Trend Micro Sicherheitsbericht HJ1-2017

Cyberangriffe auf Firmen nehmen weiter zu

| Redakteur: Peter Schmitz

Angriffe wie WannaCry sind erst der Anfang, denn Cyberkriminelle werden täglich raffinierter. Unternehmen müssen vorbereitet sein und IT-Budgets und Sicherheitslösungen aufrüsten.
Angriffe wie WannaCry sind erst der Anfang, denn Cyberkriminelle werden täglich raffinierter. Unternehmen müssen vorbereitet sein und IT-Budgets und Sicherheitslösungen aufrüsten. (Bild: Trend Micro)

Cyberangriffe auf Unternehmen nehmen weiter zu. Neben bekannten Bedrohungen wie Ransomware und Business E-Mail Compromise stellen vor allem Angriffe auf IoT-Geräte eine konkrete und wachsende Gefahr dar. Das zeigt der Bericht zur Lage der IT-Sicherheit im ersten Halbjahr 2017 von Trend Micro.

Sicherheitsforscher von Trend Micro dokumentieren im Bericht “2017 Midyear Security Roundup: The Cost of Compromise“, dass Unternehmen sich vermehrt gegen Ransomware, Business E-Mail Compromise (BEC) und Angriffe auf das Internet der Dinge (IoT) verteidigen müssen. Dazu kommt eine zusätzliche Bedrohung durch rufschädigende Online-Kampagnen. Auch über die erste Hälfte des Jahres 2017 hinaus ist kein Rückgang der Cyber-Bedrohungen zu erwarten.

Im April und im Juni lähmten die Ransomware-Angriffe WannaCry und Petya tausende von Unternehmen weltweit. In der ersten Hälfte des Jahres identifizierte Trend Micro über 82 Millionen Bedrohungen durch Ransomware. Der erwartete Gesamtschaden aus den Attacken, inklusive der daraus resultierenden Produktivitätsminderung sowie der Kosten für die Schadensbegrenzung, beträgt über 4 Milliarden US-Dollar. Laut Schätzungen des FBI sorgten BEC-Angriffe für einen zusätzlichen Schaden von 1,3 Milliarden US-Dollar, hier konnten die Sicherheitsforscher 3000 Angriffe protokollieren. Der weltweite Gesamtschaden solcher Angriffe wird damit auf 5,3 Milliarden US-Dollar geschätzt – und das nur im ersten Halbjahr 2017.

Diese Zahlen verdeutlichen die Notwendigkeit einer wirksamen IT-Sicherheitsstrategie. Obwohl Sicherheitsausgaben einen immer größeren Anteil an den IT-Budgets ausmachen, werden die vorhandenen Mittel oft nicht richtig eingesetzt, um sich gegen die zunehmenden Angriffe zu verteidigen, wie eine Studie des Analystenhauses Forrester feststellt.

Gefahrenquelle IoT

Wie von Trend Micro vorhergesehen, nahmen Angriffe auf IoT-Geräte im Zeitraum von Januar bis Juni 2017 deutlich zu. So hat Trend Micro beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Politecnico di Milano (POLIMI) gezeigt, dass Industrieroboter kompromittiert werden können. Finanzielle Folgeschäden und mögliche Produktionsausfälle können enorme Konsequenzen für die Unternehmen haben. Betreiber von „Smart Factories“ können es sich deshalb nicht erlauben, die Sicherheit von vernetzten Anlagen zu vernachlässigen.

Abgesehen davon befindet sich auch der Missbrauch von Social-Media-Plattformen zur Verbreitung von Cyberpropaganda im Aufwind. Auf Untergrundmarktplätzen werden Dienstleistungen wie die Verbreitung von Fake News und rufschädigenden Kampagnen angeboten. Diese können dem Ansehen von Unternehmen schaden, was wiederum zu ernsthaften finanziellen Einbußen führen kann.

„Unternehmen müssen bereits im Voraus die Ressourcen für einen effektiven Bedrohungsschutz zur Verfügung stellen. Die Kosten für einen Datenverlust sind meist höher als es die Budgets der Unternehmen verkraften könnten“, sagt Max Cheng, Chief Information Officer bei Trend Micro. „Folgenreiche Cyber-Angriffe gegen Unternehmen auf der ganzen Welt waren auch dieses Jahr wieder ein zentrales Thema. Dieser Trend wird sich auch in der zweiten Hälfte des Jahres 2017 fortsetzen. Für ein nachhaltiges Unternehmenswachstum ist es daher unerlässlich, digitale Sicherheit nicht nur als Schutz von Informationen zu betrachten, sondern als Investition in die Zukunft.“ so Cheng weiter.

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