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Schutzpakete für Android-Smartphones und -Tablets AV-TEST prüft 28 Security-Apps für Android

Autor / Redakteur: Markus Selinger, AV-TEST / Stephan Augsten

Android-Geräte ersetzen immer öfter den PC. So nutzt Studien zufolge jeder dritte Homebanking-Nutzer sein Smartphone für Überweisungen. Dies birgt Gefahren, doch nicht jeder Android-Nutzer setzt eine Schutz-App ein. Die Sicherheitsexperten von AV-TEST haben 28 aktuelle Systemwächter für Android getestet.

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AV-TEST hat diverse Android-Wächter geprüft, vier der acht besten Apps sind sogar kostenlos erhältlich.
AV-TEST hat diverse Android-Wächter geprüft, vier der acht besten Apps sind sogar kostenlos erhältlich.
(Bild: AV-TEST)

Security-Apps für Smartphones mit Android-Betriebssystem kosten meist kein Geld. Das bedeutet aber keineswegs, dass die Anwender Abstriche bei den Schutzfunktionen in Kauf nehmen müssten. Im Testlabor unterzog der Magdeburger Antivirenspezialist AV-TEST insgesamt 28 Sicherheitsanwendungen aus dem „Google Play“-Store einem harten Test.

Neben dem Blick auf Funktionalität und Qualität musste jede der Schutz-Apps fast 2.500 verseuchte oder unerwünschte Apps erkennen, blockieren und entsorgen. Das Ergebnis des Tests lässt gute Stimmung aufkommen: Acht Apps räumten die maximale Punktzahl von 13 Punkten ab, vier davon sind sogar kostenlos zu haben. Darunter finden sich die bekannten mobilen Beschützer von avast! und Avira.

Ebenfalls kostenlos ist die App von TrustGo; sie verlangt allerdings ständig eine gültige E-Mail-Adresse zur Bestätigung. Der vierte kostenlose Systemwächter ist zwar gut in der Leistung, aber leider in chinesischer Sprache. Die weiteren Apps mit der maximalen Punktzahl im Test kommen von ESET, Ikarus, Kaspersky Lab und Trend Micro. Die Kosten für eine Jahreslizenz betragen bei diesen Apps zwischen 10 und 20 Euro.

Die acht erstplatzierten Apps bieten fast alle die gleichen nützlichen Zusatzfunktionen an. Hierzu zählen beispielsweise Anruf- und Nachrichtenblocker. Zum Leistungsumfang gehören auch Anti-Diebstahl-Funktionen, mit denen sich ein Smartphone bzw. Tablet lokalisieren, sperren oder aus der Ferne löschen lässt.

Abwehr von 2.100 verseuchten Apps

Jede der 28 Apps musste im Test verschiedene Hürden auf einem Samsung Galaxy Nexus mit Android 4.3 meistern. Eine der wichtigsten Funktionen war dabei das Erkennen verseuchter Apps. Hierfür haben die Tester wenige Wochen vor dem Teststart über 2.100 mit Malware verseuchte mobile Programme gesammelt.

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Bereits eine nicht erkannte App führte zum Punktabzug, so dass es nicht mehr möglich war, den Testabschnitt mit der maximalen Ausbeute von sechs Punkten zu absolvieren. Neben den acht bestbewerteten Apps von avast!, Avira, ESET, Ikarus, Kaspersky, Kingsoft, Trend Micro und TrustGo schafften es die folgenden Kandidaten ebenfalls, alle verseuchten Apps zu erkennen: NQ, Symantec, Antiy und G Data.

Weiterhin mussten alle Beschützer knapp 400 unerwünschte Apps erkennen. Diese sind vielleicht nervig, aber sie richten keinen Schaden an. Diese Aufgabe erledigten von den acht Apps an der Spitze die Schutz-Apps von TrustGo und Ikarus mit Bravour.

Zwischen Freund und Feind unterscheiden

Im zweiten Abschnitt des Tests mussten alle Systemwächter gute Apps als solche erkennen und ihre Systembelastung überprüfen lassen. Schließlich bedeutet das ständige Überwachen des Systems mehr Belastung für den Prozessor des Smartphones oder Tablets.

Sobald ein Systemwächter eine neue App oder ein Update prüft, muss er zwischen Gut und Böse unterscheiden. Sehr schlecht ist natürlich eine gute App zu blockieren oder mit einer Fehlermeldung den Nutzer zu verunsichern.

Vor diesem Hintergrund wurden weitere 1.000 gute Apps aus dem Google Play-Store in die Erkennung geschickt. Hier zeigten fast alle Apps eine absolut fehlerfreie Leistung. Lediglich die Apps von G Data und Aegis Lab lagen mit einer Handvoll Falschmeldungen daneben.

Die Vereinigung der Akkuschoner

Man kann es kaum glauben, aber es ist wahr: fast alle Apps benötigen belasten den Prozessor des Geräts nur wenig und schonen daher den Akku. Nur drei Apps hatten auch in den Ruhephasen des Testgeräts immer etwas zu tun: die Apps von Trend Micro und avast! pendelten immer bei 15 Prozent Prozessorlast, die App von Tencent benötigte gar 30 Prozent. Das führte natürlich zu einer Abwertung.

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Weiterhin prüften die Tester, ob die Sicherheits-Apps die mobilen Geräte im Alltag durch ihre Scans und Wächter verlangsamen. Dazu wurden auf einem ungeschützten Gerät die Zeiten und der CPU-Verbrauch gemessen – etwa beim Surfen, Schauen von Videos oder dem Öffnen von PDFs.

Diese Werte dienten als Referenz für alle Messungen, die mit installierter App gemacht wurden. Auch hier zeigte sich: alle Apps sind genügsam und fallen während der Nutzung eines Geräts fast gar nicht auf.

Vielinstallierer sollten auf CPU-Last achten

Lediglich beim letzten Testabschnitt gab es kleine Auffälligkeiten. Dabei wurden neue Apps aus dem Store nachinstalliert und die Prozessorlast bei der Initialprüfung durch die Schutz-App gemessen. Die zwölf Apps mit den besten Erkennungswerten brauchten hier unterschiedlich viel CPU-Power.

Während der Systemschutz von Trend Micro zum Scannen einer neuen App knapp drei Prozent CPU-Last verursachte, verbrauchte die App von G Data satte 61 Prozent, die App von avast! immerhin noch 40 Prozent. Alle anderen Apps lagen zwischen zehn und 25 Prozent.

Die Werte sind auf den ersten Blick nicht so kritisch, da sie nur kurzzeitig nach der Installation einer neuen App auftreten. Allerdings wird jede bereits installierte App nach einem Update wieder geprüft. Wer also gerne viel installiert oder installiert hat, wird sich zum Beispiel mit der G Data-App eventuell öfters ärgern.

Fazit: Viele Gewinner – kaum Verlierer

Bei diesem Test muss man schon ganz genau hinsehen, um die Schwächen der einzelnen Apps zu finden. Denn Platz eins bis drei teilen sich 21 der getesteten Apps, fünf sind mittelmäßig, und nur zwei fallen durch. Die ersten acht Systembeschützer sind allemal eine Empfehlung wert.

Wer kein Geld ausgeben will, der kann mit den Apps von Avira oder avast! eigentlich nichts falsch machen. Die beiden haben lediglich neben den Standard-Tools noch unterschiedliche weitere Werkzeuge mit im Gepäck, die mehr oder weniger Geschmackssache sind.

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Wer Support und die Verlässlichkeit für ein bezahltes Produkt vorzieht, hat die Wahl zwischen ESET, Ikarus, Kaspersky Lab und Trend Micro. Allerdings kosten diese zwischen 10 und 20 Euro pro Jahr und Gerät. ESET und Kaspersky Lab bringen dafür noch interessante Tools für den Schutz der privaten Daten oder Anti-Phishing-Tools mit.

Beim Einsatz einer kostenpflichtigen App kauft man im Übrigen nicht die Katze im Sack: alle Apps lassen sich erst einmal für 14 bis 30 Tage im vollen Funktionsumfang ausprobieren. Weitere Einzeldaten des Test lassen sich auf der Homepage von AV-TEST nachlesen.

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