96 Prozent der mobilen Malware hat Android zum Ziel

Backdoor-Apps überholen SMS-Trojaner

| Redakteur: Stephan Augsten

Mobile Backdoors machen im Bereich der mobilen Malware einen Sprung nach vorne.
Mobile Backdoors machen im Bereich der mobilen Malware einen Sprung nach vorne. (Bild: Gunnar Assmy - Fotolia.com)

Im Februar 2013 hat der Antivirus-Experte Kaspersky Lab erstmals über zehntausend neue Malware-Programme für mobile Geräte entdeckt. Ein weiteres Novum: Smartphone-Apps mit eingebauter Hintertür (Backdoor) finden sich mittlerweile häufiger als SMS-Trojaner.

Bei Analysen der mobilen Bedrohungslage haben die Sicherheitsforscher von Kaspersky Lab im Februar mehr als 12.000 neue, bösartige Apps identifiziert. Über 96 Prozent der mobilen Schadprogramme haben es auf das Google-Betriebssystem Android abgesehen.

Zum ersten Mal hat Kaspersky Lab mehr Backdoors als SMS-Trojaner entdeckt, eine Begründung liefert der Antivirus-Anbieter gleich mit: Während SMS-Trojaner schlichtweg Textnachrichten an Premium-Nummern senden und so Geld vom betroffenen Konto abzweigen, eröffnen Backdoor-Programme den Cyberkriminellen deutlich mehr Optionen.

Backdoor-Trojaner ermöglichen einen nahezu uneingeschränkten Zugriff auf das infizierte Smartphone oder Tablet. So lassen sich beispielsweise weitere Schädlinge installieren, Zugangsdaten ausspähen und andere persönliche Daten stehlen. Hierzu gehören unter anderem Bilder, Videos, Kontakte inklusive Telefonnummern und E-Mail-Adressen oder auch GPS-Koordinaten.

Nach aktuellem Stand umfassen die Antivirus-Datenbanken von Kaspersky Lab über 75.000 Varianten mobiler Schädlinge, die sich auf gut 550 Familien verteilen. Backdoor-Programme führen die Rangliste mit 22.871 Varianten an, die SMS-Trojaner stellen mit 21.829 Varianten die zweitgrößte Fraktion. Gemeinsam machen die beiden Malware-Typen also fast 60 Prozent aus.

Kaspersky spricht von einer quantitativen wie qualitativen Steigerung im Bereich der mobilen Schädlinge. „Die Zeit der Experimente bei mobiler Schadsoftware ist vorbei“, glaubt Christian Funk, Senior Virus Analyst bei Kaspersky Lab. „Die heutigen Bedrohungen stellen ein Risiko sowohl für Privatanwender als auch für Unternehmen dar; insbesondere, da ein infiziertes Smartphone oftmals wesentlich persönlichere Daten beinhaltet als der eigentliche Desktop-Rechner.“

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