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Was Unternehmen bei der Anschaffung einer modernen Datensicherung berücksichtigen sollten 7 Tipps für die richtige Backup-Lösung in virtualisierten Umgebungen

Autor / Redakteur: Mario Werner, Syncsort* / Rainer Graefen

Einige strategische Überlegungen sollten bei der Planung des nächsten Datensicherungssystems schon gemacht werdend. Ein Ziel könnte es sein, alles unter einen Hut zu bekommen und die Kosten dafür nicht ausufern zu lassen.

(Fotolia)

1. Nutzen Sie Ressourcen schonende Backup-Verfahren

Die Vorteile der Virtualisierung werden aufgrund der hohen Auslastung der physikalischen Server schnell zum Nachteil für ein effizientes Backup. Ressourcen schonende Verfahren sind daher gefragt. Achten Sie auf Backup-Lösungen, die mit datenreduzierenden Verfahren wie Block-basierter Deduplizierung und Datenkompression arbeiten. Vor allem der Block-Level-Ansatz, bei dem Änderungen in Datenblöcken unterhalb des Dateisystems erfasst werden, sorgt dafür, dass ein Backup fast keine Leistungseinbußen mehr bringt und eine jederzeitige Geschäftskontinuität gewährleistet ist.

2. Achten Sie auf die Integration von Applikationen

Mit einem stärkeren Einbezug geschäftskritischer Anwendungen in die virtualisierte Welt und der Implementierung von Cloud Services ist die konsistente Integration von Applikationen in den Backup-Prozess entscheidend.

Achten Sie daher auf Lösungen, die in der Lage sind, alle Daten einer Anwendung inklusive ihrer Struktur und ihrem Leistungsverhalten zu erkennen. Anderenfalls kann es passieren, dass eine Anwendung nicht mehr im vollen Umfang wiederhergestellt werden kann.

Bei vielen der zurzeit am Markt erhältlichen Lösungen, die auf einem agentenlosen Backup basieren, mangelt es an dieser „Application-Awareness“, so dass umständliche und zeitaufwändige zusätzliche Skripte notwendig sind.

3. Beachten Sie vorhandene Speicherinfrastrukturen

In der Regel erfolgen virtuelle Backups rein festplattenbasiert (disk to disk). Als Zweitspeicher kommt aber häufig das Tape zur Anwendung, sogar als primäres Speichermedium ist es noch sehr verbreitet.

Die Anschaffung eines Adapters zur Integration von Tape ist jedoch kostspielig und zeitaufwendig. Achten Sie beim Aufbau einer neuen Backup-Lösung daher auf Kompatibilität mit sämtlichen Hardware-Umgebungen. Vor allem bereits vorhandene Speicherlösungen wie Tape sollten problemlos integriert werden können.

4. Granulare Datenwiederherstellung erhöht Ihre Flexibilität

Was in der physischen Welt vollkommen normal klingt, kann bei einem virtuellen System ganz anders aussehen. Die Wiederherstellung von einzelnen Dokumenten, Ordnern oder E-Mails nach erfolgter Datensicherung ist in physischen Umgebungen kein größeres Problem, bei einer kompletten und in einem einzigen Snapshot gesicherten virtuellen Maschine hingegen oftmals schon.

Denn hier müsste die komplette virtuelle Maschine wiederhergestellt werden. Um diesen Aufwand zu vermeiden, gibt es die Funktion der granularen Datensicherung (Granular Recovery Technology oder kurz GRT). Dank ihr lassen sich aus einem einzigen Backup granulare Elemente in Exchange-, SQL oder Active Directory Anwendungen extrahieren.

Sie verleiht dem System quasi ein Bewusstsein über die einzelnen Elemente eines Backups und vermittelt dem Anwender darüber hinaus Kenntnis der genauen Inhalte, indem sie diese in einem Dateikatalog erfasst.

5. Setzen Sie auf Snapshot-basierte Wiederherstellung

Die Wiederherstellung von Dateien oder Dateisystemen beansprucht oft zu viel Zeit, ist komplex und nicht selten sogar fehlerhaft. Sie sollten ein Produkt wählen, das plattenbasierte Snapshots ermöglicht. Mit Snapshots wird ein Image der Daten zum aktuellen Zeitpunkt in einem systemeigenen Format erstellt. So sind verlorene Dateien leicht aufzufinden, da die Snapshots katalogisiert und durchsucht werden können. Jedoch nutzen derzeit lediglich 25 Prozent der Unternehmen ein Snapshot-basiertes Verfahren (UBM TechWeb Survey 2011 – „Why is Backup Broken?“). Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Snapshot meist auf dem primären Speicher liegt, was auf Dauer kostspielig ist. Daher sollten sie möglichst Lösungen in Betracht ziehen, die Snapshots auf den sekundären Speicher verlagern, damit Geschwindigkeit und Performance des Primärspeichers unangetastet bleiben.

6. Achten Sie bei der Implementierung auf ein flexibles und kompatibles System

Bei der Implementierung spielt die Flexibilität eine große Rolle. Eine Backup-Lösung sollte sich einfach in die bestehende IT-Infrastruktur implementieren lassen, mit allen vorhandenen Speicherlösungen (wie z.B. Tape) und zukünftigen Optionen klarkommen und natürlich skalierbar sein.

Außerdem sollte sie sowohl ein agentenbasiertes Backup als auch eine Sicherung ohne Agenten erlauben. Denn bei der agentenbasierten Lösung benötigen Sie pro virtuelle Maschine einen Agenten und damit eine Datensicherungslizenz. Dies kann nicht nur kostspielig werden, der gesamte Backup-Prozess ist auch sehr komplex.

Bei einer agentenlosen Sicherung wird die Sicherung dagegen vom Host vorgenommen. Es wird einfach ein Snapshot der kompletten virtuellen Maschine erstellt und abgelegt. Diese kann im Recovery-Fall schnell wieder nachgebildet werden – ein einfaches und hochverfügbares Prinzip.

Allerdings kann diese „Momentaufnahme“ einer VM keine konsistente Wiederherstellung von Anwendungen garantieren, zumindest nur über recht komplexe Umwege. Müssen verstärkt Anwendungen gesichert werden, ist ein agentenbasiertes Backup die bessere Alternative. Schauen Sie sich daher nach einer Lösung um, die beide Optionen bietet.

7. Vergleichen Sie die Lizenzierungsmodelle

Das Einholen mehrerer Angebote ist gerade bei der Virtualisierung sehr wichtig. Selbst bei ein und demselben Anbieter ist es möglich, dass Sie unterschiedliche Lizenzierungsangebote mit starken Preisunterschieden erhalten.

Richten Sie sich nicht nur nach der aktuellen Situation, wenn Sie nach der günstigsten Variante suchen, sondern auch nach dem Bedarf in der Zukunft. Sie sollten sich daher vorher genau überlegen, wie sich die IT-Landschaft ihres Unternehmens in den kommenden zwei bis drei Jahren entwickeln wird.

Danach können Sie dann das für Sie günstigste Angebotsmodell aussuchen – sei es die Abrechnung pro Server, pro virtuelle Maschine oder nach Kapazität. Gerade das letzte Modell kann sich für viele Unternehmen sehr lohnen, denn nichts ist schneller, als gerade im Rahmen der Server-Virtualisierung ein paar neue Maschinen anzulegen, ohne dass sich die Datenmenge wesentlich ändert.

*Mario Werner, Senior Manager of Data Protection Sales, EMEA, Syncsort

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