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Dienstleister und Kunden in der Pflicht

Cloud Computing und Service Level Agreements

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Rechtliche und technische Evaluierung eng verzahnen

Neben der rechtlichen Sichtweise rückt die nächste Hürde in Verbindung mit der Ausgestaltung von SLA spätestens bei der technischen Evaluierung in Sichtweite. Kurzum: IT Governance oder auch „Cloud Governance” sind wichtige Bausteine auf dem Weg zu professionell gemanagten Cloud-Umgebungen.

„Aber nur wenn die Dienstleister ihre SLA transparent gestalten und auch einhalten sowie die interne IT sich mit den notwendigen Technologien und Schnittstellen auch selbst auskennt, lassen sich hybride Clouds erfolgreich und sicher betreiben“, betont Carlo Velten, Senior Advisor bei den Marktforschern der Experton Group.

Dies bedeutet für Unternehmen, sowohl kulturell als auf Prozessebene sich für das neue Sourcing-Modell zu wappnen. Kurzum, Unternehmen sollten die Herausforderung ganzheitlich angehen. Die Cloud Governance solle sich an den Kriterien Transparenz, Machbarkeit und Messbarkeit orientieren, um im Rahmen einer breiter angelegten IT Governance dauerhaft Bestand zu haben, präzisiert Velten. „Nur wenn Strategien, Roadmaps, Projekte, Architekturen und Sourcingprozesse klar und verständlich beschrieben und in der Praxis umsetzbar sind, wird das Modell im Unternehmen Erfolg haben.“

Kein Generalschlüssel für maßgeschneiderte SLA

Man dürfe die Cloud-Problematik ohnehin nicht losgelöst betrachten von anderen IT-Megatrends, etwa von der Mobilität und der rasant anwachsenden Endgerätevielfalt, ergänzt Viktor Hagen, Experte Data Center Architecture & Virtualisation bei Cisco. Der Ansatzpunkt für eine tragfähige Governance-Strategie könne deshalb nur das Netzwerk selbst sein: „Denn Netzwerke sind die Plattform sowohl für jede Art von Cloud-Service als auch für den mobilen Remote-Zugriff auf Unternehmensressourcen.“

Für eine ganzheitliche Sichtweise offeriert der Netzwerkspezialist diverse Lösungsansätze, etwa auf Basis der High-Level Policy Language von Cisco SecureX. Ein optimaler und zugleich pragmatischer Lösungsansatz ergebe sich durch Kombination aus übergreifendem Policy Enforcement, kontextsensitiven Scanning-Modulen und globaler Thread-Defense-Intelligenz, empfiehlt Viktor Hagen.

„Bei der Planung von virtuellen Umgebungen muss die Governance von Anfang an mit eingebaut werden“, betont demgegenüber Mark Masterson, Innovation Lead Cloud Computing, beim IT-Dienstleister CSC. Üblicherweise werde jede Form der Steuerung (Governance) jedoch von den Virtualisierungsspezialisten eher als störend empfunden und nicht als Business Enabler. Die Governance-Verantwortlichen dagegen verstünden oftmals nicht die technischen Zusammenhänge. Hier sei deshalb gegenseitige Aufklärungsarbeit zu leisten, „und es sollten heterogene Projektteams gebildet werden“, so der Experte weiter.

Fazit: Die Preisfrage, ob sich überhaupt eine Blaupause zur Lösung der SLA-Problematik in der Wolke aufstellen lässt, oder ob allzu generalisierte Richtlinien nicht ans Ziel führen, bleibt in der technischen Umsetzung eine Gratwanderung. „Sobald Organisationen Services aus einer Public Cloud beziehen, sollten sie als Maßstab für SLAs zumindest die Forderungen anlegen, die sie sich auch beim Eigenbetrieb auferlegen würden“, fasst deshalb Mark Masterson zusammen.

Und der Experte von CSC verkündet schließlich auch eine gute Nachricht, die die Umsetzung durchaus als realistisch erscheinen lässt. In der Regel lieferten die Cloud-Anbieter deutlich bessere SLA’s, als dies die Organisationen selbst mit vernünftigem Aufwand bewerkstelligen könnten, bilanziert der Experte vom IT-Dienstleister CSC.

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