Quantum Resistant Code Signing Server

BlackBerry schützt vor Quantencomputern

| Redakteur: Peter Schmitz

Die Entwicklung von Quantencomputern kann schon in wenigen Jahren weit genug sein, dass sich damit aktuelle Verschlüsselungsalgotithmen in kürzester Zeit knacken lassen.
Die Entwicklung von Quantencomputern kann schon in wenigen Jahren weit genug sein, dass sich damit aktuelle Verschlüsselungsalgotithmen in kürzester Zeit knacken lassen. (Bild: D-Wave - Larry Goldstein)

BlackBerry erweitert seine Kryptographie-Tools um den Quantum Resistant Code Signing Server. Die neue Lösung soll in der Lage sein, Software digital so zu signieren, dass diese selbst mit einem Quantencomputer nur schwer zu knacken ist.

„Quantencomputer sind eine bahnbrechende und zukunftsweisende Technologie, deren Leistung Berechnungen ermöglicht, die bisher nicht denkbar waren. Profitieren werden unter anderem Bereiche wie das Gesundheitswesen, das Transportwesen, die Astrophysik und der öffentliche Sektor. Auf der anderen Seite werden auch Hacker diese Technologie nutzen, um traditionelle asymetrische Kryptosysteme anzugreifen und an die gespeicherten Daten zu gelangen”, sagt Charles Eagan, Chief Technology Officer von BlackBerry.

Die Zukunft der Kryptographie im Zeitalter der Quanten

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26.09.17 - Lange waren Quantencomputer pure Theorie, aber bereits vor über 20 Jahren zeigten Forscher, dass Krypto-Algorithmen gegen die Besonderheiten von Quantencomputern anfällig sind. In den nächsten 15 bis 20 Jahren ist die Entwicklung von Quantencomputern zum Einsatz in der Kryptoanalyse ein realistisches Szenario. Viel Zeit für die Entwicklung neuer Algorithmen und einer Post-Quantum-Kryptographie bleibt also nicht mehr. lesen

Quantencomputer verarbeiten Informationen in Sequenzen mit Qubits, die auch als Quantenbits bezeichnet werden und besondere Eigenschaften mit sich bringen. Während ein klassisches Bit die Zustände “1” oder “0” haben kann, kann ein Qubit gleichzeitig in einer Überlagerung von “1” und “0” existieren, was es ihm ermöglicht, eine große Menge an Informationen zu speichern und zu verarbeiten. Dieser Effekt ist exponentiell für jedes zusätzliche Bit: Während ein 32-Bit-Computer einen von 232 möglichen Zuständen zu einem bestimmten Zeitpunkt abbilden kann, kann ein 32-Bit-Quantencomputer alle 232 Zustände auf einmal abbilden, was ihn über 4 Milliarden Mal leistungsfähiger macht.

Flexible Verschlüsselung im Post-Quantum-Zeitalter

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„Mit dem Quantum Resistant Code Signing Server, der nun unser Leistungsportfolio komplettiert, können wir auch Branchen schützen, die Produkte langfristig nutzen und einsetzen. Wenn Produkte wie Fahrzeuge oder kritische Infrastrukturen auch in 10-15 Jahren noch funktionieren sollen, müssen sich Unternehmen mit der Gefahr durch Quantencomputerangriffe auseinandersetzen.”, so Eagan weiter.

Der Quantum Resistant Code Signing Server wird im November 2018 verfügbar sein. Er nutzt Krypto-Bibliotheken von ISARA, einem führenden Anbieter hochmoderner Kryptographie-Lösungen, die gegen Angriffe von Quantencomputer abgesichert sind. Mit der Kombination von BlackBerrys und ISARAs Technologien können langlebige Wirtschaftsgüter vor zukünftigen Bedrohungen, in der Quantencomputer traditionelle Code Signing-Schemata knacken können, geschützt werden. Das betrifft insbesondere Geräte in der kritischen Infrastruktur, industrielle Steuerungssysteme, Luft- und Raumfahrt- und Militärelektronik, Telekommunikation, Verkehrsinfrastruktur und vernetzte Autos.

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„Wir freuen uns sehr, dass BlackBerry für den neuen Quantum Resistant Code Signing Server auf unsere Technologien setzt”, sagt Michael Brown, Chief Technology Officer bei ISARA. „Wir haben jahrelang an dieser Technik geforscht und viele Tests durchgeführt, um erstklassige Krypto-Bibliotheken zur Verfügung zu stellen.”

Erster Standard für Post-Quantum-Signaturen

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02.08.18 - Quantencomputer sind schnell und haben Rechenpower ohne Ende. Geht es um die Kalkulation von Klimamodellen oder KI-Anwendungen, ist das eine tolle Sache. Nicht ganz so toll: Die Superrechner können auch zum Knacken der heute weit verbreiteten Public-Key-Krypto-Verfahren genutzt werden. Dem gilt es vorzubauen. lesen

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