„Wir bitten Dich, überwache uns!“

Akzeptanz von Videoüberwachung steigt

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Es gibt einen Zusammenhang zwischen den Themen „innere Sicherheit“ und „Akzeptanz von Überwachungsmaßnahmen“.
Es gibt einen Zusammenhang zwischen den Themen „innere Sicherheit“ und „Akzeptanz von Überwachungsmaßnahmen“. (Bild: Kit8 - stock.adobe.com)

Zwischen den abstrakten Begriffen „Freiheit“ und „Sicherheit“ gilt es Zielkonflikte auszuloten. Freiheit gibt es ohne Sicherheit nicht und doch sind Sicherheitsmaßnahmen dazu imstande, Freiheit einzuschränken. Derzeit steigt die Akzeptanz, was Überwachung angeht schnell.

71 Prozent der Deutschen befürworten ­Videoüberwachung im öffentlichen Raum.Insbesondere rund um Einrichtungen des öffentlichen Personennahverkehrs sowie in Parkhäusern und an Flughäfen ist die ­Akzeptanz hoch: Über 80 Prozent würden in diesem Umfeld gerne überwacht werden und zwar nicht nur zu Zwecken der Aufklärung von Vorfällen, sondern auch aus anderen Gründen wie beispielsweise einer angenommenen Abschreckungswirkung gegenüber Straftätern. Auch im privaten Umfeld wird die Überwachungsvideokamera salonfähig: So stehen 68 Prozent der Befragten dem Einsatz von Videotechnik zum Schutz des privaten Wohnumfelds positiv gegenüber.

Sicherheitslage und Akzeptanz

Diese und weitere Ergebnisse sind einer ­repräsentativen Umfrage entnommen, die der Security-Spezialist SeeTec in Zusammenarbeit mit der Messe „Security Essen“ und dem Meinungsforschungsinstitut YouGov auf die Beine gestellt hat.

Am Arbeitsplatz sind die Befragten weitaus skeptischer, was Videoüberwachung angeht: Hier würden lediglich 9 Prozent eine Kameraüberwachung akzeptieren. Bei SeeTec interpretiert man die Werte folgendermaßen: „Wenn es dem persönlichen Schutz dient, ist die in Deutschland lebende ­Bevölkerung bereit, Videotechnik als Mittel der Wahl zu akzeptieren.“ Zu den Gründen: 53 Prozent geben an, dass sich nach ihrer Wahrnehmung die Sicherheitslage im Laufe des zurückliegenden Jahres verschlechtert hat.

Biometrische Daten

Videoaufnahmen alleine helfen in der ­Regel nur bei konkreten Ermittlungen bei bereits erfolgten Straftaten, da anhand der Aufzeichnungen versucht werden kann, die Identität der Täter zu ermitteln. Ein Abgleich der Aufnahmen in Echtzeit mit biometrischen Daten dient anderen Zwecken. Hier beginnt für viele Videoüberwachungsgegner ein unzulässiger Eingriff in die Persönlichkeitsrechte. Aber immerhin sind mit 47 Prozent fast die Hälfte der Befragten für den Einsatz von Biometrie-Analysen zur Verbesserung der Sicherheit im ­öffentlichen Raum.

Weitere Technologien

Auch untersucht wurde die Einstellung zur Nutzung personenbezogener Daten im Bereich der privater Devices. Hier zeichnet die Studie ein ambivalentes Bild: 66 Prozent der Befragten stehen der Verwendung von Fingerprint-ID zur Entsicherung des Smartphones oder Laptops positiv gegenüber. Der privaten Verwendung von GPS-Daten stehen 57 Prozent der Befragten wohlwollend gegenüber. Neuere Technologien wie Face-ID liegen dagegen zurück: Hier sind lediglich 43 Prozent dem Service gegenüber aufgeschlossen. Diese Ergebnisse legen den Initiatoren der Studie die Vermutung nahe, dass eine Art „Gewöhnungseffekt“ stattfindet, denn je länger eine Technologie im Markt angeboten und in Geräten verfügbar ist, desto eher wird sie akzeptiert und genutzt.

Hintergrund

Mit der Studie will SeeTec die Einstellung zum Thema Videoüberwachung und ­Sicherheitstechnik vor dem Hintergrund der subjektiv wahrgenommenen Sicherheitslage untersuchen. An der Befragung nahmen 2.040 Personen teil. Die Ergebnisse wurden statistisch gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung über 18 Jahre. Nach eigenen Angaben brachte SeeTec 1999 die weltweit erste plattform­unabhängige IP-Videomanagement-Software auf den Markt. 2015 erfolgte der Zusammenschluss mit dem US-­amerikanischen Anbieter OnSSI per Aktientausch. SeeTec hat sich gemeinsam mit Partnern vor allem im Bereich von Großprojekten als feste Größe auf dem Markt etabliert.

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