Wichtige Themen der Virus Bulletin Conference 2013 in Berlin

Big Brother fordert IT-Security-Branche heraus

| Autor / Redakteur: Lothar Lochmaier / Stephan Augsten

Erwartungsgemäß war der Fall Snowden auch auf der Virus Bulletin Conference 2013 präsent.
Erwartungsgemäß war der Fall Snowden auch auf der Virus Bulletin Conference 2013 präsent. (Bild: Ralph Dombach)

Zum 23. Mal haben sich die Antivirus-Spezialisten in Berlin zur Virus Bulletin Conference versammelt. Eine Quintessenz der Sicherheitskonferenz: Zahlreiche staatliche Abhörprogramme setzen die Anbieter von Sicherheitslösungen unter Druck.

Eine kritische Standortbestimmung der Virenschutz-Industrie nahm Andrew Lee vom Sicherheitsanbieter ESET in seiner Keynote vor. Aufgrund der zunehmenden Ausspähung privater Nutzerdaten und anderer staatlichen Überwachungsaktivitäten im Zuge von Prism & Co. verschiebe sich die Trennlinie zwischen zivil und militärisch genutztem Internet massiv.

„Als IT-Sicherheitsspezialisten müssen wir uns vom reinen Technologiedenken verabschieden und uns auch als mündige Bürger verstehen“, gab Andrew Lee zu bedenken. Immer mehr greife der Staat in vielen Ländern in die Malware-Szenerie ein, indem er selbst schädlichen Code produziere oder Unternehmen damit beauftrage.

Dies schwäche nicht nur zentrale Achsen der IT-Sicherheit wie die Verschlüsselung, sondern greife auch die Endpunkte an, so Lee weiter. Dies sei eine fragwürdige Praxis, bei der nicht nur die Grenzlinie zwischen Gut und Böse verschwimme, sondern zu der überdies regierungsnahe Überwachungsorgane in erheblichem Umfang beigetragen hätten.

Gerade letzteres kritisiert Andrew Lee mit deutlichen Worten. Denn durch staatliches Ausspähen gerieten auch die Anbieter von Infrastrukturdiensten wie Internet Service Provider und Cloud Provider in die Schusslinie – mit drastischen wirtschaftlichen und finanziellen Folgen für die gesamte Wirtschaft. Um der öffentlichen Vertrauenskrise im Cyberspace entgegenzuwirken, plädiert der Experte für mehr grenzübergreifende Kooperation zwischen den Antivirenspezialisten.

Im Rahmen des dreitägigen Kongresses stand das Thema Mobile Security im Vordergrund. Insbesondere die hohen Wachstumsraten bei Android-Malware setzen die Abwehrspezialisten weiter unter Zugzwang. Längst gehe es dabei nicht mehr um die reine Anzahl neuer Schadprogramme, bilanzierte Helen Martin vom Konferenzveranstalter Virus Bulletin.

Die gute Nachricht lautet: Die Aktivitäten der Spammer via eMail seien insgesamt leicht rückläufig. Offenbar wisse auch diese Gruppe mittlerweile die Vorzüge eines freien Wochenendes zu schätzen, so das Virus Bulletin im Ausblick auf die Tagung.

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