Cyberkriminalität

Cyberkriminelle missbrauchen Olympia

| Redakteur: Dr. Gesine Herzberger

Nicht nur die Oympioniken gehen in Rio an den Start, auch Cyberkriminelle sind ganz vorn mit dabei im Rennen.
Nicht nur die Oympioniken gehen in Rio an den Start, auch Cyberkriminelle sind ganz vorn mit dabei im Rennen. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Während im Vorfeld der Olympischen Spiele im brasilianischen Rio de Janeiro eine rege Diskussion um gedopte Sportler stattfand, finden nun gedopte, manipulierte Beiträge und Nachrichten ihren Weg in die sozialen Netzwerke.

Bei Großereignissen besonders beliebt sind falsche Preisausschreiben oder Gewinnspiele, die einzig dazu dienen, Nutzer auf Webseiten zu locken und dabei private Daten abzugreifen. Diese Daten können dann gezielt dazu eingesetzt werden, um zum Beispiel Spam- und Phishing-E-Mails zu versenden.

„Auch Cyberkriminelle handeln nach der Devise ‚Dabei sein ist alles‘ und nutzen die Spiele unter dem Zuckerhut für ihre Zwecke“, weiß Peter Meyer, Leiter Cyber Security Services im eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.

Das soziale Netz als Königsdisziplin Cyberkrimineller

Sicherheitsexperte Peter Meyer: „Bereits kurz nach der Eröffnungsfeier sind einige Fälle bekannt geworden, bei denen die Nutzer per Facebook oder Twitter auf manipulierte Webseiten gelockt werden, auf denen Schadsoftware ausgespielt wird.“

Dazu dienen vor allem reißerische Schlagzeilen und Vorschaubilder. Dabei handelt es sich um das so genannte Klickködern (engl. Clickbaiting). Ein Beispiel hierfür war in den ersten Tagen der Spiele die Verletzung des französischen Turners Samir Aït Saïd, der sich im Wettkampf den Unterschenkel brach.

Während bei Facebook überwiegend falsche Accounts für die Verbreitung solcher Beiträge mit Schadsoftware verantwortlich sind, setzen Cyberkriminelle bei Twitter gerne auf Kurz-URL-Dienste – auch „URL Shortener“ genannt – bei denen Nutzer nicht erkennen können, wohin sie ihr Click überhaupt führt.

„Generell sind jedoch beide Unternehmen sehr bemüht, kriminelle Aktivitäten auf ihren Plattformen rigoros einzudämmen. Ob es zu einer Goldmedaille reicht, wird sich jedoch erst am Ende der Spiele zeigen“, so Peter Meyer.

Bei beiden Diensten spielt es den Cyberkriminellen in die Hände, dass weiterhin zu viele Internetnutzer veraltete Browser, Plugins oder Betriebssysteme einsetzen und vor allem auf mobilen Geräten vollständig auf den Schutz durch Anti-Viren-Programme verzichten. Insbesondere auf mobilen Geräten besteht zusätzlich die Gefahr von schadhaften Apps, die – statt Informationen zu den Olympischen Spielen zu geben – im Hintergrund Trojaner installieren und teilweise auch im offiziellen Android-App-Store Google Play zu finden sind.

Generell sollten Internetnutzer auf bewährte Medienangebote und Webseiten setzen, um sich über die Olympischen Spiele zu informieren und darauf verzichten, auf fragwürdigen Webseiten Live-Streams zu betrachten. Die öffentlich-rechtlichen Sender in Deutschland übertragen beispielsweise die gesamten Spiele live auf ihren Webseiten. Zusätzlich sollten Internetnutzer stets sicherstellen, dass ihre Computer, Laptops, Smartphones und Tablets aktuell gehalten sind. Diese Empfehlungen gelten auch über die Olympischen Spiele hinaus.

Ergänzendes zum Thema
 
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