Viele arbeitstechnische Fragen bei BYOD noch offen

Bring your own device – Die Herausforderung ist nicht die Technik

Seite: 2/2

Firma zum Thema

Grenzenlose Verfügbarkeit versus klare Grenzziehung

Es ist aber nicht damit getan, eine technische Lösung und notwendige Prozesse aufzusetzen – das Konzept „Bring Your Own Device“ rüttelt vor dem Hintergrund globaler Teams in verschiedenen Zeitzonen sowie den dadurch ermöglichten Home-Office-Optionen an unseren traditionellen Arbeitsmodellen.

Für Mitarbeiter, die ihr privates Endgerät auch beruflich nutzen, ist die strikte Trennung von Arbeitszeit und Freizeit plötzlich nur noch schwer möglich.

Arbeitgeber, die in BYOD-Unterstützung investieren, knüpfen in aller Regel auch Erwartungen daran: „Wenn der Mitarbeiter nun mit seinem Privatgerät von unterwegs und zu Hause aus arbeiten kann, soll er es auch bitte tun“ oder „Die Technologie ist ja vorhanden, die eine Mail und das eine Dokument kann Mitarbeiter X dann ja wohl auch abends nochmal checken.“

Die Gefahr: Durch BYOD kann die Work-Life-Balance leicht aus den Fugen geraten. Unternehmen müssen hier anhand klar kommunizierter Erwartungen und strikter Grenzziehung aktiv vorbeugen.

Die Deutsche Telekom hat beispielsweise bereits explizite Richtlinien erlassen, zu welcher Tageszeit E-Mails beantwortet werden müssen und zu welcher nicht. Volkswagen probiert mit einer technischen Lösung die Balance zu halten und deaktiviert die E-Mail-Push-Benachrichtigungen im Feierabend.

BYOD erfordert die Auseinandersetzung mit der eigenen Unternehmenskultur und eine klare Wegweisung für die Mitarbeiter. Sonst ist das Konzept über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt.

Michael Kleist, Novell.
Michael Kleist, Novell.
* Der Autor Michael Kleist ist Managing Director Central Europe bei Novell.

(ID:34612780)