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Was Cloud Computing für Anbieter und Nutzer bedeutet Cloud Services – am besten einfach zu bewerten

| Autor / Redakteur: Martin Kuppinger / Stephan Augsten

Cloud Services sind konzeptionell für viele Unternehmen schlichtweg uninteressant, selbst wenn sie technischen und finanziellen Mehrwert versprechen. Anreize können aber nur die Cloud Provider selbst schaffen.

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Wegweisend: Cloud Provider müssen ihren Kunden auf dem Weg in die Cloud eine Hilfestellung geben.
Wegweisend: Cloud Provider müssen ihren Kunden auf dem Weg in die Cloud eine Hilfestellung geben.

Vor Kurzem haben die Unternehmensberatung Roland Berger und SAP eine Studie vorgestellt, in der sie die Wachstumschancen für die ITK-Branche durch das Cloud Computing beleuchten. Doch darüber hinaus stellen die beiden Unternehmen auch Forderungen. So sollte die öffentliche Hand selbst als Pionier beim Bezug von Cloud-Leistungen auftreten und der Mittelstand beim Einstieg in die Cloud gefördert werden.

Gerade diese beiden Punkte stehen aber für ein typisches Missverständnis beim Cloud Computing: Natürlich gibt es das Wertversprechen, dass man durch das Cloud Computing nun bisher nicht verfügbare IT-Dienste beziehen kann und dass man IT-Dienste günstiger oder mit einer höheren Service-Qualität erhält. Und das ist in vielen – aber keineswegs allen – Fällen auch richtig.

Cloud-Dienste können attraktiv für die Anwenderunternehmen sein. Sie sind es aber nicht, weil es nun einmal Cloud-Dienste sind. Die Attraktivität lässt sich nur im Vergleich zu anderen Optionen des Dienstbezugs ermitteln, also insbesondere der eigenen IT, den sogenannten on-premise-Lösungen. Die Cloud ist für Anwenderunternehmen nichts anderes, als ein alternatives Modell für die Bereitstellung von IT-Diensten. Und so wie es in der Produktion die make-or-buy-Entscheidung gibt, gibt es diese eben auch in der IT. Die Frage lautet also, ob IT-Dienste selbst produziert oder bezogen werden sollen.

Warum sollte nun aber die öffentliche Hand als Pionier beim Bezug von Cloud-Diensten auftreten? Der einzige Grund – gerade auch in Zeiten knapper Kassen – kann eine wirtschaftlich vernünftige Entscheidung sein. Das würde bedeuten, dass es bezogen auf spezifische Dienste sinnvoller ist, diese einzukaufen, als selbst zu produzieren.

Wenn make-or-buy-Entscheidungen also zu einem solchen Ergebnis führen, sollte die öffentliche Hand, wie jede andere Organisation, Dienste aus der Cloud beziehen. Und auch für den Mittelstand stellt sich diese Frage in vergleichbarer Weise. Wenn die „buy“-Entscheidung mehr Sinn macht als die „make“-Variante, dann sollte man IT-Dienste aus der Cloud beziehen.

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