Die Rolle des CIO im Wandel

Brauchen Unternehmen einen Chief Digital Officer?

| Autor / Redakteur: Martin Kuppinger* / Stephan Augsten

Not am Mann: Neben CIO und CISO könnte künftig möglicherweise noch der Chief Digital Officer von Bedeutung werden.
Not am Mann: Neben CIO und CISO könnte künftig möglicherweise noch der Chief Digital Officer von Bedeutung werden. (Bild: Archiv)

Auch wenn es einzelne Gegenbeispiele gibt, so sind die meisten CIOs in erster Linie noch immer IT-Manager. IT steht jedoch für Informationstechnik, nicht für Business-Transformation. In Zukunft hängt der geschäftliche Erfolg aber von genau dieser digitalen Transformation ab. Sie muss gesteuert werden – nur von wem?

Martin Kuppinger: „Unternehmen kommen nicht umhin, ihre tradierten Organisationsformen in der IT zu verändern.“
Martin Kuppinger: „Unternehmen kommen nicht umhin, ihre tradierten Organisationsformen in der IT zu verändern.“ (Bild: KuppingerCole)

Impulse für Wachstum und Innovation entstehen heute und zukünftig primär an der Schnittstelle zwischen Business und IT. Beispiele hierfür sind das vernetzte Auto in der Automobilindustrie, der Einfluss des Internet auf den stationären Handel oder die Zusammenarbeit mit Kunden in der Energiewirtschaft. Auch Versicherungsunternehmen und Verlage müssen sich weiterentwickeln, sowohl hinsichtlich ihrer Produkte als auch ihrer Organisation.

Wer die digitale Transformation nicht bewältigt, wird scheitern. Dennoch klafft in den meisten Unternehmen noch eine große Lücke zwischen dem Business und der IT – eben weil sich die IT als technischer Umsetzer und Dienstleister versteht, aber nicht als Mittler und Gestalter für die Zukunft des Unternehmens.

Dabei ist schon längst deutlich, dass sich die IT verändern muss. Der ausführende Teil der IT steht längst im Wettbewerb zur Cloud und ist nur noch eine Option für die Erbringung von Diensten. Schon deshalb muss sich die IT von ihrem Silo-Denken verabschieden und zwischen Diensterstellung, Dienst- und Informationsverwaltung und der Schnittstelle zum Business unterscheiden. Diese Transformation von IT-Organisationen ist eine Voraussetzung dafür, dass die IT ihre zukünftigen Aufgaben wahrnehmen kann.

Mit klassischen Vorstellungen brechen

Das Problem: Die meisten IT-Organisationen sind heute immer noch in traditionellen Silos strukturiert. Hier müssen Unternehmen ansetzen und ihre IT-Organisation verändern. Es geht nicht mehr primär um Informationstechnologie, sondern um Informationsmanagement und die Unterstützung und Weiterentwicklung des Business in der digitalen Transformation.

Dafür braucht es ein Bindeglied zwischen dem Business und der IT, der diese digitale Transformation vorantreibt. Dieser CDO (Chief Digital Officer) oder DBO (Digital Business Officer) oder welchen Titel man auch immer verwenden möchte, kann der neue CIO sein – oder eine zusätzliche Position neben dem CIO. Das hängt vor allem davon ab, wie die Rolle des CIO zukünftig interpretiert wird.

  • Falls der CIO diese Funktion ausfüllt, wie es heute manchmal auch schon der Fall ist, benötigt er darunter ein Management für die eigentlich IT – im Gegensatz zu den Themenfeldern der Business-Transformation und des Informationsmanagements, um die er sich vordringlich kümmern muss.
  • Der CIO kann aber auch weiterhin die traditionelle Rolle wahrnehmen: mit einem CDO als zusätzlicher Ebene, die auf IT aus einem anderen Blickwinkel schaut, eben dem der Business-Transformation.

In beiden Fällen kommen Unternehmen aber nicht umhin, ihre tradierten Organisationsformen in der IT grundlegend zu verändern und sich hin zu einer Service-orientierten IT zu verändern, bei der das Management von Information, Diensten und deren Sicherheit im Vordergrund steht und nicht mehr die Umsetzung und der technische Betrieb von Lösungen.

Wie schon gesagt: Die Service-Erbringung selbst kann heute in unterschiedlichsten Modellen erfolgen und ist austauschbar. Deshalb steht dieser Teil der IT nicht mehr im Mittelpunkt der IT-Organisation. Vielmehr geht es darum, wie die IT dem Business Innovation und Wachstum ermöglicht.

* Martin Kuppinger ist Gründer des Analystenunternehmens Kuppinger Cole, das sich mit digitalen Identitäten, Identity und Access Management, GRC (Governance, Risk Management, Compliance) und Cloud Computing beschäftigt.

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