IT-Sicherheit als Bachelor- und Master-Studium Ausbildung zum Sicherheitsexperten

Autor / Redakteur: Ralph Dombach / Peter Schmitz

Durch die zunehmende Bedeutung der IT-Sicherheit steigt auch die Nachfrage nach entsprechenden Fachkräften. Verschiedene Hochschulen und Universitäten haben das erkannt und bedienen den Bedarf durch teils völlig unterschiedliche Ausbildungen.

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Ein Studiengang mit dem Schwerpunkt IT-Sicherheit verspricht ordentliche Berufsaussichten.
Ein Studiengang mit dem Schwerpunkt IT-Sicherheit verspricht ordentliche Berufsaussichten.
(Bild: ra2 studio - Fotolia.com)

Die alte Zeit der Trainings und drei- bis oder fünftägigen Schulungskurse, nach deren Abschluss man bereits als Beauftragter für IT-Sicherheit galt, ist vorüber. Heutige Sicherheitsspezialisten besitzen in der Regel einen akademischen Grad wie Bachelor oder Master, ihr Fachwissen haben sie sich über Jahre hinweg angeeignet.

Der Bachelor ist der erste akademische Grad eines Studienmodells. Die Studienzeit eines Bachelors an Hochschulen beträgt mindestens drei Jahre. Folgt auf diese Ausbildung ein weiterer Studiengang, kann dieser mit einem Master abgeschlossen werden. Dieser Studiengang dient dabei der Vertiefung der bereits erworbenen Kenntnisse oder widmet sich neuen Themen.

Abhängig vom Land, in dem das Studium erfolgt, gibt es unterschiedliche Ausprägungen. Ein Bachelor, der in den USA erworben wurde, ist in der Regel nicht so fachspezifisch geprägt, wie dies z.B. in Deutschland der Fall ist. Eine Analyse der Studieninhalte ist daher ratsam, da mitunter deutliche Unterschiede bestehen (auch innerhalb Deutschlands).

Schwieriger Vergleich

Für den Studienanfänger stellt sich zunächst einmal die Frage nach dem geeigneten Studienlehrgang und dem Ausbildungsort, aber auch nach den vermittelten Inhalten. IT-Sicherheit hat sich im Laufe der Jahre stark verändert und umfasst mittlerweile eine Vielzahl unterschiedlicher Themen.

Im Umfeld IT-Sicherheit sind zwar die Begriffe identisch, aber das Wissen und Angebot, das sich dahinter verbirgt ist meistens recht unterschiedlich. Ein Blick auf die Inhalte der Studiengänge „Bachelor IT-Sicherheit“ zeigt die Vielfalt:

  • Die anerkannte Ruhr-Universität Bochum (RUB) bietet einen „Bachelor IT-Sicherheit / Informationstechnik“ an. Das Studium geht über sechs Semester und umfasst verschiedene Themen, beispielsweise Grundlagen der Informatik, Grundlagen der Informationstechnik, Computernetze und Kryptographie.
  • Die Hochschule Aalen offeriert ein Studium „IT-Sicherheit (Bachelor of Science)“ , das sich über sieben Semester erstreckt und Themen wie Rechnerarchitektur, Programmieren, Datenstrukturen und IT-Recht behandelt.
  • Der Studiengang „Unternehmens- und IT-Sicherheit (Bachelor of Science)“ der Hochschule Offenburg sei hier ebenfalls erwähnt. Auch dabei handelt es sich um eine sieben Semester langes Studium (inkl. eines Praktikumsemesters), welches eine vielfältige Ausbildung anbietet. Themen sind u.a. Kommunikationstechnologien, Computernetze, Schwachstellenanalyse und Computertechnik.

Drei Angebote, deren Titel fast gleich lauteten, die aber unterschiedliche Ausprägungen haben. Dies macht die Sache für den Studierenden, aber auch für einen späteren, potentiellen Arbeitgeber nicht leicht. Denn die Unterschiede machen einen Vergleich bzw. eine Gleichbehandlung recht schwer. Ein gleichartiges Szenario findet sich auch beim Master-Studiengang, der die Bachelor-Fortbildung darstellt.

Master-Studiengang IT Security

Wer die vorhandenen Kenntnisse noch weiter vertiefen will, der kann den Master erwerben. Dieses Studium umfasst üblicherweise vier Semester und schließt mit einer Master-Arbeit ab. Je nach Hochschule gelten für die Zulassung unterschiedliche Voraussetzungen. Bei if(is), dem „Institut für Internet-Sicherheit“ der Westfälischen Hochschule , lauten die Rahmenbedingungen wie folgt.

Der Bewerber muss ein mindestens dreijähriges Informatik-Studium oder einen vergleichbaren Studiengang mit 50 Prozent Informatikanteil abgeschlossen haben. Der erworbene Abschluss (Bachelor, Diplom) muss mindestens mit der Gesamtnote „gut“ (2,5) erfolgt sein oder der Absolvent gehört zu den besten 65 Prozent seines Jahrgangs.

Üblich ist es aber auch, die Studienzulassung durch eine Prüfungskommission vornehmen zu lassen, welche die Bewertung und Qualifikation der Bewerbung vornimmt. Dies ist erforderlich, da die Qualifikationen und Schwerpunkte der Bachelor-Absolventen unterschiedlich ausgeprägt sind.

Für den „Master IT Security“ bietet sich auch die Option an, das Studium an einer ausländischen Hochschule bzw. Universität abzulegen. Voraussetzung dafür ist neben Kenntnissen der jeweiligen Unterrichtssprache oft ein ausreichendes Budget, da die Studien Gebühren und Kosten verursachen.

Neben dem eigentlichen Master-Studium ist aber auch der Auslandsaufenthalt ein gern gesehenes Qualifizierungsmerkmal bei den potenziellen Arbeitgebern. Denn gerade bei global agierenden Unternehmen begünstigt diese Erfahrung die oft angestrebte Diversifizierung durch das Personal-Management. Eine kompakte Auswahl von Master-Lehrgängen an ausländischen Lehranstalten bietet das Firmen-Portal „Master And More“ .

Teilzeit- und Fernstudium

Eine Alternative, besonders für Quereinsteiger, ist das Fernstudium. Dieses ermöglicht es, sich parallel zum ausgeübten Beruf fortzubilden und sich im Bereich der IT-Sicherheit weiter zu spezialisieren. Die Angebote für den Bachelor oder Master der IT-Sicherheit sind jedoch knapp bemessen.

Hier sei auf die International School of IT Security (is-its) verwiesen. Diese bietet in Kooperation mit der RUB (Ruhr Universität Bochum) den Lehrgang „Master of Science in Applied IT Security“ an.

Der Master-Studiengang „Security Management“ der Fachhochschule Brandenburg ermöglicht es zudem, die Zusatzqualifikation in einem sechssemestrigen Teilzeit-Studium zu erwerben. In Vollzeit dauert der Studiengang drei Semester, hier sind Wahpflicht-Schwerpunkte wie Banken- oder auch Anlagen- und Reaktorsicherheit eine Besonderheit.

Reichhaltiger ist im Fernstudium-Umfeld das Angebot an Zusatzqualifikationen, die auch IT-Sicherheit bedienen. Dies sind allerdings oft anbieterabhängige Titel bzw. Grade, die einen anderen Stellenwert besitzen als ein Bachelor oder Master.

Weitere Recherchemöglichkeiten

„Wer die Wahl hat, hat die Qual“, dieses Sprichwort gilt auch bei der Auswahl des richtigen Studienlehrgangs. Denn neben den Inhalten der angebotenen Studienlehrgänge ist auch der Studienort entscheidend und ggf. auch das Umfeld der ansässigen späteren Arbeitgeber.

Üblicherweise bieten die Universitäten, Hochschulen und Privatinstitute neben Informationsmaterial eine persönliche Beratung an, die Bewerbern bei Fragen weiterhilft. Eine weitere Möglichkeit bieten Master-Informationsmessen oder klassische Veranstaltungen wie ein „Tag der offenen Tür“, auf denen sich Universitäten und Hochschulen präsentieren.

Themenspezifische Messen, wie beispielsweise die jährlich stattfindende it-sa in Nürnberg, sind eine zusätzliche Alternative. Auf dieser Messe gibt es den „Messe-Campus“ , der sich als Mittler zwischen Security-Arbeitgebern und potentiellen Bewerbern sieht. Aber auch auf der CeBit kann man sich informieren, welcher Bedarf in der Industrie besteht und welche Themen innerhalb der IT-Sicherheit in den nächsten Jahren boomen werden .

Informationsquellen

Im Internet sind allerhand weiterführende Informationen zu finden. Wer sich für weiterführende Detailinformationen der einzelnen Universitäten und Hochschulen interessiert, der wird auf deren Webseiten schnell fündig. Zusätzlich zu diesen Webseiten gibt es weitere Informationsquellen, die eine Recherche nach Anbietern und Inhalte etwas vereinfachen.

Zwei interessante Webseiten sind Bachelor-Vergleich.com und Studieren.de. Darüber hinaus empfehlen wir einen Blick in die Bachelor-Arbeit zur „Analyse existierender Studiengänge im Bereich IT-Sicherheit“, die Michaela Ploetz im Jahr 2011 an der Fernuniversität Hagen erstellt hat.

Wir wünschen ein glückliches Händchen bei der Studienwahl und viel Erfolg im Studium!

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