Sichere Kommunikation und Datenübertragung

BT und Toshiba zeigen Quantenverschlüsselung

| Redakteur: Peter Schmitz

BT und Toshiba nutzen Quantenverschlüsselung, um Sicherheitsschlüssel für vertrauliche Kommunikation zwischen zwei Endpunkten auszutauschen.
BT und Toshiba nutzen Quantenverschlüsselung, um Sicherheitsschlüssel für vertrauliche Kommunikation zwischen zwei Endpunkten auszutauschen. (Bild: blickpixel - Pixabay / CC0)

BT und Toshiba haben einen Showcase für die sichere Kommunikation mit Hilfe von Quantentechnologie vorgestellt. Die Unternehmen demonstrieren im Forschungs- und Entwicklungszentrum von BT in Adastral Park, wie Quantenverschlüsselung die Übertragung digitaler Informationen in Banken und anderen Finanzdienstleistungsunternehmen vor Hackern schützen kann.

Bei der Quantenverschlüsselung werden Photonen, die kleinsten Einheiten des Lichts (Lichtquanten), über Glasfaserkabel versendet, um mit ihnen Sicherheitsschlüssel auszutauschen. Jeder Versuch, die Leitung abzuhören, würde die Teilchen und damit auch die Schlüssel verändern. Anhand fehlerhafter Schlüssel können somit Lauschangriffe von Cyberkriminellen sofort entdeckt werden.

Quantenverschlüsselung schützt die Übertragung von vertraulichen Informationen –etwa persönliche Angaben, biometrische Daten und Kontoauszüge – zwischen den Filialen und Rechenzentren von Banken. Da externe Rechenzentren im Finanzsektor weit verbreitet sind, gehört Sicherheit zu einer Kernanforderung an die digitale Übertragung von persönlichen Informationen und Bankdaten.

Professor Tim Whitley, Head of Research von BT und Managing Director von Adastral Park, sagte: „Wir erforschen die Quantenverschlüsselung bereits seit einigen Jahren und können mit diesem Projekt jetzt zeigen, wie diese Forschung Unternehmen konkret nützt. Unternehmen sehen sich heute einer größer werdenden Flut von immer raffinierteren Cyber-Angriffen gegenüber. Deshalb ist die sichere Datenübertragung wichtiger als je zuvor. Wir sind überzeugt, dass die Quantenverschlüsselung für die sichere Kommunikation von Unternehmen eine immer wichtigere Rolle spielen wird.“

Dr. Shiro Saito, Corporate Senior Vice President und General Manager Technology Division,Toshiba Corporation, sagte: „Toshiba verwendet in Japan die Quantenverschlüsselung bereits für sichere Übertragung von Genomdaten, denn der Schutz persönlicher medizinischer Informationen ist eines der vielversprechendsten Anwendungsgebiete. Indem wir unser sicheres Kommunikationssystem im Showcase von BT zeigen, können wir demonstrieren, wie Quantentechnologie weite Bereiche der Wirtschaft unterstützen kann. Wir freuen uns darauf, in den kommenden Monaten mit BT zusammen zu arbeiten, um hilfreiches Feedback zu erhalten und die Sicherheitsanforderungen der Kunden von BT zu erfüllen.“

Das System von BT und Toshiba nutzt Quantenverschlüsselung, um Sicherheitsschlüssel zwischen zwei Endpunkten auszutauschen, mit denen jedes Element der vertraulichen Kommunikation zwischen den beiden Standorten sowohl verschlüsselt als auch authentifiziert wird. Die dabei versendeten Quantensignale können über die selbe Leitung laufen wie die Bankdaten. Das senkt die Kosten der benötigten Infrastruktur.

Beide Unternehmen haben in den vergangenen zwei Jahren in Toshibas Forschungszentrum in Cambridge an Techniken gearbeitet, um Quantensicherheit in konventionelle Glasfasernetze zu integrieren. Im Laufe dieser Zusammenarbeit haben sie erstmals nachgewiesen, dass Quantenverschlüsselung auf „beleuchteten“ Glasfaserkabeln bei der Datenübertragung mit 10 Gigabit pro Sekunde (Gbps) funktioniert. Erst kürzlich fanden sie heraus, dass Quantenschlüsselverteilung und Datenübertragung auch mit 100 Gbps auf demselben Lichtleiter kombinierbar sind.

BT und Toshiba Research Europe arbeiten außerdem zusammen an einem Großprojekt zum Aufbau eines Quantenkommunikationsnetzwerks („UK Quantum Network“). Diese Initiative ist Bestandteil des mehr als 270 Millionen Pfund umfassenden britischen Quantentechnologie-Programms. Ziel ist es, mit Quantentechnologie gesicherte Kommunikation zwischen Cambridge, Bristol, London und Adastral Park zu ermöglichen. Die Verbindung zwischen dem Forschungslabor von BT in Adastral Park und dem Cambridge Science Park wird voraussichtlich Anfang des nächsten Jahres fertiggestellt.

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