Was Cloud Computing für Anbieter und Nutzer bedeutet

Cloud Services – am besten einfach zu bewerten

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Wann ergibt eine Investition wirklich Sinn?

Die Herausforderung ist damit eine ganz einfache: Wie kann man solche make-or-buy-Entscheidungen in der IT treffen? Es geht darum, diesen Schritt zu vereinfachen und zu standardisieren. Dazu muss man einerseits die Anforderungen kennen und andererseits wissen, was der Cloud-Service bietet.

Bei den Anforderungen geht es nicht nur um funktionale Aspekte, sondern um eine Reihe von nicht-funktionalen Anforderungen wie die Informationssicherheit oder die Fähigkeit, wieder weg von einem Cloud-Anbieter wechseln zu können und lock-in-Situationen zu vermeiden. Solche Entscheidungsraster für Unternehmen aufzubauen, ist möglich. Es gibt dafür einige Ansätze, beispielsweise von der CSA (Cloud Security Alliance), auch wenn die meisten für eine pragmatische und schnelle Vorgehensweise zu umfassend sind. Diese zu vereinfachen und nutzbar zu machen, ist aber eine lösbare Herausforderung.

Das Problem entsteht mehr auf der anderen Seite: Was bietet der Cloud-Anbieter wirklich? Die meisten Cloud-Anbieter agieren heute eher mit einer Desinformationspolitik, so dass es oft sehr schwierig, wenn nicht sogar unmöglich ist, die erforderlichen Informationen für eine Entscheidungsfindung zu ermitteln. Das gilt auch zur Laufzeit, wo der Zugriff auf Audit-Daten und Events eher die Ausnahme denn die Regel ist.

Dabei hilft auch ein in der Studie vorgeschlagener „Europäischer Gold-Standard“ für Cloud-Anbieter wenig. Richtig gemacht könnte man dann vielleicht bei ein paar Punkten der Auswahlentscheidung ein Kästchen machen. Wichtiger wären aber mehr Offenheit und eine standardisierte Service-Beschreibung von Cloud-Diensten, so dass man schnell und einfach den Vergleich mit den eigenen Anforderungen durchführen kann.

Cloud-Anbieter werden dann mehr Erfolg haben, wenn sie den Kunden die Informationen liefern, die diese für schnelle und standardisierte make-or-buy-Entscheidungen brauchen und wenn das die Informationen sind, die zu den Anforderungen der Kunden passen – also die Vermeidung von lock-in-Szenarien, gute und kontrollierbare Lösungen für die Informationssicherheit und dergleichen mehr. Das bringt viel mehr als der Ruf nach öffentlicher Förderung des Cloud Computings und wäre auch ziemlich schnell umzusetzen.

Über den Autor

Martin Kuppinger ist Gründer des Analystenunternehmens Kuppinger Cole, das sich mit digitalen Identitäten, Identity und Access Management, GRC (Governance, Risk Management, Compliance) und Cloud Computing beschäftigt.

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