Business Smartphones von RIM absichern 7 smarte Security Apps für den Blackberry

Autor / Redakteur: Moritz Jäger / Stephan Augsten

Sicherheits-Apps für den Blackberry scheinen überflüssig zu sein. Schließlich gelten die Smartphones von Research in Motion ohnehin als sicher. Auf Blackberrys, die privat oder in kleinen Unternehmen genutzt werden, trifft dies aber nur teilweise zu. Security-Insider.de stellt sieben nützliche Security Apps für den Blackberry vor.

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In der Blackberry App World finden sich mittlerweile einige Security Apps.
In der Blackberry App World finden sich mittlerweile einige Security Apps.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der Blackberry gehört zweifelsohne zu den sichersten mobilen Geräten. Dies gilt vor allem dann, wenn die Smartphones des Herstellers Research in Motion (RIM) über einen Blackberry Enterprise Server (BES) administriert werden. Doch Blackberrys sind schon lange keine reinen Unternehmensgeräte mehr.

Immer häufiger setzten auch Privatpersonen die RIM-Smartphones ein. Diese Geräte sind oftmals nicht mit einem Blackberry Enterprise Server gekoppelt, sondern setzen lediglich auf den Blackberry Internet Service (BIS). Dieser sorgt zwar auch für eine sichere Übertragung der E-Mails, allerdings fehlen wichtige Funktionen wie etwa ein Remote Wipe, eine Sicherungsfunktion für SMS oder eine Lokalisierungsfunktion.

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Die meisten der hier vorgestellten Applikationen lassen sich direkt aus der App World, dem Anwendungsverzeichnis für RIM-Smartphones, herunterladen und installieren. Zu jeder App liefern wir einen Link auf die US-Seite der App World oder zur jeweiligen Hersteller-Website.

Download mittels QR-Code

Um die Software auf dem Smartphone zu installieren, kann man sie per Hand in der App World suchen, es geht aber auch deutlich bequemer: RIM zeigt zu jeder Applikation einen so genannten QR-Code, eine Abwandlung der bekannten Barcodes. Diese Codes finden sich unten rechts zu jeder App und können direkt vom Smartphone eingescannt werden.

Für den Scan öffnet man die App-World-Anwendung auf dem Blackberry, drückt im Hauptmenü auf die Kontexttaste und wählt „Scan a Barcode“. Anschließend kann man den Barcode einscannen und landet direkt auf dem jeweiligen Eintrag.

Unter Umständen kann es vorkommen, dass nicht jedes Gerät auf alle Apps zugreifen kann. Das hat folgenden Hintergrund: Research in Motion verlangt von den Entwicklern, dass sie angeben, auf welchen Geräten bzw. welchen Formfaktoren die App läuft.

Inhalt

  • Seite 1: Download-Möglichkeiten für Security Apps
  • Seite 2: Zwei-Faktor-Authentifizierung dank Verisign und Google
  • Seite 3: Passwort-Verwaltung und Zugriffsschutz
  • Seite 4: Von Antivirus, Diebstahl-Schutz und Geolocation…
  • Seite 5: … bis hin zu Blackberry-eigenen Backups

VIP Mobile

(Archiv: Vogel Business Media)

Die Zwei-Faktor-Authentifizierung lässt sich vereinfacht so zusammenfassen: Neben einem Passwort muss der Nutzer noch ein Einmal-Passwort angeben, das von einem Gerät erzeugt wird. Wer dazu nicht ständig zu einem Dongle greifen will, kann die Generatoren von Verisign und Google auch direkt auf seinem Blackberry installieren.

Von Verisign kommt die kostenlose App VIP Mobile. Diese lässt sich beispielsweise auf Seiten wie eBay, Paypal oder einzelnen Business-Angeboten der Telekom nutzen. Nach der Installation auf dem Blackberry muss die App über eine vierstellige Nummer mit dem jeweiligen Dienst abgeglichen werden.

Verisign Identity Protection für Blackberry kann kostenlos über die App World heruntergeladen werden.

Google Authenticator

(Archiv: Vogel Business Media)

Google hat für seine Dienste ebenfalls seit kurzem eine Zwei-Faktor-Authentifizierung im Angebot. Auch hier setzt der Konzern auf Smartphones, die App nennt sich Google Authenticator und unterstützt Blackberrys, Android-Geräte sowie iPhones.

Leider können Blackberry-Nutzer den Google Authenticator derzeit noch nicht über die App World beziehen, sondern müssen mit dem Browser auf diese Seite wechseln. Zudem kann die App nur heruntergeladen und installiert werden, wenn die Sprache des Smartphones auf US-English eingestellt ist – dieser unnötigen Hürde müssen sich Android-Nutzer beispielsweise nicht stellen. Nach der Installation der App kann man die Spracheinstellungen wieder zurücksetzen, der Funktionsweise tut das keinen Abbruch.

Anschließend muss die App noch konfiguriert werden. Um sich als rechtmäßiger Nutzer auszuweisen, verlangt die Applikation den Schlüssel, den man während des Setups der Zwei-Faktor-Authentifizierung angelegt hat. Weitere Informationen finden sich in einer englischsprachigen Installationsanleitung zum Google Authenticator.

Inhalt

  • Seite 1: Download-Möglichkeiten für Security Apps
  • Seite 2: Zwei-Faktor-Authentifizierung dank Verisign und Google
  • Seite 3: Passwort-Verwaltung und Zugriffsschutz
  • Seite 4: Von Antivirus, Diebstahl-Schutz und Geolocation…
  • Seite 5: … bis hin zu Blackberry-eigenen Backups

LastPass

(Archiv: Vogel Business Media)

LastPass ist eine populäre Lösung, mit der sich Passwörter verwalten und über verschiedene Systeme synchronisieren lassen. Das klappt nicht nur zwischen den verschiedenen Desktop-Betriebssystemen, LastPass stellt auch verschiedene Clients für mobile Geräte bereit – darunter auch für den Blackberry.

Nach der Installation synchronisiert sich die App auf dem Blackberry mit dem LastPass-Konto im Internet, sie trägt sich zudem im Blackberry Browser ein. Erkennt LastPass die Zugangsdaten für eine Website, so trägt die Software die Informationen automatisch ein – Blackberry OS 5.0 und höher vorausgesetzt. Im Test klappte dies allerdings nicht immer.

Der einzige Nachteil von LastPass: Die App lässt sich nur 14 Tage nutzen. Wer sie länger verwenden möchte, der muss einen kostenpflichtigen Premium-Account abschließen. LastPass ist über die App World erhältlich und wird auch darüber aktualisiert.

Advanced Device Locks

(Archiv: Vogel Business Media)

Anders als der Name andeutet, dient Advanced Device Locks nicht dazu, das Gerät zu sperren. Die App kümmert sich vielmehr um einzelne Anwendungen, welche das Programm vor unbefugtem Zugriff schützen möchte.

Nach der Installation legt man zunächst ein Passwort für den Zugriffsschutz fest. Anschließend kann man über die Optionen den Programm-Manager aufrufen. In diesem lassen sich die jeweils zu schützenden installierten Anwendungen auswählen.

Nun muss man die App muss nur noch über ihre Startseite scharf schalten. Sobald eine geschützte Applikation gestartet wird, schaltet sich Advanced Device Locks vor und verlangt das zuvor definierte Passwort. Erst nach erfolgreicher Eingabe ist ein Zugriff möglich.

Advances Device Lock beschränkt sich übrigens nicht nur auf offensichtliche Anwendungen. Die App kann auch verschiedene Blackberry-Funktionen über ein Passwort schützen - beispielsweise die OTA Updates oder die Diagnose-Funktionen. So kann man beispielsweise neugierige Nutzer in die Schranken weisen, ohne dass man umfangreiche Richtlinien über den BES ausrollen muss.

Advanced Device Locks findet sich in der App World und kostet 2,79 Euro. Es steht allerdings eine 7-tägige Trial-Version zur Verfügung.

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  • Seite 1: Download-Möglichkeiten für Security Apps
  • Seite 2: Zwei-Faktor-Authentifizierung dank Verisign und Google
  • Seite 3: Passwort-Verwaltung und Zugriffsschutz
  • Seite 4: Von Antivirus, Diebstahl-Schutz und Geolocation…
  • Seite 5: … bis hin zu Blackberry-eigenen Backups

Kaspersky Mobile Security

(Archiv: Vogel Business Media)

Kaspersky kennen die meisten als Hersteller von Antiviren-Software – ein Problem, von dem Blackberry-Nutzer glücklicherweise größtenteils verschont bleiben. Der Anbieter hat mit der Mobile Security allerdings auch eine Sicherheits-Suite für mobile Systeme im Angebot. Diese unterstützt neben Android, Symbian und Windows Mobile eben auch Blackberry-Systeme.

Auf dem Blackberry konzentriert sich die Kaspersky Mobile Security vor allem auf den Schutz der Daten im Diebstahlsfall sowie eine Filterfunktion für Anrufe und SMS. Verschwindet das Gerät, kann man es über eine spezielle SMS-Nachricht von einem anderen Handy aus sperren oder gar löschen.

Clever ist dabei, dass die Kaspersky-App den Nutzer auch über den Wechsel der SIM-Karte informieren kann – die neue Telefonnummer wird dann an eine zuvor definierte Rufnummer geschickt. Die App richtet sich damit vor allem an Nutzer eines BIS - denn wenn ein Smartphone am Blackberry Enterprise Server angeschlossen ist, dürfte dieser ein Großteil der genannten Funktionen abdecken.

Die Software kostet in der Ein-Jahres-Lizenz 24,95 Euro – ein stolzer Preis, wenn man bedenkt, dass beispielsweise Funktionen wie das Antivirus-Modul fehlen. Bevor man die App kauft, sollte man in jedem Fall den siebentägigen Testzeitraum in Anspruch nehmen und herausfinden, ob man die Funktionen benötigt.

Die Software lässt sich allerdings nicht über die App World beziehen, die Testversion kann über die Webseite von Kaspersky Mobile Security angefordert werden. Im Test ließ sich übrigens nur das Installationspaket von der deutschen Kaspersky-Seite einrichten. Bei der englischen Version schlug die Installation fehl.

Lookout Mobile Security

(Archiv: Vogel Business Media)

Eine Alternative zum Angebot von Kaspersky ist die Lookout Mobile Security. Der Anbieter, vor allem für seine Android-Software bekannt, liefert die Blackberry-Version seiner Lösung in einem Freemium-Modell. Die Grundfunktionen – Virenschutz, Datensicherung und Suche des Smartphones über das Webinterface – sind also kostenlos.

Wer erweiterte Funktionen wie Schutz der Privatsphäre, erweiterte Sicherheit oder Backup von Bildern nutzen möchte, der muss dafür ein Premium-Konto einrichten. Dieses schlägt monatlich mit 2,99 US-Dollar zu Buche. Das Web-Interface von Lookout ist simpel gehalten und schnell zu verstehen. Auf der linken Seite sind die mit dem Konto verknüpften Smartphones zu sehen, daneben kann man über Tabs die verschiedenen Funktionen auswählen.

Auf dem Smartphone ist die App eher minimalistisch. Der Antiviren-Scanner läuft im Hintergrund und überprüft alle neu installierten Apps. Zudem kann man manuell neue Suchen anstoßen. Ähnlich funktioniert die Backup-Funktion. Die kostenlose Version beschränkt sich allerdings auf die Sicherung der Kontakte.

Im Test zeigt die Locate-Funktion einige Schwächen, sie konnte das Smartphone schlicht nicht finden. Die Scream-Option, die das Gerät einen lauten Ton abspielen lässt, arbeitete dagegen einwandfrei. Lookout Mobile Security lässt sich per SMS anfordern, auf der gleichen Website ist auch ein direkter Link für Blackberrys hinterlegt.

Ein wichtiger Hinweis: Auch wenn das Smartphone keinen Neustart verlangt, so sollte man diesen dennoch durchführen. Erst nach dem Neustart konnte sich die App im Test mit dem Web-Interface verbinden. Zuvor erhielt man eine Fehlermeldung, dass die Signalstärke nicht stark genug sei.

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  • Seite 5: … bis hin zu Blackberry-eigenen Backups

Blackberry Protect

(Archiv: Vogel Business Media)

RIM selbst plant mit Blackberry Protect ebenfalls eine Sicherheits-App, die künftig allen Nutzern zur Verfügung stehen soll. Blackberry Protect bietet drei Grundfunktionen:

  • Sichern und Wiederherstellen von Daten
  • Sperren und Löschen des Gerätes
  • Hilfe beim Wiederfinden

Die Backup-Funktion sichert Kontakte, Kalendereinträge, Aufgaben, Memos, Browser Lesezeichen und Textnachrichten. Nutzer können selbst auswählen, was gesichert werden soll. Die Daten lagern anschließend auf den Servern von Research in Motion.

Wird das Gerät gestohlen oder geht es verloren, dann kommt das zur App gehörige Portal zum Einsatz. Über dieses kann man das Smartphone aus der Ferne sperren und eine Nachricht auf dem Display anzeigen lassen. Das Portal kann außerdem versuchen, den Ort des Smartphones abzufragen und stellt ihn auf einer Karte dar.

Besonders praktisch ist die Funktion „Loud Ringer“. Wie der Name andeutet, lässt sie das Smartphone klingeln - selbst wenn dieses eigentlich auf Lautlos gestellt ist. Die Remote Wipe-Funktion schließlich löscht alle Daten auf dem Smartphone.

Blackberry Protectist erst kürzlich der Beta-Phase entwachsen. Eine Garantie, dass die Software auf allen RIM-Geräten läuft, gibt es also nicht.

Fazit

Anders als etwa bei Android oder beim iPhone muss man sinnvolle Sicherheits-Applikationen beim Blackberry-System wirklich suchen. Funktionen wie Remote Wipe oder die Verschlüsselung von Daten sind bei Blackberrys schließlich schon im Standard-Umfang enthalten. Zumindest in dem Fall, dass das Smartphone mit einem Blackberry Enterprise Server oder einem BES Express gekoppelt ist.

Wirklich sinnvoll sind allerdings die Backup-Apps von Lookout oder RIM selbst. Auch Firmen-Admins sollten sich überlegen, ob sie diese Anwendungen zulassen. Denn so können Nutzer beispielsweise selbstständig eine Lokalisierung der Geräte veranlassen oder das Smartphone klingeln lassen. Dies sollte den Support-Aufwand deutlich verringern, wenn ein Anwender das Handy wieder einmal verlegt hat.

All jene, die den Blackberry dagegen privat verwenden oder nur mit einem BIS gekoppelt haben, profitieren natürlich ungemein von den Security Apps. Mit ihrer Hilfe erhalten sie zahlreiche Zusatzfunktionen, die sonst nur den Firmenkunden zugänglich sind – und das zu einem Bruchteil des Preises, den ein kompletter BES kosten würde.

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  • Seite 2: Zwei-Faktor-Authentifizierung dank Verisign und Google
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  • Seite 5: … bis hin zu Blackberry-eigenen Backups

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