Industrie 4.0 – Gefahrenlage 4.0

Das Internet der Dinge ist keine Zukunftsvision

| Autor / Redakteur: Boris Bärmichl* und Stephan Augsten / Stephan Augsten

Industrie 4.0 ist nicht mehr aufzuhalten

Das Internet der Dinge hat längst Einzug in die Fabrik gehalten – vorbei die Zeit, als das Firmengelände noch ein eingefriedetes Grundstück mit einem dicken Zaun und Wachpersonal war. Abschottung ist in einer Welt der Cloud, der intelligenten und vollautomatisierten Produktion sowie der globalen Vernetzung kaum mehr eine Option.

Bedeutet Industrie 4.0 also eine Gefahr? In jedem Fall verlangt sie nach einer Öffnung des Netzwerks – beispielsweise für Zulieferer, die über Computer in die Produktion eingebunden sind, um „Just in Time“ liefern zu können. Die intelligente Fabrik ist mehr eine offene Kommunikationsplattform.

Doch was bedeutet das für die IT-Security? Verändert sich gesamte Sicherheitsstrategie? Wo sind die Grenzen zwischen innerhalb und außerhalb der Firma und wie beeinflusst das meine aktuelle Sicherheitsregeln? Wie schütze ich in meiner Firma die Daten und das Know-How?

Im Rahmen der IT-SECURITY MANAGEMENT & TECHNOLOGY Conference 2015 wollen wir uns mit eben diesen Herausforderungen befassen. Der Autor wird Lösungen für die veränderte Sicherheitslage in der Industrie 4.0 aufzeigen. Denn Daten werden zum Erdöl des 21. Jahrhunderts – und wer sie richtig für sich nutzen kann, der kann sich einen klaren Wettbewerbsvorteil sichern.

Zum Schluss wirft der Autor noch einen Blick in die Zukunft, denn über kurz oder lang ergeben sich auch gesellschaftliche und soziale Reibungspunkte: Wir übergeben der Steuerungstechnik, den Programmen und Robotern immer mehr Aufgaben, um die Effizienz zu steigern – unter dem Vorwand, dass der Mensch mehr Freiheiten bekommt, um Produkte zu verfeinern, Entwicklungen zu verbessern und dadurch die nächsten Innovationen für den Markt zu vorzubereiten.

Ergänzendes zum Thema
 
Über die IT-SECURITY MANAGEMENT & TECHNOLOGY Conference 2015

In der Realität dient aber auch die Industrie 4.0 meist nur der Rationalisierung. Ziel ist es, den Menschen weitestgehend zu ersetzen, um die Organisation und Produktion den Maschinen sowie Computern zu überlassen. Immerhin ist der Mensch dann noch nicht ganz überflüssig, denn ein kleines Stück Code – ob Update oder Malware – kann für einen Dominoeffekt sorgen, bei dem am Ende nur noch der Schlag auf den Not-Aus-Knopf bleibt.

* Boris Bärmichl ist Vorstandssprecher beim Kompetenzzentrum für Sicherheit in Bayern (KoSiB eG).

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