Das Internet als internationale Geschäftsplattform

Application Delivery Networking stärkt Performance und Sicherheit

31.03.2011 | Autor / Redakteur: Harald Prokop, Akamai Technologies / Stephan Augsten

Mit Application Delivery Network Services lässt sich eine redundante Perimeter-Sicherheit im Internet herstellen.
Mit Application Delivery Network Services lässt sich eine redundante Perimeter-Sicherheit im Internet herstellen.

Sicherheit ohne Performance-Verlust

Kunden, Partner und Angestellte sind im Allgemeinen weit verstreut. Wie Bild 1 der Bildergalerie zeigt, verschlechtert sich die Antwortzeit für den Endanwender, je weiter dieser von der Webapplikation entfernt ist. Die Antwortzeit von Webanwendungen für weit entfernte Nutzer kann bis zu zehn Mal höher sein als für diejenigen, die näher dran sind. Dies führt entweder zu einem schlechten Anwendererlebnis oder macht die Applikation für eine globale Zielgruppe sogar völlig unbrauchbar.

Der Grund für die Performance-Verschlechterung liegt an Border Gateway Protocol (BGP), das Transmission Control Protocol (TCP) und das Hypertext Transfer Protocol (HTTP). Die Internet-Protokolle sind schlichtweg nicht geeignet, eine optimale Performance und Skalierung sicherzustellen, was sich mit zunehmender Entfernung immer deutlicher zeigt.

Diese Engpässe werden oftmals auch als „Middle Mile Bottlenecks“ bezeichnet, da sie in der Middle Mile der Internet Cloud zwischen dem Webbrowser des Endanwenders und der Webapplikation anzusiedeln sind. Folgende Ansätze zur Verbesserung der Anwendungsauslieferung werden bisher verfolgt:

1. Ausbau des Rechenzentrums

Der Ausbau von Rechenzentren dient dazu, den Umfang an Servern und Bandbreite zu erhöhen und die Nachfrage besser bedienen zu können. Anwendungen und Inhalte werden dabei näher an räumlich weit verteilte Endanwender herangebracht. Allerdings sind mit dieser Methode mehrere Probleme verbunden.

Erstens ist ein Ausbau der Infrastruktur zum Abfedern von Trafficspitzen kostenintensiv. Zudem wird es immer Phasen geben, in denen diese Infrastruktur nicht oder nicht erschöpfend genutzt wird und dadurch das Unternehmen als brachliegendes Kapital belastet. Auch erfordert die Behebung von Middle-Mile-Engpässen für Nutzer in der Nähe des Rechenzentrums eine Datenreproduktion und -synchronisierung, was wiederum zusätzliche Kosten, mehr Komplexität und höhere Compliance-Risiken mit sich bringt.

2. Application Delivery Appliances

Spezielle Appliances erhöhen die Skalierbarkeit und optimieren die Anwendungsauslieferung. Application Delivery Controllers (ADC) ermöglichen ein L4- bis L7-Switching und bieten Funktionen wie Local Load Balancing, SSL Offload und Kompression. Dabei handelt es sich um zentrale Lösungen, da sie im Rechenzentrum des Unternehmens direkt vor den Webserver geschaltet und nicht in der Internet Cloud angesiedelt sind.

Die Auswirkungen eines Application Delivery Controllers sind auf das Rechenzentrum beschränkt, er kann keine binodale Optimierung durch die Positionierung von Prozessintelligenz oder Services in der Nähe des Endnutzers leisten. Somit sind die Möglichkeiten, Middle-Mile-Engpässe auszugleichen, begrenzt, was zu suboptimalen RTT (Round Trip Time) und RTT-Multiplikatoren führt.

3. Traditionelle Content Delivery Network (CDN) Services

Traditionelle CDNs sind in der Lage, statischen Content näher am Endnutzer zwischenzuspeichern und setzen dafür gewöhnlich eine zentralisierte Architektur mit einer geringen Anzahl an Server Locations ein. Diese Netzwerke sind dagegen nicht geeignet, dynamische, webfähige Unternehmensanwendungen schnell und sicher auszuliefern, da sie nicht die damit einhergehenden Middle-Mile-Engpässe adressieren.

4. Application Delivery Network (ADN) Services

ADN Services haben sich als umfassende Internet-basierte Plattform zur Performance-Verbesserung von Webapplikationen profiliert. ADNs übertreffen traditionelle CDNs und Application Delivery Appliances, indem sie helfen, First-Mile- und Middle-Mile-Engpässe gleichermaßen zu überwinden und darüber hinaus die Auslieferung von dynamischen Anwendungen, statischem Content sowie Webservices zu optimieren.

Als „zweite Haut über dem Internet“ kombinieren ADN Service Provider die von Application Delivery Appliances und CDNs eingesetzten Techniken, um das Internet in eine hochperformante Auslieferungsplattform für Web- und IP-basierte Anwendungen umzuwandeln.

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