Wie KMU mit einem umfassenden Backup-und-Recovery-Plan durch die Cyber-Bedrohungslandschaft navigieren können Backups müssen getestet werden

Von Joe Noonan*

In den letzten Jahren wurde KMU schmerzlich bewusst, wie wichtig Backups und Disaster Recovery sind und welche realen Risiken damit verbunden sind, wenn Unternehmen ihre Daten nicht richtig schützen. Cyberkriminelle haben sich Remote- und hybride Arbeitsumgebungen zunutze gemacht, um immer raffiniertere Angriffe durchzuführen, die zu Ausfallzeiten und erheblichen finanziellen Auswirkungen für KMU geführt haben.

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Der schlechteste Zeitpunkt, um festzustellen, dass Backups nicht funktionieren, ist unmittelbar nach einem Cyber-Angriff – deshalb muss die Datensicherung vorher getestet werden.
Der schlechteste Zeitpunkt, um festzustellen, dass Backups nicht funktionieren, ist unmittelbar nach einem Cyber-Angriff – deshalb muss die Datensicherung vorher getestet werden.
(Gorodenkoff Productions OU)

Cyber-Bedrohungen entwickeln sich rasant. Deshalb wird auch der Prozess der Datenwiederherstellung immer komplexer. Cyber-Versicherungen führen neue Anforderungen ein, darunter kritische Audits und Tests, die KMU erfüllen müssen, um ihre Daten wiederherzustellen und nach einem Angriff eine Auszahlung zu erhalten. Tatsächlich wird geschätzt, dass KMU durchschnittlich 955.429 US-Dollar ausgeben, um den normalen Geschäftsbetrieb nach einem Cyberangriff wiederherzustellen.

Außerdem jonglieren kleine und mittlere Unternehmen oft mit mehreren Backup-Lösungen, die nicht miteinander verbunden sind. Das führt dazu, dass sie nicht in der Lage sind, die gesamte Datenlandschaft zu überblicken und so frühe Warnzeichen eines Cyberangriffs zu erkennen.

Damit KMU ihre Umgebungen optimal schützen können, müssen sie ihre Pläne für Business Continuity und Disaster Recovery (BCDR) genau unter die Lupe nehmen. Nur so können sie sicherstellen, dass sie die richtige Cloud-Strategie implementieren, ihre Systeme häufig testen und sich für einheitliche BCDR-Lösungen entscheiden, die Zeit sparen und mehr Möglichkeiten zur Automatisierung bieten.

Cloud-Speicher effektiv nutzen

Der Übergang zur Remote-Arbeit hat die Art und Weise verändert, wie Unternehmen ihre Daten schützen und speichern. Im Zuge der Pandemie mussten Unternehmen ihre Umstellung auf die Cloud beschleunigen, was dazu führte, dass ihre Daten heute verstreuter sind als je zuvor. IDC hat herausgefunden, dass allein im Jahr 2020 64,2 Zettabyte an Daten entstanden sind. Das bedeutet, dass Backup-Lösungen nun auch das Rechenzentrum, die Endgeräte, die Cloud und Software-as-a-Service (SaaS) schützen müssen.

Der Umstieg auf Cloud-Technologien hat es KMU ermöglicht, wachsende Datenmengen besser zu schützen und die Cyber-Resilienz zu erhöhen. Sie nutzen Disaster-Recovery-as-a-Service-Cloud-Technologien (Disaster-Recovery-as-a-Service = DRaaS), um im Falle eines Cyberangriffs die Daten außerhalb des Unternehmens wiederherzustellen. Wenn KMU ihre Cloud-Speicheroptionen als Teil ihres BCDR-Plans bewerten, ist es wichtig, dass sie Schlüsselfaktoren wie die Compliance- und Sicherheitsanforderungen ihres Unternehmens sowie die Bandbreite ihrer Techniker für die Verwaltung und Wartung wichtiger Systeme berücksichtigen. Stark regulierte Branchen wie das Finanz- und Gesundheitswesen benötigen mehr Sicherheit, da sie mit großen Mengen sensibler Daten zu tun haben. Deshalb endscheiden sie sich für private Cloud-Lösungen. Kleinere Unternehmen können sich hingegen für eine Kombination aus öffentlichen und privaten Cloud-Lösungen entscheiden, um kritische Daten auf kostengünstigere Weise zu schützen.

Da die Datenmengen von weltweit tätigen Mitarbeitern immer weiterwachsen, werden herkömmliche On-Premises-Datenspeicherlösungen den Anforderungen von KMU nicht mehr gerecht. Cloud-Storage ist nicht mehr nur eine Option, wenn es darum geht, im Rahmen ihrer digitalen Transformation ihre Unternehmensdaten zu schützen.

Testen, testen ... und dann noch einmal testen

Da sich Cyber-Bedrohungen immer weiter ausbreiten, müssen KMU sicherstellen, dass sie ihre Backup-und-Recovery-Systeme regelmäßig testen und aktualisieren – denn der schlechteste Zeitpunkt, um festzustellen, dass Backups nicht funktionieren, ist unmittelbar nach einem Cyber-Angriff. Die Tests sollten idealerweise einmal im Monat oder bei kritischen Rechnern sogar wöchentlich durchgeführt werden. Beim Testen müssen KMU sicherstellen, dass sie mehr tun können, als nur auf die Daten zuzugreifen. Unternehmen müssen durch Maßnahmen wie das Testen von Transaktionen sicherstellen, dass die wichtigsten Anwendungen reibungslos funktionieren. Wenn KMU ihre BCDR-Pläne aktualisieren wollen, sind Lösungen wichtig, die automatisierte Tests ermöglichen, damit die Tests rationalisiert und umfassend sind.

Investition in eine einheitliche BCDR-Lösung

Die KMU-Techniker verbringen bis zu 33 Prozent ihres Tages mit der Überwachung, Verwaltung und Fehlerbehebung von Backups, was ihre ohnehin schon begrenzte Zeit strapaziert und das Fehlerrisiko erhöht. Wenn KMU ihre BCDR-Pläne bewerten, bieten sich einheitliche Lösungen an, die einen zentralen Überblick über die gesamte Datenlandschaft und zeitsparende Automatisierungsfunktionen bieten. So können sie häufige Probleme in der Backup-Umgebung proaktiv beheben. Dazu gehören modernste Technologien für künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen, die eine Schlüsselrolle bei der Erkennung von Anomalien im Backup-Verhalten spielen, die häufig im Zusammenhang mit Ransomware und anderen bösartigen Cyber-Bedrohungen stehen.

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Durch eine gründliche Überprüfung ihrer BCDR-Pläne im Vorfeld eines Angriffs stellen KMU sicher, dass ihre IT-Umgebungen jetzt und in Zukunft angemessen vor einer Vielzahl von Bedrohungen geschützt sind.

*Der Autor: Joe Noonan, Product Executive, Backup and Disaster Recovery for Unitrends and Spanning bei Kaseya.

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