steigende Nachfrage im Jahr 2019 bewältigen zu können.

Einige Hauptakteure im Mobilfunkbereich sind sich der Schwierigkeiten im Hinblick auf die Latenzzeit durchaus bewusst. Apple hat angekündigt, dass 2019 kein iPhone eingeführt wird, das mit schnelleren 5G-Mobilfunk-Datennetzwerken kompatibel ist. Apple meint sicherlich, dass eine Umstellung auf das 5G-Netz verfrüht ist, da es nicht das erste Mal ist, dass Apple eine neue Drahtlostechnologie erst später auf den Markt bringt. Bereits in der Vergangenheit war das Unternehmen der Ansicht, dass die Netzwerke bei deren Einführung noch nicht ganz ausgereift waren und eine unzureichende Abdeckung lieferten, bis sie besser ausgebaut wurden.

Während das 5G-Netz einen wirklich großen Vorsprung für die Mobilfunk-Datengeschwindigkeit bedeutet, wird es ähnlich wie die früheren Generationen zunächst in Großstädten angeboten und anschließend auf eine nationale und globale Abdeckung ausgeweitet. Vorerst wird eine niedrige Frequenz eingesetzt, da eine gewisse Zeit notwendig sein wird, um das Netz voll einsetzen zu können – ähnlich wie beim Kauf von LTE-Mobiltelefonen, bei denen erst nach Jahren die Vorteile voll nutzbar waren. In diesem Jahr ist zu erwarten, dass man sich dessen bewusst wird, dass trotz der Einführung des innovativen 5G-Netzes noch eine gewisse Zeit für die Bereitstellung der Infrastruktur und Investitionen in diesem Bereich benötigt werden.

Patrick Hubbard.
Patrick Hubbard. (Bild: SolarWinds)

3. Kampf um die Cloud: Gerangel um Unternehmenskunden

von Patrick Hubbard

Nachdem sich der Einsatz von Public-Cloud-Infrastrukturen immer mehr durchsetzt, werden Cloud-Anbieter wie AWS, Azure und Google wahrscheinlich einer Situation ausgesetzt sein, in der sie aktiv neue Unternehmens- bzw. On-Premise-Kunden anwerben müssen. Derzeit sind Unternehmen mit der Migration von Anwendungen zu Technologieplattformen, sowohl in der Cloud als auch lokal, beschäftigt. Daher wird sich 2019 das Hauptaugenmerk auf Tools zur Vereinfachung und Verbesserung der Migration von Anwendungen richten. Einige Anbieter, z.B. AWS, haben bereits damit begonnen, entsprechende Maßnahmen einzuleiten und bieten ihre selbst entwickelte Software zur Handhabung und automatischen Überwachung der Migration von Anwendungen an. 2019 werden Public-Cloud-Anbieter damit beginnen, neue Strategien und Methoden umzusetzen sowie die Cloud und die damit verbundenen Technologien neu einzuführen, um weitere Unternehmenskunden anzusprechen.

Tom LaRock.
Tom LaRock. (Bild: SolarWinds)

4. Das Jahr von DataOps und der Aufstieg von datengesteuerten Data-First-Organisationen

von Tom LaRock

Alle DevOps-Strategien verfolgen universelle Ziele: Mobilität, schnellere Entwicklung, verbesserte Endnutzererfahrung und „intelligente“ operative Entscheidungsfindung. Mit der Umstellung der DevOps von einem Hype zu einem Standardverfahren in agilen IT-Abteilungen sollten Technik- und Geschäftsprofis, die ihren Unternehmen einen Mehrwert verschaffen möchten, den nächsten Schritt vollziehen, um ihrer Abteilungen Geltung zu verschaffen: DataOps.

In der heutigen zunehmend digitalen Welt können Daten nicht aus dem agilen Entscheidungsfindungsprozess ausgeschlossen werden. Es ist damit zu rechnen, dass 2019 das Jahr sein wird, in dem Daten als wesentlicher Geschäftsfaktor gelten werden. „Datenkultur“ wird zunehmend in das Technologieumfeld integriert, und es wird immer mehr datengesteuerte Data-First-Organisationen geben. Dies wird ebenfalls zu einem Anstieg von DataOps-Verfahren führen, da herkömmliche Administratoren zu verstehen beginnen, dass die seitenweise Indexoptimierung ein Ende hat. Operationsteams müssen eine „Datendenkweise“ annehmen, um die Datentypen zu erkennen, die ihre Abteilung überfordern und die optimiert werden können, um dem Unternehmen einen Mehrwert zu verschaffen. Mit DataOps können die Organisationen beginnen, ihr IT-Team in ein Data-Science-Team umzuwandeln, da sie eine Data-First-Haltung annehmen.

DataOps kann den Führungskräften helfen, ihr Unternehmen effizienter zu leiten, indem die relevantesten Daten extrahiert und analysiert werden, um sie in einen ansprechenden und im Unternehmen verständlichen Bericht umzuwandeln. Unternehmen werden beginnen, mit diesen Daten zu arbeiten – sie werden sie also nicht nur in Excel-Tabellen eintragen und nachverfolgen, sie werden beginnen, wichtige Daten zu verwenden, um fundiertere Entscheidungen zu treffen. Technikexperten haben die Möglichkeit, an diesem verwertbaren, im Unternehmen verständlichen Bericht beteiligt zu sein, was ihnen sogar einen Platz am Strategieverhandlungstisch verschaffen könnte.

Leon Adato.
Leon Adato. (Bild: SolarWinds)

5. Das Paradies des Programmierers

von Leon Adato

Trotz ihres Gestaltungspotenzials gilt die Automatisierung oft immer noch als wichtige Bedrohung für Profis im Technologiesektor. Im Jahr 2019 werden sich Technikexperten bewusst werden, dass sie sich im Gegensatz zur weitverbreiteten „Angst vor der Automatisierung“ eher in einen Job hineinautomatisieren als aus einem Job herausautomatisieren werden können. Folglich wird ein drastischer Aufwärtstrend im Bereich der Programmierung in Organisationen zu verzeichnen sein, die bisher noch keine Erfahrung damit hatten.

Viele Technikexperten, die in einem Hybridumfeld arbeiten, stehen bereits an der Schwelle zu dieser Umstellung, da für den Einsatz von GUI, CLI oder API bei Verwaltung des Cloud-Arbeitsaufwands ein größeres Fachwissen im Bereich Automatisierung und umfassende Kenntnisse der Skripterstellung notwendig sind. Da Administratoren immer mehr Cloud-Workloads unterstützen, wird eine wachsende Zahl von Technikexperten erfolgreich API, GUI und CLI einsetzen, um nicht nur Netzwerke, Speicher und Dienste, sondern auch weitere Prozesse, z.B. das Management von Warteschlangen in Containern, festzulegen. Gleichzeitig wird die Automatisierungstechnik ebenfalls zahlreiche Vorteile für Technikexperten für Systeme im Unternehmen bieten, die beginnen sollten, mehr über Kommandozeilenbefehle und die Umstellung auf automatisierte und orchestrierte Vorgehensweisen nachzudenken.

Da schließlich Technikexperten, insbesondere in kleinen und mittelständischen Unternehmen, mehr mit dem Gestaltungspotenzial von Automatisierungstools vertraut werden, wird erwartet, dass sie gleichzeitig Möglichkeiten erkennen, um eine Vielzahl der Prozesse zu automatisieren. Die steigende Zahl an Konferenzen, wie z.B. DevNet auf der Cisco Live!, die ca. 75 Prozent der Cisco-Live!-Events in diesem Jahr ausmachen werden, ist der Beweis, dass 2019 ein paradiesisches Jahr für Programmierer sein wird.

Über die Autoren

Destiny Bertucci, Sascha Giese, Patrick Hubbard, Tom LaRock und Leon Adato sind Head Geeks bei SolarWinds.

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