Kommunen skeptischer als Behörden in Bund und Ländern

Angst um Datensicherheit bremst eGovernment

| Autor / Redakteur: Manfred Klein / Peter Schmitz

Kommunen machen sich mehr Sorgen um ihre IT-Sicherheit, als Bundes- und Landesbehörden.
Kommunen machen sich mehr Sorgen um ihre IT-Sicherheit, als Bundes- und Landesbehörden. (Bild: Yuri-Arcurs - Fotolia.com)

66 Prozent der deutschen Kommunen sehen Datensicherheitsbedenken als Bremse für den Ausbau von eGovernment. Auch in anderen Belangen sind die Kommunen deutlich skeptischer als Bundes- und Landesbehörden. Hoffnungen setzen die Behörden auf den nPA und De-Mail. Das ist ein Ergebnis des Branchenkompass Public Services von Steria Mummert Consulting.

Kommunen reagieren skeptisch auf eGovernment. Für viele Entscheider aus den deutschen Gemeinden überwiegen die Bedenken noch den möglichen Nutzen beim Einsatz von digitalen Informations- und Kommunikationstechniken. Zwei Drittel der Kommunen stimmen der Aussage zu, dass Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit den Ausbau von eGovernment bremsen.

Zusätzlich fühlen sich 62 Prozent bei verstärktem Engagement im eGovernment auch durch Datenmissbrauch bedroht. Die Befragten aus Landes- und Bundesbehörden sehen diese Punkte deutlich weniger skeptisch.

„Gerade für Kommunen, die im engen Kontakt mit ihren Bürgern stehen, ist Datenschutz ein wichtiges Thema. Sie müssen sich rechtzeitig Gedanken um sinnvolle Verschlüsselungstechniken machen“, so Peter Krolle.

Deutsche Verwaltungen planten bereits umfangreiche Investitionen in IT und insbesondere eGovernment. Dabei steht Sicherheit an erster Stelle. Mit 91 Prozent haben schon fast alle Behörden bereits in IT-Sicherheit investiert, einige wenige planen noch kurzfristig Erstinvestitionen.

Einzig bei kleinen und mittleren Kommunen gibt es hier noch einen gewissen Nachholbedarf – 17 Prozent der Befragten dieser Gruppe planen Erstinvestitionen in IT-Sicherheit.

Denn gerade in kleineren Kommunen stehen die hohen Kosten für mehr Datensicherheit einem kleinen Budget gegenüber. Neben dem Datenschutz spielen die Kosten für Kommunen eine besonders große Rolle. Ebenfalls 62 Prozent haben Angst, dass eGovernment ihre ohnehin leeren Kassen mit unverhältnismäßig hohen Kosten belasten wird.

„Die klammen Kommunen müssen einen Großteil von Kosten und Aufwand tragen. Doch von ihrem Engagement hängt das Gelingen des eGovernment-Projektes ab“, sagt Peter Krolle, Public-Services-Experte bei Steria Mummert Consulting. Gerade dort ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten.

Eine Möglichkeit, Angebote im eGovernment sicherer zu gestalten, besteht in der Bereitstellung von Lösungen mit der Online-Ausweisfunktion des neuen Personalausweises und De-Mail.

So ist es beispielsweise mit dem Personalausweis in der Stadt Wiesbaden möglich, Briefwahlunterlagen online zu bestellen, der Rhein-Neckar-Kreis bietet De-Mail als zusätzlichen sicheren Kommunikationskanal an.

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 42335463 / Datenbanken)