Suchen

Fallstudie – Bewusster Verzicht auf den Datenschutzbeauftragten BDSG wird trotz Novellierung ignoriert

| Autor / Redakteur: Julia Rummel / Stephan Augsten

Trotz der Novellierung im Jahr 2009 blieb das deutsche Datenschutzgesetz ein bürokratisches Werk, dessen Umsetzung nicht konsequent verfolgt wird. Ohne Zweifel wird der Staat Konsequenzen aus den jüngsten Sicherheitsvorfällen ziehen. Meist sind es aber die Kunden schlecht geschützter Unternehmen, die eine Umsetzung des Gesetzes fordern.

Firmen zum Thema

Ein Datenschutz-Tool muss nicht kompliziertz sein. Die Software von ER-Secure stellt nur wenige Fragen, die meisten lassen sich per Multiple-Choice beantworten.
Ein Datenschutz-Tool muss nicht kompliziertz sein. Die Software von ER-Secure stellt nur wenige Fragen, die meisten lassen sich per Multiple-Choice beantworten.
(Bild: ER-Secure e. K. )

Die große Mehrheit der deutschen Firmen kümmert sich entweder gar nicht oder unzureichend um den vom Gesetzgeber geforderten Schutz personenbezogener Daten. Kunden wechseln deshalb immer häufiger zu den Konkurrenten, die den Datenschutz ernstnehmen und gesetzeskonform umsetzen.

Trotzdem schrecken die Kosten und die zusätzliche Bürokratie derzeit noch viele Unternehmen ab, dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) zu entsprechen. Ähnlich ging es Easyfeedback. Der Dienstleister entwickelt und vertreibt eine Umfrage-Managementsoftware, mit der Kunden eigenständig Umfragen zu verschiedenen Themen und Anlässen durchführen können.

Bildergalerie

„Man hört immer wieder, wie aufwändig und teuer es ist, den Datenschutz gesetzeskonform umzusetzen“, konstatiert Dennis Wegner von Easyfeedback. „Es müssen Handbücher erstellt werden, eine Person kommt ins Unternehmen und stellt alles auf den Kopf. Das hat uns ziemlich abgeschreckt und den eigentlich obligatorischen Datenschutz in ein schlechtes Licht gerückt.“

Ohne den Datenschutzbeauftragten kein Auftrag

Viele große Unternehmen – insbesondere aus dem Finanzsektor – arbeiten aber nur mit Unternehmen zusammen, die einen Vertrag zur Auftragsdatenverarbeitung eingehen. Immer häufiger wird dann nach den Kontaktdaten des Datenschutzbeauftragten gefragt. „Gerade heute darf eine Cloud-Software, die zum Erheben von Daten konzipiert wurde, nicht weniger als absolut sicher sein“, weiß Wegner.

Weil er keinen Mitarbeiter von dessen Kernaufgaben abziehen wollte, suchte er zunächst nach einem externen Datenschutzbeauftragten. Dieser hätte die gleichen Anforderungen erfüllt wie ein interner, aber bis zu 15.000 Euro pro Jahr gekostet. Bei seinen Recherchen ist Wegner dann auf ER-Secure gestoßen.

„Nahezu täglich kommen sowohl Bestands- als auch Neukunden zu mir, die berichten, dass viele Unternehmen erst jetzt anfangen, den Datenschutz nach Paragraph 11 des BDSG einzuhalten“, Rene Rautenberg, Geschäftsführer der ER-Secure e.K. Das Gesetz werde also mehr als vier Jahre nach seiner Einführung immer noch nicht ernst genommen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 42534927)