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Cloud Computing | On-Demand-Computing | Web-Services

Redakteur: Gerald Viola

Cloud Computing ist ein Datenverarbeitung-Modell, in dem Aufgaben eine Kombination von Verbindungen, Software und Services zugewiesen werden, die über ein Konglomerat von Netzwerken

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Cloud Computing ist ein Datenverarbeitung-Modell, in dem Aufgaben eine Kombination von Verbindungen, Software und Services zugewiesen werden, die über ein Konglomerat von Netzwerken angesprochen werden. Das aus Servern und Verbindungen bestehende Netzwerk wird zusammen als „Cloud“ (Wolke) bezeichnet. Mithilfe eines Thin Clients oder eines sonstigen Endgerätes, wie beispielsweise eines iPhone, BlackBerry oder Laptops, können die User die Cloud ansprechen und Ressourcen bei Bedarf abrufen. Aus diesem Grund wird Cloud Computing auch „On-Demand Computing“ genannt.

Diese riesige Prozessorleistung wird durch verteiltes, groß angelegtes Cluster-Computing ermöglicht, oft in Verbindung mit einer Server-Virtualisierungssoftware wie Xen und mit einer parallelen Verarbeitung. Cloud Computing steht im Gegensatz zum traditionellen Desktop-Datenverarbeitungsmodell, in dem die Ressourcen eines einzelnen Desktop-Computers für die Bewältigung von Aufgaben genutzt werden. Sun Microsystems vergleicht die Leistungsfähigkeit des Netzwerks beim Cloud Computing gerne mit einem Supercomputer.

Cloud Computing wird oft verwendet, um riesige Datenmengen zu sortieren. Momentan spielt Google eine führende Rolle im Cloud Computing, da das Unternehmen darauf angewiesen ist, sofort genaue Ergebnisse als Antwort auf Millionen Suchanforderungen bereitzustellen, wobei es die Petabytes an indizierten Internet-Daten durchsucht, die auf den eigenen Servern zwischengespeichert (gecacht) werden.

Googles Antwort auf diese Herausforderung sind der Entwurf und die Herstellung von Hunderttausenden eigenen Servern aus Standardkomponenten, um relativ günstige Prozessoren parallel zu schalten und damit ein enorm leistungsfähiges und skalierbares System zu erstellen. Auch Google Apps, Maps und Gmail residieren in der Cloud.

Auch andere Unternehmen haben bereits Web-basierende Betriebssysteme entwickelt, die Online-Anwendungen in einer auf Adobes Software Flash basierenden, grafischen Benutzerschnittstelle (GUI) verbinden, wobei das Look&Feel oft absichtlich sehr stark Windows ähnelt. Hunderte Organisationen bieten bereits kostenlose Webservices in der Cloud.

Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, ist Cloud Computing jedoch ein Modewort, das Grid-Computing und Utility Computing verbindet und wieder verwendet – zwei Konzepte, die bereits seit Jahrzehnten existieren. Wie Grid Computing erfordert auch Cloud Computing den Einsatz einer Software, welche die Komponenten eines Programms aufteilen und an Tausende Computer verteilen kann.

Fortschritte in der Prozessortechnik, Virtualisierungstechnologie, Festplattenspeichertechnik sowie Breitband-Internet und schnelle, kostengünstige Server ergeben in der Summe überzeugende Argumente für das Cloud Computing. Cloud Computing gibt Benutzern und Unternehmen die Möglichkeit, nur die Services und Speicherkapazität zu nutzen und zu bezahlen, die sie wirklich benötigen. Auch das Wann und mit zunehmender Verbreitung von drahtlosen Breitbandverbindungen auch das Wo rückt hier in den Vordergrund.

Abrechnungen können auf Basis der Servernutzung, Verarbeitungsleistung oder Bandbreitennutzung erstellt werden. Darus resultiert, dass das Cloud Computing das Potenzial besitzt, die Software-Industrie mit ihren Lizenzen komplett zu entwurzeln, weil Anwendungen für das Netzwerk gekauft und lizenziert und im Netzwerk ausgeführt werden, statt auf dem Benutzer-Desktop.

In diesem schönen Bild gibt es allerdings noch einige ungeklärte Punkte. Beispielsweise was geschieht mit dem Zugang der Anwender zu ihren Daten, sollte der Dienste-Anbieter insolvent werden? Wie sieht es bei einem Kauf mit den Besitzrechten an den Daten und Programmen aus?

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